{"id":1166,"date":"2014-04-15T20:40:35","date_gmt":"2014-04-15T18:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=1166"},"modified":"2019-07-15T13:20:26","modified_gmt":"2019-07-15T11:20:26","slug":"you-cant-be-german-you-just-smile-too-much","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/you-cant-be-german-you-just-smile-too-much\/","title":{"rendered":"&#8220;You can&#8217;t be German, you just smile too much&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Genau diesen Satz habe ich von einem Schotten zu h\u00f6ren bekommen&#8230; So viel zu Vorurteilen, es gibt sie wirklich&#8230; Die Deutschen werden also doch als ernstes Volk gesehen&#8230;<\/p>\n<p>Heute m\u00f6chte ich euch aber kurz \u00fcber die schottische Mentalit\u00e4t erz\u00e4hlen. Ich m\u00f6chte gleich vorwegnehmen, dass ich die Schotten kennen und lieben gelernt habe und die deutschen Mitb\u00fcrger sich ab und zu doch ein Beispiel an den Schotten nehmen k\u00f6nnen. Am meisten wurde ich beim Wandern positiv \u00fcberrascht:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn sich zwei Wanderer begegnen, dann ist es normal, dass man sich anl\u00e4chelt und sich begr\u00fc\u00dft oder nach dem Wohlergehen fragt. So hat das Wandern noch mehr Spa\u00df gemacht. Sofern Wanderer einen nicht angeschaut und gegr\u00fc\u00dft haben, wusste man sofort, dass es sich nicht um Schotten handelt. Das Gr\u00fc\u00dfen hat mir sehr gut gefallen, denn ein nettes L\u00e4cheln ist nicht nur freundlich, sondern spornt einen auch zum Wandern an und stimmt einen selbst gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Weiterhin sind die Schotten sehr hilfsbereit und sieht man verwirrt aus, so wird man schnell gefragt, ob man Hilfe ben\u00f6tige. Man braucht auch keine Scheu haben, nach Hilfe zu fragen, bis jetzt hat mir jeder dort geholfen und war stets nett. Generell habe ich bei meinen schottischen Bekannten die Erfahrung gemacht, dass viele eine sehr positive Lebenseinstellung haben und humorvoll sind. Insbesondere die Pausen mit dem Lehrerkollegium waren sehr unterhaltsam. Wenn ich mit den Lehrern w\u00e4hrend meiner Praktika an deutschen Schulen zusammensa\u00df, hatte ich stets das Gef\u00fchl, als wenn sich die Lehrer in den Pausen nicht viel zu sagen haben und ihre Ruhe genie\u00dfen m\u00f6chten. Nebenbei habe ich auch oft den Eindruck, dass zwischen Deutschen ein Konkurrenzdenken herrscht. Soweit ich das beurteilen kann, sind die Schotten einfach viel offener und helfen sich gegenseitig, wir hatten im Netzwerk des &#8220;Modern Language Departments&#8221; auch Ordner, in dem die Kollegen all ihre Lehr- und Lernmaterialien geteilt haben, sodass andere Lehrerinnen diese problemlos nutzen konnten. In den Pausen halten alle stets Pl\u00e4uschchen und ich werde gefragt, wie es mir gehe und ob ich Hilfe br\u00e4uchte, was ich am Wochenende gemacht habe&#8230; Wenn ich mit Kollegen ausgehe, ist es gang und g\u00e4be, dass ich eingeladen werde, womit ich am Anfang wirklich ein paar Probleme hatte, weil ich dann sofort das Gef\u00fchl hatte, als m\u00fcsste ich dann beim n\u00e4chsten Mal bezahlen. Aber das haben meine Kollegen nie erwartet und es auch immer abgelehnt, wenn ich es angeboten habe. Ich dachte zun\u00e4chst, dass es daran liegt, weil es meine Kollegen sind und sie ein Pflichtgef\u00fchl haben, weil ich f\u00fcr sie &#8220;arbeite&#8221;. Aber als ich mit einer Bekannten und ihrem Freund essen war, hat auch er bezahlt.<\/p>\n<p>Davon abgesehen trinken und feiern die Schotten sehr gern. Freitag abends sieht man sehr aufgestylte Frauen mit unglaublichen High Heels und Kleidchen. Von dem, was ich kennen gelernt habe, w\u00fcrde nie eine Frau mit Turnschuhen oder Jeans in eine Disko gehen. Was ich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig fand: Es ist normal, dass man sich direkt nach der Arbeit (ab halb 4) in einem Pub trifft und ein Feierabend-Bier oder Cider trinkt.<\/p>\n<p>Ansonsten sind die Schotten sehr hart gesotten. Bei einer Temperatur gerade einmal \u00fcber dem Gefrierpunkt ist es hier normal mit Ballerinas und ohne Socken herumzulaufen. Jedes Mal, wenn ich so etwas sehe, wird mir ganz kalt. Bei acht Grad laufen die Leute auch schon ohne Jacke oder mit halblangen Hosen herum, wenn ich noch mit meiner Winterjacke und Winterstiefeln herumlaufe, merkw\u00fcrdig. Ich frage mich wirklich, woran das liegen k\u00f6nnte: Vielleicht daran, dass es im Sommer hier nie wirklich \u00fcber 20 Grad werden??? Auch nach drei Monaten Aufenthalt in Schottland habe ich mich noch nicht daran gew\u00f6hnt und kann es auch nicht nachvollziehen, denn mir ist immer noch kalt&#8230;<\/p>\n<p>Lustig finde ich auch, dass die Schotten nur wenig skeptisch sind und Leuten recht schnell vertrauen. Hierzu eine Anekdote: Ich habe ein Bed-and-Breakfast-Hostel in Inverness gebucht. Als ich ankam, war niemand vor Ort, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich sollte eine Telefonnummer anrufen, was ich dann auch tat. \u00dcbrigens, ich hatte die Unterkunft zu diesem Zeitpunkt noch nicht bezahlt und sie hatten auch keine weiteren Daten von mir. Sodann bekam ich am Telefon ein Passwort f\u00fcr eine Art Schl\u00fcsselkasten genannt, der sich an der Haust\u00fcr befand. Mit diesem Passwort konnte ich den Kasten \u00f6ffnen, in dem sich alle m\u00f6glichen Schl\u00fcssel zu dem Haus befanden. Man sagte mir am Telefon, ich k\u00f6nne auch in alle R\u00e4ume schauen, etc. Es war zun\u00e4chst ein wenig kurios, aber es hat alles gut geklappt. In diesem Moment dachte ich auch, der Durchschnittsdeutsche h\u00e4tte sich sicherlich \u00fcber den schlechten Service aufgeregt&#8230;<\/p>\n<p>In meinem n\u00e4chsten Beitrag werde ich euch von der schottischen Landschaft und Kultur berichten&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genau diesen Satz habe ich von einem Schotten zu h\u00f6ren bekommen&#8230; So viel zu Vorurteilen, es gibt sie wirklich&#8230; Die Deutschen werden also doch als ernstes Volk gesehen&#8230; Heute m\u00f6chte ich euch aber kurz \u00fcber die schottische Mentalit\u00e4t erz\u00e4hlen. 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