{"id":10364,"date":"2018-05-04T08:44:08","date_gmt":"2018-05-04T06:44:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=10364"},"modified":"2026-04-01T11:43:37","modified_gmt":"2026-04-01T09:43:37","slug":"rueckblick-und-kurzes-fazit-praktikum-im-french-department-der-norwich-school","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/rueckblick-und-kurzes-fazit-praktikum-im-french-department-der-norwich-school\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick und kurzes Fazit: Praktikum im French Department der Norwich School"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Stunde in jeder Klasse: \u201eGuten Morgen! Ich bin die neue Franz\u00f6sisch-Praktikantin f\u00fcr dieses <em>Term<\/em>, aber ich komme aus Deutschland.\u201c Eine Klasse voller verwirrter Gesichter schaut mich an, denn im Franz\u00f6sischunterricht haben sie eigentlich eine Praktikantin aus Frankreich erwartet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist schlie\u00dflich auch kein Normalfall, im Ausland Praktikantin in einer Sprache zu sein, welche nicht die eigene Muttersprache ist. Selbst in meiner letzten Praktikumswoche, als ich kurz den Unterricht des deutschen Mitpraktikanten st\u00f6ren musste und mit ihm auf Deutsch sprach, fragte mich eine Sch\u00fclerin, die ich aus dem Franz\u00f6sichunterricht kannte und etwas durcheinander war, wieso ich denn jetzt pl\u00f6tzlich so gut Deutsch sprechen w\u00fcrde. \u201eWeil ich aus Deutschland komme.\u201c \u2013 \u201eBist du keine Franz\u00f6sin?\u201c<\/p>\n<p>Obwohl meine Situation zun\u00e4chst bei Sch\u00fcler_innen sowie bei einigen Lehrkr\u00e4ften f\u00fcr etwas Verwirrung gesorgt hat, bin ich sehr froh dar\u00fcber, dass ich bei meiner Bewerbung f\u00fcr das Praktikum \u00fcber das ZfL der Universit\u00e4t M\u00fcnster das Gl\u00fcck hatte, dass neben dem <em>German Department<\/em> auch das <em>French Department<\/em> der Norwich School Interesse an Praktikant_innen hatte und mich akzeptiert hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aufgabenbereiche im <em>French Department<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nachdem der gesamte Papierkram erledigt war (gef\u00fchlt hat mir die Schule die gleichen Dokumente zugeschickt, die auch neu-eingestellte Lehrer bekommen w\u00fcrden, so etwas gab es in Frankreich nicht), konnte es Anfang Januar endlich losgehen! Meine erste Woche war bez\u00fcglich des Ablaufs noch ziemlich untypisch: am ersten Tag gab es einen <em>teacher training day<\/em>, einen Fortbildungstag, durch den ich in Ruhe mehr \u00fcber die Funktionsweise und Prinzipien der Schule herausfinden konnte, viele der Kollegen und Sprachassistentinnen kennengelernt habe sowie meinen <em>lanyard<\/em> mit <em>badge<\/em> erhielt und die Schule gezeigt bekam. Und schon geh\u00f6rte ich dazu! An den anderen Tagen der ersten Woche habe ich die franz\u00f6sische Sprachassistentin \u2013 die auch tats\u00e4chlich Franz\u00f6sin ist \ud83d\ude00 \ud83d\ude09 \u2013 bei ihrer Arbeit begleitet. Sie hat mit den Oberstufensch\u00fcler_innen (L6 und U6) einzeln oder in Kleingruppen am m\u00fcndlichen Ausdruck im Rahmen der im Unterricht behandelten Themen gearbeitet.<\/p>\n<p>Ab meiner zweiten Woche war ich dann unabh\u00e4ngig von der Sprachassistentin unterwegs und habe in der Senior School mit den Unter- und Mittelstufensch\u00fcler_innen (L4 bis U5) gearbeitet. Wenn ich gemeinsam mit einer Lehrkraft im Klassenraum war, habe ich haupts\u00e4chlich die Sch\u00fcler_innen w\u00e4hrend ihrer Arbeit unterst\u00fctzt, bspw. sprachliche Korrekturen und Hilfestellungen gegeben sowie einzelne Sch\u00fcler_innen mit besonderem Unterst\u00fctzungsbedarf betreut. Au\u00dferhalb des Klassenraums habe ich mit den Sch\u00fcler_innen individuell oder in Kleingruppen Sprachspiele gemacht und mit ihnen ihr m\u00fcndliches Franz\u00f6sisch trainiert, sowie mit schw\u00e4cheren Sch\u00fcler_innen Klassenarbeiten vor- oder nachbereitet. Das Training der m\u00fcndlichen Sprachkompetenz