{"id":1550,"date":"2014-08-28T07:44:03","date_gmt":"2014-08-28T05:44:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=1550"},"modified":"2019-07-16T11:07:57","modified_gmt":"2019-07-16T09:07:57","slug":"die-chemie-in-oxford","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/die-chemie-in-oxford\/","title":{"rendered":"Die Chemie in Oxford"},"content":{"rendered":"<p>Ich bins wieder, Lena (23), Chemiestudentin aus M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Ich bin nun ca. ein Monat in meiner Arbeitsgruppe hier in Oxford f\u00fcr ein dreimonatiges Forschungspraktikum.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe mich damals bei meinem Prof in Deutschland gemeldet und ihn nach Kontakten in England gefragt. Ich habe dann f\u00fcnf Vorschl\u00e4ge bekommen, meinen &#8220;Liebling&#8221; ausgew\u00e4hlt und dann hat mein Prof sich bem\u00fcht, mich bei diesem unter zubekommen. Das war gar nicht so einfach, weil st\u00e4ndig zur Debatte stand, ob er denn Platz f\u00fcr mich f\u00fcr den gew\u00fcnschten Zeitraum h\u00e4tte. Nach etwas Hin und Her bin ich dann aber letztlich doch an meinen &#8220;1. Wunsch&#8221; gekommen.<\/p>\n<p>Ich habe mich mehrfach bei ihm gemeldet und hatte von vornherein ein gutes Gef\u00fchl bei der Sache. Ein Thema habe ich erst vor Ort bekommen, was ich aufgrund der Aktualit\u00e4t eines Projektes auch nachvollziehen konnte.<\/p>\n<p>Ich habe eine Betreuerin, die in ihrem letzten Promotionsjahr ist. Die Idee dahinter ist, dass ich die erste Woche mehr oder weniger mit ihr zusammen in das Thema eingestiegen bin. Ab der zweiten Woche ging es aber auch darum, dass Projekt eigenst\u00e4ndig zu planen und zu entscheiden, welche Reaktionen f\u00fcr einen am sinnvollsten sind. Jedoch habe ich immer noch meine Betreuerin im Hintergrund, die mir hilft, die Planung zu gestalten bzw. mir auch bei der Auswertung schwierigerer Analysen tatkr\u00e4ftig zur Seite steht.<\/p>\n<p>Wer in M\u00fcnster in das &#8220;alte&#8221; Geb\u00e4ude der organischen Chemie geht, wei\u00df, dass es zwar ein altes Geb\u00e4ude ist, jedoch je nach Arbeitskreis ein ausreichendes und sauberes Interieur besitzt. Hier in Oxford ist das etwas anders. Das Geb\u00e4ude der organischen Chemie ist zwar erst zehn Jahre alt, aber die Arbeitsfl\u00e4chen sind teilweise schon ordentlich mitgenommen. In meinem Arbeitskreis gibt es auch keine Glove-Box oder Schlenk-Line, was ein &#8220;saubereres&#8221; Arbeiten mit luftempfindlichen Komponenten wie Katalysatoren erschwert. Die meisten der S\u00e4ulen haben keinen Frittenboden, so dass sie vorher mit Watte ausgestopft werden m\u00fcssen. Manche lecken auch w\u00e4hrend man s\u00e4ult. Ausgeheizt wird mit einem Bunsenbrenner also einer offenen Flamme anstelle einer Heat-Gun. Trotz alledem funktioniert auch empfindliche Chemie hier, was f\u00fcr mich relativ erstaunlich ist. Man lernt mit &#8220;einfacheren&#8221; Mitteln trotzdem an sein Ziel zu kommen. Zus\u00e4tzlich lernt man die gute, alte OC in M\u00fcnster sch\u00e4tzen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Was mir gef\u00e4llt, ist, dass die Schreibtische von den Laboren getrennt sind durch Glast\u00fcren. So kann man entspannt an seinem Arbeitsplatz sitzen und Sachen auswerten ohne im Labor in Kontakt mit Chemikalien zu kommen. Au\u00dferdem kann man durch die Glast\u00fcren die Leute im Labor beobachten, so dass falls ein Unfall passiert oder dergleichen trotzdem gen\u00fcgend Leute darauf aufmerksam werden. Das Thema Sicherheit ist auch hier recht wichtig. Man bekommt ein vorgedrucktes Laborbuch, in das man seine Reaktionsgleichung und Bedingungen eintragen kann, aber auch dazu aufgefordert wird, die Sicherheitshinweise einzuf\u00fcgen und eine Unterschrift eines \u00e4lteren Promotionsstudenten oder Postdocs zu erhalten. Dadurch muss man sich zum einen vor Start der Reaktion \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit der Sache Gedanken machen und zum anderen erh\u00e4lt man durch die Unterschrift einen zus\u00e4tzlichen Check.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Prof und Mitarbeitern ist etwas anders als ich es gewohnt bin. Mein Prof hier in Oxford kommt ziemlich oft vorbei, um zu fragen, wies mit der Chemie l\u00e4uft. Manchmal habe ich das Gef\u00fchl, als wolle er kontrollieren, ob auch alle am Arbeiten sind und wie lange sie so da sind. So macht er beispielsweise kurz vor seinem Feierabend (ca. viertel vor 6) eine Abschluss-&#8220;Check&#8221;-Runde, um zu sehen, wer noch da ist.<\/p>\n<p>Mein Prof ist aber trotzdem sehr nett und man erh\u00e4lt dann zwischendurch auch durch ihn Unterst\u00fctzung bez\u00fcglich des Projekts, welche Reaktionen man noch testen k\u00f6nnte oder wie etwas ausgewertet werden k\u00f6nnte. Meine Gruppe selbst ist super. Die Leute kommen von \u00fcberall auf der Welt und haben mich von vornherein sehr gut aufgenommen. Die ersten Tage fiel es einem nat\u00fcrlich etwas schwer, in die Gruppe rein zu kommen, wie es ihnen vermutlich auch schwer fiel, jemand Neues auf zunehmen. Mittlerweile habe ich aber das Gef\u00fchl, vollst\u00e4ndig aufgenommen zu sein und dazu zu geh\u00f6ren. Freitags abends wird zusammen in einen Pub gegangen, um den Ausklang der Woche einzuleiten \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich hoffe, ich konnte euch meinen Arbeitsalltag etwas n\u00e4her zu bringen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>\nLena<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bins wieder, Lena (23), Chemiestudentin aus M\u00fcnster. 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