{"id":1192,"date":"2014-05-21T09:16:57","date_gmt":"2014-05-21T07:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=1192"},"modified":"2019-07-15T18:05:30","modified_gmt":"2019-07-15T16:05:30","slug":"taeglich-gruesst-das-murmeltier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/taeglich-gruesst-das-murmeltier\/","title":{"rendered":"T\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier"},"content":{"rendered":"<p><strong style=\"line-height: 1.5;\">09:00 Uhr &#8211; Morgenstund hat Gold im Mund<\/strong><\/p>\n<p>Ein Schild mit der Aufschrift <em>Centro Ricerca<\/em> (aka Forschungszentrum) begr\u00fc\u00dft mich bei der Ankunft am Au\u00dfenposten des Center for Mind\/Brain Sciences in Mattarello, Italien. Nur ein paar Meter dahinter, mein Arbeitsplatz: ein trotz der wohlig warmen Au\u00dfentemperaturen eher k\u00fchl-klimatisierter Computerraum, den ich mir f\u00fcr gew\u00f6hnlich mit einigen einheimischen oder ausw\u00e4rtigen Studenten teile. Erste Reihe, vierter Rechner vom Fenster, die Schmiede der Erkenntnis.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1291\" alt=\"20140424_164555\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/20140424_164555.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>10:30 Uhr &#8211; Debugging<\/strong><\/p>\n<p>Programmieren. Nicht unbedingt eine Kompetenz, die man einem Psychologie-Studenten zuschreiben w\u00fcrde, doch tats\u00e4chlich dreht sich die meiste Zeit meines Praktikums genau darum. Unz\u00e4hlige Zeilen von Code flimmern \u00fcber den Monitor. Einige zum Programmieren von Experimenten, andere zur Datenauswertung und -analyse. Nach rund 90 Minuten Z\u00e4hneknirschen und verzweifelter Versuche, das Skript zum Laufen zu bringen, ist der Fehler gefunden: hier ein Semikolon zu wenig, dort ein Tippfehler. Fortschritt lebt von den kleinen Erfolgen!<\/p>\n<p><strong>12:30 Uhr &#8211; Un panino sulla terrazza<\/strong><\/p>\n<p>Mittagspause. Auf zur Bar und schnell ein belegtes Br\u00f6tchen organisiert. Mal wieder kommt der Gedanke auf, dass ich mir wirklich angew\u00f6hnen sollte, h\u00e4ufiger mal mein eigenes Mittagessen mitzubringen. Zu sp\u00e4t. Mit dem Panino geht es auf die Terrasse, wo sich im Sonnenschein und mit atemberaubendem Ausblick auf die noch immer schneebedeckten Gipfel der Berge um die begehrten Sitzgelegenheiten gestritten wird. Hin und wieder schnappe ich einen italienischen Satz auf. Man merkt deutlich den Anteil internationaler Mitarbeiter, die Weltsprache Englisch setzt sich durch. Neben einigen Anekdoten vom letzten Wochenende wird sich vor allem \u00fcber job-relevante Themen unterhalten. Auch ich kann mich einbringen und berichte von meinem fl\u00fcchtigen Semikolon vom Vormittag.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1289\" alt=\"IMG_2036\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_2036.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>14:00 Uhr &#8211; Lab meeting<\/strong><\/p>\n<p>14:15 Uhr &#8211; die letzten Mitarbeiter trudeln ein und das Treffen der Arbeitsgruppe kann endlich beginnen. Heute steht ein Journal Club auf dem Programm, es wird eine neue Publikation aus der Fachpresse vorgestellt und anschlie\u00dfend diskutiert. Nach wenigen Minuten wird klar, dass die behandelte Studie so einige methodische M\u00e4ngel aufweist. Welcher Reviewer hat denn da bitte sein Okay gegeben? Es folgen hitzige Diskussionen und messerscharfe Wortwechsel. Wissenschaft lebt nun einmal von konkurrierenden Positionen und Interpretationen.<\/p>\n<p><strong>15:30 Uhr &#8211; URGENT! Looking for subjects<\/strong><\/p>\n<p>Probanden f\u00fcr seine Studien zu gewinnen, ist ein hartes Gesch\u00e4ft. Drum kommt es hin und wieder vor, dass der Wissenschaftler selbst zum Versuchskaninchen wird und sich in den Scanner legt. &#8220;Please try to reduce your movements to a minimum!&#8221; Klar doch, ich bin ja kein Anf\u00e4nger. Regungslos wie im Tiefschlaf lasse ich mich ins MRT schieben und versuche, eine vorbildliche Versuchsperson zu sein. Denn nur zu gut wei\u00df ich selbst, dass einem Bewegungsartefakte die Daten ganz sch\u00f6n versauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>16:30 Uhr &#8211; Brainstorming<\/strong><\/p>\n<p>Das Skript vom Vormittag ist durchgelaufen, der Computer hat erste Ergebnisse ausgespuckt. Mein Betreuer stattet mir einen Besuch im Computerraum ab und wirft einen kritischen Blick auf die Ausgabe. Ich wei\u00df, ich wei\u00df, es ist nicht ganz das, was wir uns erhofft haben. Wir gehen noch einmal die Codes durch. Nein, keinen Fehler gemacht, jedes Semikolon ist da, wo es hingeh\u00f6rt. Einstimmig beschlie\u00dfen wir, dass wir wohl noch mal einen Schritt zur\u00fcckgehen m\u00fcssen. Es war nur ein <em>sanity check<\/em>, noch ist nichts verloren. Wir k\u00f6nnen immer noch das Ruder herumrei\u00dfen! Es m\u00fcssen neue Ideen her.<\/p>\n<p><strong>18:00 Uhr &#8211; Fortsetzung folgt<\/strong><\/p>\n<p>Immer noch keinen guten Einfall gehabt. Der Hausmeister klimpert derweil mit dem Schl\u00fcsselbund und scheucht mich aus dem Computerraum. Auf dem Heimweg h\u00f6rt die Gr\u00fcbelei nicht auf. Kurz vor der Haust\u00fcr dann eine z\u00fcndende Idee. Vielleicht&#8230;? Das werde ich morgen weiter verfolgen, daraus k\u00f6nnte man was machen. Jetzt erstmal Feierabend und abschalten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09:00 Uhr &#8211; Morgenstund hat Gold im Mund Ein Schild mit der Aufschrift Centro Ricerca (aka Forschungszentrum) begr\u00fc\u00dft mich bei der Ankunft am Au\u00dfenposten des Center for Mind\/Brain Sciences in Mattarello, Italien. 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