stand aber im Mittelpunkt meiner Arbeit, denn besonders die Sch\u00fcler_innen der U5 sollten auf ihre m\u00fcndlichen IGCSE-Pr\u00fcfungen (schwer vergleichbar mit dem deutschen System, evtl. wie die ZP 10 zu meiner Schulzeit) im M\u00e4rz vorbereitet werden. Dazu gab es auch extra <em>speaking practice sessions<\/em>. Au\u00dferdem durfte ich einige Vertretungsstunden machen, habe die <em>French Clinic<\/em>, eine f\u00fcr alle Sch\u00fcler_innen ge\u00f6ffnete w\u00f6chentliche Nachhilfestunde, unterst\u00fctzt und gemeinsam mit der Sprachassistentin zwei Klassen der <em>Lower School<\/em> in Franz\u00f6sisch alleine unterrichtet, hier allerdings vor allem spielerisch. Zudem habe ich an den <em>Department Meetings<\/em> teilgenommen, in denen ich einen tiefen Einblick in die Arbeit der Franz\u00f6sischlehrkr\u00e4fte an der Schule erhalten konnte.<\/p>\n<p><em><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10401 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_20180321_143919.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>New Building<\/em> &#8211; eines der \u00e4ltesten Geb\u00e4ude der Schule &amp; Franz\u00f6sisch-Spanisch-Geb\u00e4ude<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>T\u00e4gliche Erfahrungen und Eindr\u00fccke im Praktikum<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem allgemeinen Schulleben und \u2013alltag (siehe letzter Blogbeitrag) habe ich nat\u00fcrlich auch im t\u00e4glichen Unterricht viele Eindr\u00fccke und Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen. Besonders wichtig finde ich die Tatsache, dass ich mich von Anfang an an der Schule wohl gef\u00fchlt habe. Das liegt sicherlich an vielen Faktoren: daran, dass meine Betreuungslehrerin mich vom Bahnhof abgeholt hat, mir am Ankunftstag die Schule gezeigt hat und erkl\u00e4rt hat, wo ich hin muss. Am ersten \u201eEingew\u00f6hnungstag\u201c, wo ich in Ruhe und ohne normalen Schulbetrieb die anderen Lehrkr\u00e4fte kennenlernen konnte, sowie an der ersten \u201eEingew\u00f6hnungswoche\u201c. Und an anderen Faktoren wie <em>lanyard<\/em> und <em>badge<\/em> (Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl)<em>,<\/em> am universellen <em>you<\/em> und am Ansprechen fast aller Lehrkr\u00e4fte mit Vornamen sowie an der generell freundlichen und typisch englischen, h\u00f6flichen Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Diese Atmosph\u00e4re spiegelte sich auch im Sch\u00fclerverhalten wieder. Wenn die Sch\u00fcler_innen den Klassenraum verlassen (nachdem sie sich nach dem Zusammenpacken der Unterlagen hinter ihren Stuhl stellen und darauf warten, dass die Lehrkraft sie nach und nach verabschiedet!), sagen sie \u201eThank you, Miss\u201c oder \u201eThank you, Sir\u201c zur Lehrkraft \u2013 und auch zu mir in Vertretungsstunden oder nachdem sie mit mir Sprachspiele o.\u00e4. vor dem Klassenraum gemacht haben. Das kann ich mir in Deutschland nicht vorstellen. Generell kann man \u00fcber die Sch\u00fcler_innen au\u00dferdem sagen, dass sie Interesse am Lernen haben und respektvoll und freundlich gegen\u00fcber den Lehrkr\u00e4ften und Mitarbeitern sind. Nat\u00fcrlich testen die Sch\u00fcler_innen auch, wie weit sie bei einzelnen Lehrpersonen gehen k\u00f6nnen und werden dann schon einmal unruhig, aber das ist ja kein Geheimnis \ud83d\ude09 .<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-10400 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"331\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270273.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/><\/a><\/p>\n<p><u>Fremdsprachen- und Franz\u00f6sischunterricht<\/u><\/p>\n<p>Allgemein l\u00e4sst sich zum Fremdsprachen- bzw. Franz\u00f6sischunterricht sagen, dass gerade in den unteren Klassen der <em>Senior School<\/em> aus meiner Sicht wenige Wochenstunden f\u00fcr Franz\u00f6sisch angesetzt sind. In der L4 haben die Sch\u00fcler_innen nur zwei Wochenstunden Franz\u00f6sischunterricht. Da sie noch eine zweite Fremdsprache (Spanisch oder Deutsch) parallel lernen, die auch nur zwei Wochenstunden unterrichtet wird, kommt es h\u00e4ufig zu <em>interference errors<\/em>. Tats\u00e4chlich ist es dann ziemlich praktisch, die anderen Sprachen zu kennen, um den Sch\u00fcler_innen sagen zu k\u00f6nnen, dass sie gerade in eine andere Sprache gerutscht sind. Meine Spanisch-Kenntnisse haben sich also endlich einmal ausgezahlt. