{"id":15511,"date":"2022-02-08T13:10:00","date_gmt":"2022-02-08T11:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=15511"},"modified":"2025-07-14T11:13:58","modified_gmt":"2025-07-14T09:13:58","slug":"mein-auslandspraktikum-an-der-farlingaye-high-school","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/mein-auslandspraktikum-an-der-farlingaye-high-school\/","title":{"rendered":"Mein Auslandspraktikum an der Farlingaye High School"},"content":{"rendered":"<p>Ich studiere die F\u00e4cher Englisch und Erziehungswissenschaften f\u00fcr das Gymnasiallehramt in M\u00fcnster. Im Rahmen meines Englischstudiums ist ein dreimonatiger Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land verpflichtend.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Da der Aufenthalt zeitlich f\u00fcr das f\u00fcnfte Semester vorgesehen ist, habe ich bereits in meinem dritten Semester begonnen nach geeigneten Institutionen im englischsprachigen Ausland zu recherchieren. Dies hat sich schon w\u00e4hrend der Suche als herausfordernd dargestellt, da unsere Universit\u00e4t nur wenige Partnerschulen und Universit\u00e4ten in England und in Irland hat und schlie\u00dflich die Student*innen eines ganzen Semesters nach Pl\u00e4tzen f\u00fcr den Auslandsaufenthalt suchten. Uns war es freigestellt, ob wir unsere Auslandserfahrungen lieber durch ein Studium an einer Partneruniversit\u00e4t oder durch die praktische Arbeit in einer anderen Einrichtung sammeln. Ich habe mich f\u00fcr die praktische Arbeit entschieden, da ich gerne eine Abwechslung von dem Semesteralltag erleben wollte und so im Ausland nur wenige Veranstaltungen f\u00fcr mein Studium belegt habe. Dies sollte man sich allerdings im Vorfeld gut \u00fcberlegen, da ich nun nach meinem dreimonatigen Aufenthalt die Inhalte der Univeranstaltungen selbstst\u00e4ndig nacharbeiten muss, um am Ende des Semesters die entsprechende Leistung zu erbringen.<\/p>\n<p>Nach der Entscheidung f\u00fcr eine Praxisphase habe ich mich f\u00fcr drei Partnerschulen der Uni M\u00fcnster beworben und einen Praktikumsplatz an der Farlingaye High School, einer Sekundarschule in Woodbridge erhalten. Woodbridge ist ein kleines Dorf in Suffolk, im Osten Englands.<\/p>\n<p>Aufgrund des Brexits war mit diesem Praktikum in England ein hoher organisatorischer und finanzieller Aufwand verbunden. Mit der Unterst\u00fctzung durch den Career Service in M\u00fcnster habe ich zuerst das sogenannte Certificate of Sponsorship (CoS) beim British Council beantragt. Der Sponsor dieses Zertifikates war die Erasmusorganisation, sodass ich mich parallel auf ein Erasmusstipendium bewerben musste. Nach der Zusage durch das Stipendium konnte auch das CoS beantragt werden. Dieses Dokument ist eine essenzielle Voraussetzung, um sp\u00e4ter das sogenannte Tier5 worker visa f\u00fcr die Einreise in das Vereinigte K\u00f6nigreich zu erhalten. F\u00fcr das CoS wurden au\u00dferdem weitere formale Dokumente, wie ein Scan des Reisepasses, des Personalausweises und weiterer identifizierender Dokumente gefordert. Leider hat es bei mir drei Monate gedauert, bis ich das CoS erhielt und das Visum beantragen konnte. Da die Zeit bis zu meiner geplanten Abreise nun knapp wurde, muss ich f\u00fcr eine Expressbearbeitung meines Visaantrags einen enormen Aufpreis zahlen. Daher rate ich das CoS direkt nach der Zusage einer Praktikums- oder Studienstelle im Vereinigten K\u00f6nigreich zu beantragen. Dies war bei mir leider nicht m\u00f6glich, da ich die Zusage erst sehr sp\u00e4t erhielt. Alle pers\u00f6nlichen Daten, die f\u00fcr die Visabeantragung erforderlich waren, wurden nun \u00fcber die Seite des British Government erfragt. Nachdem die Formalit\u00e4ten abgefragt worden sind, macht man einen pers\u00f6nlichen Termin beim sogenannten UK visa application centre. Dieses war bei mir in D\u00fcsseldorf, aber es gibt noch einige weitere Stellen innerhalb Deutschlands. Dort mussten erneut einige Unterlagen, wie das CoS oder der DBS check eingereicht werden. Der DBS (disclosure and barring service) check wird f\u00fcr die Arbeit in sozialen Einrichtungen ben\u00f6tigt und erf\u00fcllt die Funktion eines polizeilichen F\u00fchrungszeugnisses. Der DBS check muss auch im Vorfeld beantragt werden. Gegen einen weiteren Aufpreis wurde der Reisepass mit dem Visum nun innerhalb von 14 Tagen zugesandt, sodass ich nach England fliegen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Situation vor Ort: <\/u><\/p>\n<p>Vor Ort lebte ich in der Stadt Ipswich, die im Osten von England liegt. Ich lebte mit einer anderen Studentin von der Uni M\u00fcnster zusammen in einer Gastfamilie und wir freundeten uns w\u00e4hrend unseres Auslandspraktikums sehr gut an. An der Schule arbeitete ich als teaching assistant und unterrichtete teilweise ganze Schulklassen, aber haupts\u00e4chlich Kleingruppen oder individuelle Sch\u00fcler*innen. Ich unterrichtete