{"id":12588,"date":"2019-04-29T09:58:58","date_gmt":"2019-04-29T07:58:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=12588"},"modified":"2026-02-25T12:44:09","modified_gmt":"2026-02-25T10:44:09","slug":"welchen-teil-von-eyjafjallajoekull-hast-du-nicht-verstanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/welchen-teil-von-eyjafjallajoekull-hast-du-nicht-verstanden\/","title":{"rendered":"Welchen Teil von Eyjafjallaj\u00f6kull hast du nicht verstanden?"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl mich die isl\u00e4ndische Sprache schon bei meinem ersten Besuch auf dieser Insel fasziniert hat, habe ich es bisher leider nicht geschafft, mehr als ein paar S\u00e4tze zur Alltagskommunikation zu lernen. Das liegt zum Teil sicherlich daran, dass mein Semester vor dem Praktikumsaufenthalt sehr \u00fcberladen war mit Seminaren, Vorlesungen, Arbeiten und einem anderen Sprachkurs (T\u00fcrkisch), den ich curricular belegen musste.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zudem wurde am M\u00fcnsteraner Sprachenzentrum leider kein Isl\u00e4ndisch-Kurs angeboten. Mein geringer Fortschritt hier vor Ort hingegen ist wohl darin zu begr\u00fcnden, dass ich, durch meine Arbeit am deutschen Institut der Fakult\u00e4t f\u00fcr Sprachen und Kulturen, wo ohnehin alle entweder Deutsch oder Englisch miteinander sprachen, kaum mit dem Isl\u00e4ndischen in Ber\u00fchrung komme, und dass auch im Alltagsleben \u2013 selbst wenn ich versuche einfache Gespr\u00e4che auf Isl\u00e4ndisch zu f\u00fchren \u2013 die Menschen schnell Englisch mit mir sprechen, wenn sie bemerkten, dass ich bei weitem keine Muttersprachlerin bin. Im Gro\u00dfen und Ganzen war das sehr hohe Sprachniveau im Englischen, welches hier vorherrscht, sehr vorteilhaft f\u00fcr mich, da ich diesen Praktikumsort unter anderem ausgew\u00e4hlt habe, um auch meine eigene kommunikative Kompetenz im Englischen vor meinem Einstieg ins Referendariat noch einmal aufzufrischen. Wenn man jedoch eine andere Fremdsprache als Englisch zu lernen versucht, ist die Tendenz vieler Menschen, in Island wie auch in Deutschland und vielen anderen L\u00e4ndern, h\u00f6flichkeitshalber zum Englischen zu wechseln, sobald man merkt, dass die Person sich mit der Landessprache schwer tut, eher hinderlich. Insgesamt kommt man vor allem in der isl\u00e4ndischen Hauptstadt somit jedoch auch sehr gut ohne nennenswerte Isl\u00e4ndisch-Kenntnisse zurecht.<\/p>\n<p>Dennoch werde ich, wenn ich noch einmal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit hierher komme, versuchen mich im Vorfeld st\u00e4rker mit dem Erlernen der Sprache auseinanderzusetzen, da ich durch Gespr\u00e4che mit Muttersprachlern und eigene Erfahrungen \u2013 beispielsweise beim Einsteigen in den Bus oder im Supermarkt an der Kasse \u2013 festgestellt habe, dass die isl\u00e4ndische Sprache eine besondere identit\u00e4tsstiftende Funktion f\u00fcr ihre Sprecher hat, und dass viele es sehr sch\u00e4tzen, wenn man versucht sie zu erlernen, obgleich man sie im Alltag hier kaum ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>F\u00fcr deutsche MuttersprachlerInnen soll es insgesamt nicht besonders schwer sein, Isl\u00e4ndisch zu lernen, \u00a0da sich die beiden Sprachen in ihrer Struktur und auch bez\u00fcglich vieler Lehnw\u00f6rter sehr \u00e4hneln, wodurch ich beispielsweise im Supermarkt kaum Probleme habe, zu verstehen, was auf den Lebensmittelverpackungen steht. Allein die Aussprache ist teilweise recht gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, da viele Buchstaben anders ausgesprochen werden als im Deutschen und es zwei Buchstaben, \u00fe und \u00f0, gibt, die die deutsche Sprache nicht kennt. Hierdurch ist es meiner Meinung nach deutlich schwieriger gesprochene Sprache zu verstehen als geschriebene.<\/p>\n<p>Zudem hat einer der Dozierenden sich w\u00e4hrend meines Praktikums einmal einen Spa\u00df daraus gemacht mit den \u201eNicht-Isl\u00e4ndern\u201c des Kurses die isl\u00e4ndische Aussprache zu \u00fcben. Dies war zwar belustigend f\u00fcr alle Beteiligten, aber auch sehr hilfreich. Lediglich bei Worten wie Eyjafjallaj\u00f6kull, Kirkjub\u00e6jarklaustur oder Hvannadalshn\u00fakur komme ich noch immer an meine Grenzen.<\/p>\n<p>Letztens habe ich dann noch ein Wort kennengelernt, das meiner Meinung nach besonders zu Island passt, und zwar der Begriff <em>Gluggave\u00f0ur<\/em>. Dies hei\u00dft \u00fcbersetzt so viel wie &#8220;Fensterwetter&#8221; und bezeichnet das Ph\u00e4nomen, dass es wunderbar sonnig aussieht und es dich eigentlich nach drau\u00dfen zieht, aber die Temperaturanzeige schlappe -10\u00b0C misst und es viel zu windig ist, um sich auch nur ann\u00e4hernd passend dagegen anzuziehen. So genie\u00dft man das sch\u00f6ne Wetter eben vom Fenster oder einem der vielen verglasten Balkons der Stadt aus.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl mich die isl\u00e4ndische Sprache schon bei meinem ersten Besuch auf dieser Insel fasziniert hat, habe ich es bisher leider nicht geschafft, mehr als ein paar S\u00e4tze zur Alltagskommunikation zu lernen. 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