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die Sch\u00fcler_innen Ende der U4 schon entscheiden, wie viele Sprachen sie weiterhin lernen m\u00f6chten, was aus meiner Perspektive recht fr\u00fch ist. Praktisch ist es hingegen, dass meist alle Franz\u00f6sischklassen einer Stufe gleichzeitig stattfinden. Dadurch k\u00f6nnen die Sch\u00fcler_innen in ihren Franz\u00f6sischkursen nach Niveau-Stufen organisiert werden und die Option eines Wechsels zwischen den Gruppen ist trotzdem m\u00f6glich \u2013 das Spektrum geht von einer <em>top-set<\/em> Gruppe mit starken Sch\u00fcler_innen bis zu einer <em>bottom-set<\/em> Gruppe mit schw\u00e4cheren Sch\u00fcler_innen. Dennoch ist das Niveau unter den Sch\u00fcler_innen sehr heterogen. Eine weitere M\u00f6glichkeit durch diese Organisation ist, dass Arbeiten (sog. <em>end of units tests<\/em>) immer parallel geschrieben werden und f\u00fcr alle Sch\u00fcler_innen einer Stufe identisch sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine gewisse Besonderheit in England sind die IGCSE Pr\u00fcfungen am Ende der U5, vor Eintritt in die Oberstufe. In den modernen Fremdsprachen m\u00fcssen die Sch\u00fcler_innen nicht nur schriftliche Pr\u00fcfungen, sondern auch eine m\u00fcndliche Pr\u00fcfung ablegen. In dieser m\u00fcndlichen IGCSE Pr\u00fcfung m\u00fcssen die Sch\u00fcler_innen eine Pr\u00e4sentation zu einem beliebigen Thema halten, woraufhin einige spontane Fragen gestellt werden, ein spontanes Rollenspiel mit dem Pr\u00fcfer durchspielen und Fragen zu verschiedenen Themengebieten wie Wohnsituation, Familie, Sport, Reisen oder Globalisierung beantworten. In der Vorbereitung auf die Pr\u00fcfung erhalten die Sch\u00fcler_innen bereits den gesamten Fragenkatalog und bereiten die Pr\u00e4sentation sowie die Fragen schriftlich vor und die Lehrkr\u00e4fte korrigieren diese schriftlich. Dies resultiert in einem hohen Grad von Auswendiglernen und Reproduktion in der Pr\u00fcfung, was aus einer deutschen Perspektive ziemlich ungewohnt ist, da ich bisher den Eindruck hatte, dass in Deutschland vor allem die spontane Sprachproduktion z\u00e4hlt, auch wenn dabei sprachliche Fehler gemacht werden. Der Fokus scheint in England anders gew\u00e4hlt zu werden.<\/p>\n<p>Ein weiterer markanter Unterschied zwischen dem englischen, deutschen und tats\u00e4chlich auch dem \u00a0franz\u00f6sischen Schulsystem besteht in der Anzahl der F\u00e4cher, in dem die <em>A-Levels<\/em>, das Abitur bzw. das <em>baccalaur\u00e9at<\/em> geschrieben werden bzw. die bis dahin belegt werden. W\u00e4hrend franz\u00f6sische Sch\u00fcler_innen alle F\u00e4cher bis zum <em>baccalaur\u00e9at<\/em> behalten und auch in allen F\u00e4chern eine Abiturpr\u00fcfung ablegen m\u00fcssen, m\u00fcssen deutsche Sch\u00fcler_innen mindestens ein Fach aus jedem Bereich bis zum Abitur behalten und haben in vier ausgew\u00e4hlten F\u00e4chern ihre Abiturpr\u00fcfungen. Damit liegt Deutschland zwischen zwei Extremen: Frankreich und England. Denn in England reduzieren die Sch\u00fcler_innen ihre F\u00e4cher bis zur Oberstufe (L6 und U6) auf drei bis vier F\u00e4cher und schreiben daher nat\u00fcrlich auch nur in diesen F\u00e4chern ihre Abiturpr\u00fcfungen! Beispielsweise k\u00f6nnten Sch\u00fcler_innen ihre <em>A-Levels<\/em> also nur in Franz\u00f6sisch, Geschichte und Politik machen. W\u00e4hrend das nat\u00fcrlich seine Vorteile haben kann, finde ich diese fr\u00fchen Entscheidungen f\u00fcr so wenige F\u00e4cher aufgrund von Allgemeinbildung eher schwierig.<\/p>\n<p><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10408 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1270291.