die Klassen acht bis dreizehn. Die dreizehnte Klasse bereitete ich auf ihr A level speaking exam im Folgenden Halbjahr vor. Die Sch\u00fcler*innen waren sehr zuvorkommend und dankbar f\u00fcr die Arbeit mit ihnen. Da die Lehrkr\u00e4fte in England unter einem enormen Druck stehen, waren auch sie um jede Hilfe dankbar. So hatte ich nie das Gef\u00fchl, nicht gebraucht zu werden oder \u00fcberfl\u00fcssig zu sein. Daher konnte ich neue Unterrichtserfahrungen sammeln und mich in der p\u00e4dagogischen Praxis weiterbilden. Da ich an einer Sekundarschule arbeitete, wurden dort alle Kinder unterschiedlicher F\u00e4higkeiten inklusiv beschult. So konnte ich auch mein Bild von Schule, das sich bisher nur auf Gymnasialschulklassen beschr\u00e4nkte, um neue Erfahrungen erg\u00e4nzen. Der Unterricht an dieser Schule war teilweise mit einigen p\u00e4dagogischen Herausforderungen verbunden, die jedoch jederzeit von den Lehrkr\u00e4ften beeindruckend gemeistert worden sind. So habe ich gelernt, wie beispielsweise Unterrichtsst\u00f6rungen gut bew\u00e4ltigt werden. Ich f\u00fchlte mich au\u00dferdem jederzeit als gleichwertiger Teil in das Kollegium integriert. Sowohl die anderen Lehrkr\u00e4fte als auch die Sch\u00fcler*innen nahmen mich gut auf, sodass mir das Einleben an der Schule gar nicht schwer fiel.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu einer deutschen Schule ist der Unterricht in England weniger flexibel und unterliegt \u00fcberwiegend der Steuerung durch die Lehrkraft. Es gibt wenige offene Unterrichtsmethoden und die Sch\u00fcler*innen werden haupts\u00e4chlich frontal unterrichtet. Au\u00dferdem gibt es ein Bestrafungssystem, das beispielsweise bei Unterrichtsst\u00f6rungen und fehlender Anwesenheit greift. Zudem werden die Sch\u00fcler*innen und Lehrkr\u00e4fte in England auf verschiedenen Wegen st\u00e4ndig kontrolliert. Es gibt in allen allgemeinen Bereichen \u00dcberwachungskameras und alle tragen st\u00e4ndig ein Band um den Hals, mit dem sie identifiziert werden. Au\u00dferdem gibt es strengere safeguarding Regeln in England, sodass der Schutz der Kinder jederzeit gew\u00e4hrleistet wird. Ich durfte mich beispielsweise nicht frei in der Schule bewegen, bis ich meinen Reisepass und den DBS check, also das polizeiliche F\u00fchrungszeugnis, beim Sekretariat zum Scannen abgegeben habe.<\/p>\n<p>Von Ipswich aus gab es sehr viele M\u00f6glichkeiten, St\u00e4dtetrips oder auch l\u00e4ngere Ausfl\u00fcge zu machen. Mit dem Zug nach London dauerte es eine gute Stunde und auch bekannte St\u00e4dte wie Oxford oder Cambridge waren schnell zu erreichen. Es gab au\u00dferdem eine gute Anbindung, um nach Edinburgh in Schottland zu kommen. Dort verbrachten wir unsere Term-holidays und machten eine Tour durch die schottischen Highlands. Diese Reise ist wirklich sehr empfehlenswert. Des Weiteren sahen wir uns die umliegenden St\u00e4dte, wie Norwich, Colchester oder Felixstowe an der K\u00fcste an. Bis zur K\u00fcste brauchten wir mit dem Bus ca. eine halbe Stunde.<\/p>\n<p><u>Situation nach dem Aufenthalt: <\/u><\/p>\n<p>Bevor wir wieder zur\u00fcck nach Deutschland reisten, wartete wieder ein gro\u00dfer b\u00fcrokratischer Aufwand auf uns. Wir mussten die sogenannte Einreiseanmeldung ausf\u00fcllen und unseren Impfnachweis hochladen. Zudem wurden einige Unterlagen, wie das Traineeship Certificate, Teil des Learning Agreements, von dem Career Service nach der R\u00fcckkehr gefordert. Diese l\u00e4sst man am besten noch w\u00e4hrend der Anwesenheit im Zielland ausf\u00fcllen, sodass sie nach der R\u00fcckkehr direkt eingereicht werden k\u00f6nnen. Auch das British Council fordert einen Nachweis, dass man wieder in Deutschland eingereist ist. Dies kann entweder ein gestempeltes Visum oder die Bordkarte sein.<\/p>\n<p>Nach dem Aufenthalt gehen f\u00fcr mich ab Januar wieder die Kurse in der Uni los und ich freue mich schon, wieder in den Unialltag eintauchen zu k\u00f6nnen. Des Weiteren bin ich gespannt, inwiefern ich eine Entwicklung meiner Englischkenntnisse in meinen englischsprachigen Veranstaltungen verzeichnen kann. Meiner Meinung nach hat mir der Aufenthalt in England hinsichtlich meiner englischen Sprache sehr geholfen.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich bewerte meinen Auslandsaufenthalt als bereichernd und bin froh, dass ich das britische Schulsystem kennenlernen, ein Teil davon sein und viele interkulturelle Erfahrungen machen durfte.<\/p>\n<p>Ich bin dankbar f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, eine so lehrreiche und abwechslungsreiche Zeit in meinem Studium erleben zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei Fragen stehe ich gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich studiere die F\u00e4cher Englisch und Erziehungswissenschaften f\u00fcr das Gymnasiallehramt in M\u00fcnster. 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