{"id":14810,"date":"2020-03-17T12:00:27","date_gmt":"2020-03-17T10:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=14810"},"modified":"2025-11-12T13:17:49","modified_gmt":"2025-11-12T11:17:49","slug":"neu-in-taschkent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/neu-in-taschkent\/","title":{"rendered":"Neu in Taschkent"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*Innen,<\/p>\n<p>Ich bin Ruben und mache mein Praktikum an der staatlichen Wirtschaftsuniversit\u00e4t in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Da ich vor meinem Aufenthalt hier vermutlich so wenig Ahnung und Vorwissen von der Stadt, den Leuten und dem Land hatte wie ihr, m\u00f6chte ich euch Usbekistan und Taschkent in einigen Beitr\u00e4gen gerne n\u00e4her bringen!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Usbekistan liegt in Zentralasien, n\u00f6rdlich des Irans, \u00f6stlich von der T\u00fcrkei und Syrien, s\u00fcdlich von Russland und westlich von China und Indien. Dementsprechend treffen hier europ\u00e4ische, asiatische und orientalisch-muslimische Kulturen, Lebens- und Sichtweisen in einem sehr angenehmen Mix aufeinander! Taschkent ist hierbei die n\u00f6rdlichste Gro\u00dfstadt unweit der Grenze zum direkten Nachbarland Kasachstan. Den europ\u00e4ischen \u201eEinfluss\u201c merke ich v. a. hier in der Hauptstadt, in welcher man sehr um internationale Anerkennung und westliche Standards bem\u00fcht ist. So haben sich beispielsweise mittlerweile internationale Hotelketten wie das Hyatt oder das Hilton mit gr\u00f6\u00dferen Wolkenkratzern niedergelassen und direkt vor meiner \u201eHaust\u00fcr\u201c, dem Wohnheim der Uni, entsteht ein riesiges neues Stadtviertel \u2013 Tashkent City! Dies wird mit Hilfe ausl\u00e4ndischer Investoren in die Tat umgesetzt und soll in Zukunft den gr\u00f6\u00dften Wolkenkratzer Zentralasiens beheimaten. Auch in anderen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bereichen hat sich Taschkent gro\u00dfe Ziele gesetzt: So wird derzeit das bestehende Metro-Netz erneuert und erweitert, die Bahnh\u00f6fe saniert, die (Teil-)Strecken erweitert und das Land mit modernen Schnellz\u00fcgen ausger\u00fcstet, welche z. B. die Strecke Taschkent-Buchara (rund 450 km) in knapp 3 Stunden zur\u00fccklegen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Den Unterschied zum (Alltags-)Leben in Deutschland bietet hierbei definitiv die Gastfreundschaft der Bev\u00f6lkerung. Es ist unfassbar, wie oft und in welcher Art und Weise ich hier als Gast allt\u00e4glich begr\u00fc\u00dft werde! Es ist schwierig das in Worte zu fassen, da es oft Kleinigkeiten sind, wie etwa das Aufhalten der T\u00fcren, das Bezahlen beim Essen oder Beh\u00f6rdeng\u00e4nge bei denen ich, ohne das ich fragen m\u00fcsste, immer unterst\u00fctzt werde. Dar\u00fcber hinaus wird sich sehr gerne unterhalten. Es kommt mir so vor, als w\u00e4re es \u201eunh\u00f6flich\u201c jemanden um etwas zu bitten, denn bevor eine Bitte an mich rangetragen wird, muss erst sicher gestellt werden, dass es mir gut geht! Das funktioniert im Alltagsgespr\u00e4ch vor allem \u00fcber die Nachfrage nach der eigenen Gesundheit und die der Familie, bevor in einem Nebensatz noch \u201efix\u201c die Bitte an einen heran getragen wird. Auch wird (wenn m\u00f6glich) unfassbar gerne Deutsch mit mir gesprochen. Die Leute freuen sich JEDES Mal, wenn ich erz\u00e4hle, dass ich aus Deutschland bin. Alle k\u00f6nnen immer ein paar W\u00f6rter Deutsch, die sie mit einem teilen m\u00f6chten und sei es nur ein \u201eGuten Tag, wie geht\u2019s?\u201c und ein anschlie\u00dfendes Lachen. Deutschland genie\u00dft hier einen unfassbar guten Ruf und Deutsch ist an fast jeder Universit\u00e4t ein beliebtes Studienfach.<\/p>\n<p>Weiterhin ist das allt\u00e4gliche Leben hier f\u00fcr europ\u00e4ische Verh\u00e4ltnisse sehr g\u00fcnstig. Die Einzelfahrt in der Metro kostet umgerechnet rund 0,14 \u20ac, eine Taxifahrt ca. 0,50 \u20ac &#8211; 1,20\u20ac und ein gutes Essen mit mehreren Beilagen und Getr\u00e4nken ist oft f\u00fcr ca. 5-8 \u20ac zu erhaschen und in usbekischen Restaurants f\u00fcr nochmal weniger Geld. Gerne kann ich euch in einem weiteren Post meine Empfehlungen bzgl. Restaurants oder Bars mitteilen! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Als Kurios w\u00fcrde ich am Ehesten den gef\u00fchlten Wunsch nach gro\u00dfen Geb\u00e4uden beschreiben. Gro\u00df bedeutet hier oft \u201egut\/besser\u201c, sodass in der ganzen Stadt verteilt gro\u00dfe, fast schon pomp\u00f6se Geb\u00e4ude im antiken S\u00e4ulenstil stehen, die sich dabei aber sch\u00f6n im Stadtbild bemerkbar machen. Schwierigkeiten entstehen im Alltag hier leider \u00f6fter mit der Sprache, da fast ausschlie\u00dflich Usbekisch oder Russisch gesprochen wird und die Schilder teilweise auch noch in kyrillischen Lettern geschrieben sind. Die j\u00fcngere Generation spricht zwar fl\u00e4chendeckend Englisch, aber gerade in traditionellen Restaurants oder im Taxigewerbe arbeiten nicht zwingend junge Leute, weshalb es schwierig sein kann, fl\u00fcssig miteinander zu kommunizieren oder eine Bestellung aufzugeben, ohne den Google Translator zu verwenden.<\/p>\n<p>Soviel zu meinen ersten Eindr\u00fccken hier f\u00fcr euch. In einem weiteren Post erz\u00e4hle ich euch gerne von meinem Arbeitsalltag als DaF-Lehrer an der Uni.<\/p>\n<p>Bis dahin liebe Gr\u00fc\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*Innen, Ich bin Ruben und mache mein Praktikum an der staatlichen Wirtschaftsuniversit\u00e4t in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. 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