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><u>Unterrichtserfahrungen<\/u><\/p>\n<p>Was mein eigenes Unterrichten im Franz\u00f6sischen anbelangt, habe ich einen gro\u00dfen Unterschied zum Franz\u00f6sisch Unterrichten in Deutschland festgestellt \u2013 denn ich musste die franz\u00f6sische Grammatik nat\u00fcrlich auch auf Englisch erkl\u00e4ren und dabei fehlte mir h\u00e4ufig die passende und exakte englische Terminologie, da ich sie im Vergleich der beiden Sprachen noch nie ben\u00f6tigt habe. Was hei\u00dft \u201eAngleichung\u201c auf Englisch? <em>Agreement<\/em>. Wenn sie von <em>past<\/em> <em>tense<\/em> reden, meinen sie dann <em>imparfait<\/em> oder <em>pass\u00e9 compos\u00e9<\/em>? Aber es war f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte selbstverst\u00e4ndlich und nie ein Problem, mir dies schnell zu erkl\u00e4ren. Im Vergleich zum Unterrichten von Deutsch (in Montpellier), muss ich allerdings sagen, dass ich es auf eine gewisse Weise einfacher und angenehmer fand, Franz\u00f6sisch (in Norwich) zu unterrichten. Das hat aber nichts mit der \u00d6rtlichkeit oder der Schule zu tun! Im Franz\u00f6sischen sind mir, weil ich die Sprache selbst als Fremdsprache gelernt habe, die Regeln wesentlich bewusster als im Deutschen. Des Weiteren waren meine Perspektive auf die Sprache und die der Sch\u00fcler_innen identisch. Trotz einer gewissen Unsicherheit, weil ich keine Muttersprachlerin bin, haben diese Faktoren die Arbeit erleichtert.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem konnte ich einige neue Unterrichtsmethoden w\u00e4hrend meines Praktikums kennenlernen und mitnehmen, wobei ich hier nur ein paar Beispiele anf\u00fchren kann. Zum Einen fand ich es sehr interessant, dass Musikh\u00f6ren bei der Bearbeitung von Aufgaben in Einzelarbeit toleriert und die Sch\u00fcler_innen sogar dazu ermutigt werden. Tats\u00e4chlich hatte ich den Eindruck, dass sich dadurch viele besser konzentrieren konnten. Zum Anderen stellen sich manche Lehrkr\u00e4fte am Ende der Stunde nach der Verabschiedung der Sch\u00fcler_innen an die T\u00fcr des Klassenraums und wollen von allen Sch\u00fcler_innen je eine fachbezogene Information (bspw. zu einem neuen Grammatikpunkt oder Vokabeln) aus der Stunde haben, die sie vorher spezifiziert haben. Eine wirklich gute Strategie finde ich au\u00dferdem die Poster in den Klassenr\u00e4umen der Franz\u00f6sisch-Lehrkr\u00e4fte, auf denen Hinweise stehen, wie man sich selbst helfen kann, bevor man die Lehrkraft fragt, bspw. mithilfe von W\u00f6rterb\u00fcchern. Da die Klassenr\u00e4ume mit wirklich allem ausgestattet sind (W\u00f6rterb\u00fcchern, Whiteboard, Smartboard, Schulb\u00fcchern, DVDs und B\u00fcchern in der Fremdsprache, dem Schul-Laptop der Lehrkraft und einem zus\u00e4tzlichen Monitor, \u2026) ist die Durchf\u00fchrung dieser Selbsthilfe auch realistisch. Aufgrund der Tatsache, dass die Klassenr\u00e4ume die R\u00e4ume der Lehrkraft sind, werden die W\u00e4nde auch h\u00e4ufig mit Grammatik-Regeln, n\u00fctzlichen Formulierungen, Postern der Sch\u00fcler_innen, Flaggen etc. behangen. Bei Grammatik-Regeln besteht allerdings die Gefahr, dass die Sch\u00fcler_innen sich \u201eauf die Wand\u201c verlassen und zu schnell nachschauen, wenn sie sich unsicher sind.<\/p>\n<p>Auch in der <em>Lower School<\/em> habe ich spannende Methoden kennengelernt, die aber haupts\u00e4chlich f\u00fcr Grundschullehrkr\u00e4fte passen sind, wie bspw. einen Plastik-Keks aus der <em>cookie jar<\/em> herausnehmen, wenn die ganze Klasse zu laut ist (Mann, was hat das funktioniert!) oder <em>warnings<\/em> aussprechen und wenn diese missachtet wird eine <em>caution<\/em>, wonach die Sch\u00fcler_innen ihr Verhalten rechtfertigen m\u00fcssen. Mit nur einer 35-Minuten Stunde pro Woche (an der <em>Lower School<\/em> sind die Stunden nochmal k\u00fcrzer) war es leider aber auch schwer, Franz\u00f6sisch \u201eordentlich\u201c beizubringen oder die Sch\u00fcler_innen mithilfe von Noten und Kommentaren zu bewerten, was auch die Aufgabe von uns, der Sprachassistentin und mir, war. Generell ist es bei der Notengebung so, dass ein C (wie eine deutsche 3; Skala von A*, A+, A, B+, B, C+, C, \u2026 von gut nach schlecht) bereits als schlechte(re) Note gesehen wird. Benotet wird nach <em>effort<\/em> (M\u00fche) und <em>attainment <\/em>(Leistung). In den <em>Lower School<\/em> Stunden habe ich zudem festgestellt, dass ich mehr Spa\u00df im Unterrichten an einer weiterf\u00fchrenden Schule habe, auch wenn die Sch\u00fcler_innen wirklich goldig sind!