{"id":10753,"date":"2018-07-16T10:50:04","date_gmt":"2018-07-16T08:50:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=10753"},"modified":"2026-03-25T12:49:59","modified_gmt":"2026-03-25T10:49:59","slug":"rueckblick-auf-meine-zeit-in-natal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/rueckblick-auf-meine-zeit-in-natal\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick auf meine Zeit in Natal"},"content":{"rendered":"<p>Nach meinem viermonatigen Praktikum in einer brasilianischen Anwaltskanzlei bin ich nun sicher wieder in Deutschland und damit auch bei meinem letzten Blogeintrag angekommen. Als grobes Fazit kann ich zun\u00e4chst festhalten, dass sich mein Portugiesisch in den knapp vier Monaten deutlich verbesserte, ich viele Kontakte in der Uni und mit Anw\u00e4lten kn\u00fcpfen konnte und eine Menge \u00fcber das brasilianische Rechtssystem und internationales Gesellschafts- und Steuerrecht erfuhr. Zum Schluss wurde ich zudem mit einer sch\u00f6nen Feier mit zahlreichen Freunden, die mir \u00fcber die Zeit an Herz gewachsen waren, verabschiedet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Erinnerungen daran und an all die anderen gemeinsamen Unternehmungen und sonnigen Strandtage lassen mich auch jetzt noch wehm\u00fctig werden.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10756\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428.jpg 1280w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-585x330.jpg 585w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180224_155428-385x217.jpg 385w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz verlie\u00df ich meine vor\u00fcbergehende Wahlheimat Natal im Nordosten des gr\u00f6\u00dften lateinamerikanischen Landes zun\u00e4chst mit gemischten Gef\u00fchlen.<\/p>\n<p>So l\u00e4sst sich nicht leugnen, dass das Leben dort f\u00fcr einen Europ\u00e4er anfangs gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig sein kann. Beispielsweise sind die einzigen \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel im Stadtverkehr veraltete Busse. Eine bequeme Alternative hierzu stellen zwar Taxi-Apps dar, mit denen man sich schnell und g\u00fcnstig fortbewegen kann. Jedoch k\u00f6nnen auch diese w\u00e4hrend des \u201ehor\u00e1rio de pique\u201c (Hauptverkehrszeit) keine Wunder bewirken, sodass unter der Woche zwischen 7 und 9 Uhr bzw. 17 und 19 Uhr stets mit langen Fahrzeiten zu rechnen ist. Und auch viele sch\u00f6ne Str\u00e4nde und Sehensw\u00fcrdigkeiten au\u00dferhalb der Stadt lassen sich oft nur mittels Autos erreichen, da das Schienennetz sp\u00e4rlich ausgebaut ist und Busse oft nur sehr bekannte Reiseziele anfahren.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Einschr\u00e4nkung im Alltag brachte jedoch die hohe Kriminalit\u00e4t mit sich. Natal ist aufgrund der vielen Raub\u00fcberf\u00e4lle mit keiner deutschen Gro\u00dfstadt und schon gar nicht mit M\u00fcnster vergleichbar. Ich vermied es daher stets, ab Einbruch der Dunkelheit l\u00e4ngere Strecken zu Fu\u00df zur\u00fcckzulegen und auch tags\u00fcber lie\u00df ich \u00e4u\u00dferste Vorsicht walten, wenn ich durch weniger belebte Stra\u00dfen ging. Dinge, die f\u00fcr mich in Deutschland v\u00f6llig normal sind\u00a0 \u2013 wie abends sorglos joggen zu gehen \u2013 waren in Natal an vielen Orten nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wie ich in meinem letzten Beitrag bereits habe anklingen lassen, sind Brasilianer zudem in der Regel deutlich spontaner und weniger stringent als Deutsche. Dies gilt f\u00fcr alle erdenklichen Lebenssituationen. P\u00fcnktlichkeit und das konsequente Umsetzen von Pl\u00e4nen sind in Brasilien nicht immer oberste Priorit\u00e4t. Brasilianer sind meist offen f\u00fcr kurzfristige organisatorische \u00c4nderungen und kennen das Prinzip \u201eKeine Regel ohne Ausnahmen\u201c oftmals nur zu gut. All dies kann bisweilen chaotisch wirken, wie ich etwa bei der urpl\u00f6tzlichen Aussetzung der Visavergabe zu sp\u00fcren bekam, die mich daran hinderte, meinen ersten Flug nach Brasilien anzutreten.<\/p>\n<p>Diese Eindr\u00fccke waren f\u00fcr mich zun\u00e4chst sehr ern\u00fcchternd und ich war bei meiner R\u00fcckkehr nach M\u00fcnster froh, wieder in der Heimat zu sein, da ich die europ\u00e4ische Lebensqualit\u00e4t nun umso mehr zu sch\u00e4tzen gelernt habe. Jetzt aber, nach einigen Wochen zur\u00fcck im \u201ek\u00fchlen\u201c Deutschland muss ich zugeben, dass ich trotz mancher Unannehmlichkeiten meine Zeit in Natal und die freundliche Art der Brasilianer vermisse. Letztlich stellte ich fest, dass Brasilien ziemlich genau das hat, was Deutschland zumindest teilweise fehlt, und umgekehrt. Ein \u201eperfekter\u201c Ort, an dem die positiven Seiten Brasiliens (sch\u00f6nes Wetter, Gastfreundschaft, eine unbeschwerte Lebensart etc.) mit jenen Deutschlands (Sicherheit, Zuverl\u00e4ssigkeit u.a.) gepaart sind, wird in beiden L\u00e4ndern nur schwer zu finden sein. Um zufrieden zu leben, ist es aber auch gar nicht erforderlich, dass alle \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde zu 100 Prozent stimmen. Man sollte daf\u00fcr vielmehr die Dinge akzeptieren, auf die man selbst keinen Einfluss hat. Wenn man dies schafft und sich entsprechend anpasst, l\u00e4sst es sich sowohl in Natal als auch in M\u00fcnster sehr gut leben.<\/p>\n<p>Auch aufgrund dieser Erkenntnis m\u00f6chte ich meine Zeit in Brasilien nicht missen und rate jedem, der mit dem Gedanken spielt, das \u201epa\u00eds tropical\u201c kennen zu lernen, den Schritt zu wagen. Um eine wirklich bereichernde Erfahrung zu haben, ist allerdings das Erfordernis eines akzeptablen Sprachniveaus nicht zu untersch\u00e4tzen. Ohne gute Kenntnisse in der portugiesischen Sprache w\u00e4re mein Aufenthalt nicht halb so interessant gewesen, da Brasilianer insbesondere im Nordosten des Landes in aller Regel \u00fcberhaupt nicht bis minimal Englisch sprechen.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt kann ich mich nur bei den vielen Menschen bedanken, die diesen Aufenthalt einzigartig gemacht haben und hoffe, schon bald wieder dieses wundersch\u00f6ne, exotische Land besuchen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>At\u00e9 logo!<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10755\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513.jpg 1280w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-585x330.jpg 585w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180425_130513-385x217.jpg 385w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach meinem viermonatigen Praktikum in einer brasilianischen Anwaltskanzlei bin ich nun sicher wieder in Deutschland und damit auch bei meinem letzten Blogeintrag angekommen. 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