{"id":18130,"date":"2024-05-15T23:16:11","date_gmt":"2024-05-15T21:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=18130"},"modified":"2025-02-05T11:42:59","modified_gmt":"2025-02-05T09:42:59","slug":"was-kann-deutschland-vom-irischen-bildungssystem-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/was-kann-deutschland-vom-irischen-bildungssystem-lernen\/","title":{"rendered":"Was kann Deutschland vom irischen Bildungssystem lernen?"},"content":{"rendered":"<p>Meiner Erfahrung nach kann Deutschland viel von Irland lernen, aber auch andersherum. In meinem dritten und letzten Blogbeitrag gehe ich auf die zwei wichtigsten Punkte ein, die ich mit nach Deutschland nehmen werde, in Bezug auf meine Lehrerinnenpers\u00f6nlichkeit und den Religionsunterricht.<!--more--><\/p>\n<p>Eine Sache, die ich sehr schnell zu sch\u00e4tzen gelernt habe in meinem Praktikum an einer Sekundarschule in Irland ist die Ruhe und Gelassenheit der Lehrkr\u00e4fte. W\u00e4hrend in Deutschland die meisten LehrerInnen es gar nicht bewerkstelligen k\u00f6nnen in Vollzeit zu arbeiten, oder nach einigen oder mehreren Jahren an einem Burnout leiden, sind die Lehrkr\u00e4fte in Irland deutlich ausgeglichener. In Deutschland leben die meisten Menschen, um zu arbeiten, w\u00e4hrend die Iren die <strong>Arbeit als eine Nebent\u00e4tigkeit<\/strong> in ihrem Leben wahrnehmen. Das wird vermutlich nicht in jedem Beruf oder Arbeitsfeld der Fall sein, an meiner Praktikumsschule war dies jedoch mein Eindruck. Ein gutes Zitat einer Lehrerin, um die <strong>Ruhe<\/strong> und <strong>Gelassenheit<\/strong> zu verdeutlichen ist folgendes<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Sch\u00fclerInnen m\u00fcssen die Arbeit haben, nicht du!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses Zitat hat mir vor Augen gef\u00fchrt, dass wir Deutschen manchmal zu versteift darauf sind immer leisten zu m\u00fcssen. Es ist mir tats\u00e4chlich sehr schwer gefallen, mich an dieses Arbeitsumfeld anzupassen. Es hat mir aber auch sehr dabei geholfen eine gewisse <strong>Grundanspannung abzulegen<\/strong> immer perfekt handeln zu m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich l\u00e4uft in Irland auch nicht alles immer perfekt ab. In mancher Hinsicht war es manchmal auch zu entspannt, aber diese <strong>Ausgeglichenheit<\/strong> m\u00f6chte ich auf jeden Fall mit nach Deutschland nehmen. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass man als Lehrerin nicht jede Stunde perfekt vorbereiten kann und auch nicht jede Stunde perfekt laufen muss, um eine gute Lehrerin zu sein und Kinder und Jugendliche zu bilden.<\/p>\n<p>Des Weiteren m\u00f6chte ich \u00fcber den <strong>Religionsunterricht<\/strong> in Irland schreiben. Mein Zweitfach, neben Englisch, ist die evangelische Religionslehre. Deshalb war ich sehr interessiert daran mir den Religionsunterricht in Irland anzuschauen. Ich bin mit der Erwartung in den Unterricht gegangen, dass es in einem katholischen Land wie Irland ein wahrscheinlich stark kirchlich gepr\u00e4gter Unterricht sein wird. Dabei h\u00e4tte ich nicht falscher liegen k\u00f6nnen. Das Fach Religion hei\u00dft in Irland \u201e<strong>Religious Education<\/strong>\u201c, \u00fcbersetzt also Religi\u00f6se Bildung und ist ganz und gar nicht durch die Kirche und vor allem nicht durch die katholische Kirche gepr\u00e4gt. Im Unterricht werden <strong>immer alle 5 Weltreligionen<\/strong> <strong>einbezogen<\/strong> und es werden alle Religionen im Unterricht vorgestellt, besprochen und eingebunden. Das Fach ist bis zum junior cycle, also bis zur 8. Klasse, verpflichtend und es werden sogar Klausuren in dem Fach geschrieben. Au\u00dferdem werden ethische Probleme besprochen und die Diskussionskompetenz ausgebildet. Eine gro\u00dfe Abgabe, die ich im Unterricht begleitet habe, war ein CBA (classroom based assessment) im zweiten Jahrgang, in Deutschland also die 8. Klasse. Hier sollten die Sch\u00fclerinnen sich eine Person aussuchen, die die Gemeinschaft in besonderer Weise gepr\u00e4gt hat und \u00fcber diese Person und ihre guten Taten, Hintergr\u00fcnde und Motivation eine Pr\u00e4sentation erstellen. Die Person muss dabei keinen religi\u00f6sen Hintergrund haben, kann sie aber. Manche Sch\u00fclerinnen haben \u00fcber Wissenschaftlerinnen wie <em>Marie Curie<\/em> recherchiert, andere haben \u00fcber die irischen Pr\u00e4sidentinnen <em>Mary Robinson <\/em>und <em>Mary McAleese<\/em> oder irische Hurlingspieler eine Pr\u00e4sentation erstellt. Das Ziel dieser Abgabe sollte sein, sich mit den guten Taten anderer Personen zu besch\u00e4ftigen, die Kompetenzen auszubauen eine Pr\u00e4sentation vorzubereiten, zu erstellen und vorzustellen. Da die Sch\u00fclerinnen die freie Wahl hatten, waren alle sehr interessiert an diesem CBA zu arbeiten und hatten eine hohe innere Motivation. Mein Praktikum in Irland hat mir in Hinblick auf meine zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeit als Religionslehrerin wieder einmal vor Augen gef\u00fchrt, was alles nicht richtig l\u00e4uft im Bildungssystem von Deutschland. Was ich vor allem mit nach Deutschland nehmen werde ist das Bewusstsein \u00fcber die <strong>Bedeutung von Vielf\u00e4ltigkeit im Religionsunterricht<\/strong>. Eine einseitige Bildung \u00fcber eine Religion, der man sowieso schon angeh\u00f6rt, f\u00fchrt nur zu vermehrten Stigmata und Vorurteilen. Wir brauchen f\u00fcr unsere diverse Gesellschaft eine Bildung, die versucht alle Religionen einzubringen und die Chancen von Vielfalt immer wieder betont und dadurch best\u00e4rkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meiner Erfahrung nach kann Deutschland viel von Irland lernen, aber auch andersherum. 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