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kurzes, r\u00fcckblickendes Fazit zu meiner Zeit an der Norwich School<\/strong><\/p>\n<p>R\u00fcckblickend war es toll und vor allem bereichernd f\u00fcr mich pers\u00f6nlich, aber auch f\u00fcr mich in meiner sp\u00e4teren Rolle als Englischlehrerin, das Leben an einer englischen <em>independent school<\/em> so intensiv kennenlernen zu d\u00fcrfen. Ich wurde sehr herzlich vom French Department aufgenommen, hatte immer etwas zu tun, sodass es nie langweilig wurde, und zudem hatte ich auch sehr interessante und abwechslungsreiche Aufgaben, die mich weiter gebracht haben. Ich freue mich sehr, dass mir so viel zugetraut wurde und ich in verschiedenen, teilweise auch f\u00fcr mich neuen Bereichen (z.B. Benotung und Vertretungsunterricht) Erfahrungen sammeln konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a class=\"trawell-popup-img\" href=https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476.jpg  data-size=\"{&quot;w&quot;:1920,&quot;h&quot;:1280}\" ><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-10406 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"335\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/P1280476.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 335px) 100vw, 335px\" \/><\/a>Mein t\u00e4glicher Schulweg mit Blick auf den <em>Common Room<\/em><\/p>\n<p>Das Schulleben und der Schulalltag in England (siehe v.a. letzter Blogbeitrag) ist f\u00fcr mich eine vollkommen andere und neue Erfahrung gewesen als in Frankreich oder Deutschland \u2013 und selbstverst\u00e4ndlich ist Schule in England auch kulturell v\u00f6llig anders gepr\u00e4gt. Und obwohl es in der Praxis eines Lehrers oder einer Lehrerin nat\u00fcrlich Parallelen gibt \u2013 gerade im Fremdsprachenunterricht \u2013 findet man auch immer wieder Aspekte, die einfach anders ablaufen oder anders gehandhabt werden als im Heimatland, was man aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Meinen Eindruck habe ich hier geschildert. Einen generellen, allumfassenden Vergleich kann ich aber eigentlich gar nicht so richtig ziehen \u2013 es war super, aber vollkommen anders.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Stunde in jeder Klasse: \u201eGuten Morgen! Ich bin die neue Franz\u00f6sisch-Praktikantin f\u00fcr dieses Term, aber ich komme aus Deutschland.\u201c Eine Klasse voller verwirrter Gesichter schaut mich an, denn im Franz\u00f6sischunterricht haben sie eigentlich eine Praktikantin aus Frankreich erwartet.<\/p>\n","protected":false},"author":425,"featured_media":10406,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1248,1250,2071,2042],"tags":[9,70,39,13,27,1521,1186,1350,117],"class_list":["post-10364","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europa","category-grossbritannien","category-lehramt","category-soziales-und-paedagogik","tag-auslandspraktikum","tag-england","tag-erasmus","tag-grossbritannien","tag-norwich","tag-norwich-school","tag-praktikumsalltag","tag-praktikumsfazit","tag-schulpraktikum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10364"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/users\/425"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10364"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10440,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10364\/revisions\/10440"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}