{"id":10114,"date":"2018-04-16T10:31:46","date_gmt":"2018-04-16T08:31:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=10114"},"modified":"2024-07-12T11:31:44","modified_gmt":"2024-07-12T09:31:44","slug":"mein-praktikum-in-gabun-sonne-strand-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/mein-praktikum-in-gabun-sonne-strand-und-mehr\/","title":{"rendered":"Mein Praktikum in Gabun &#8211; Sonne, Strand und mehr?"},"content":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte euch von meinem sechsw\u00f6chigen Praktikum an der Universit\u00e4t von Libreville, der Hauptstadt Gabuns, berichten. Dort habe ich mit einer Freundin zusammen Studenten in Deutsch unterrichtet, die sp\u00e4ter einmal Deutschlehrer an afrikanischen Schulen oder Dozenten an der Uni werden wollen. In meinem ersten Post m\u00f6chte ich \u00fcber das Land und das allt\u00e4gliche Leben in Gabun berichten, welches f\u00fcr uns gerade in den ersten Wochen sehr gew\u00f6hungsbed\u00fcrftig war.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal ist zu sagen, dass es sich bei Gabun um ein im Vergleich zu anderen afrikanischen L\u00e4ndern relativ reiches Land handelt. Die Gabuner bezeichnen ihr Land ganz gerne selbst als die Schweiz Afrikas. Der Wohlstand ist aber nat\u00fcrlich nicht ann\u00e4hernd mit dem vergleichbar, was wir aus Deutschland gewohnt sind und auch noch lange nicht bei allen Menschen angekommen. Gerade im Stadtzentrum von Libreville merkt man deutlich, wie arm und reich aufeinandertreffen und teure Autos sich durch Menschen schl\u00e4ngeln, die auf der Stra\u00dfe leben. Obdachlose gibt es in Libreville relativ viele und auch der ein oder andere Nackte kommt einem entgegen.<\/p>\n<p>Die meisten Menschen in Libreville sind Ausl\u00e4ndern gegen\u00fcber sehr freundlich. \u00dcberall, wo man hingeht, h\u00f6rt man ein freundliches \u201eBonjour madame\u201c oder \u201eBonsoir les filles\u201c. Einige, gerade M\u00e4nner, \u00fcbertreiben es mit der Freundlichkeit jedoch auch etwas und werden leider sehr anh\u00e4nglich. So haben meine Freundin und ich w\u00e4hrend unserer Zeit in Libreville unz\u00e4hlige Heiratsantr\u00e4ge bekommen und dass wir wundersch\u00f6n sind, k\u00f6nnen wir auch nicht mehr h\u00f6ren. Da wir beide auch noch blond sind und somit dem Sch\u00f6nheitsideal der M\u00e4nner hier entsprechen, waren wir allerdings auch immer etwas vorsichtig, wenn wir alleine unterwegs waren. Wir haben aufgepasst, dass wir uns trotz der Hitze nicht zu freiz\u00fcgig kleiden und es auch vermieden, im Dunkeln alleine unterwegs zu sein. Das ist auch auf jeden Fall zu empfehlen, da die Kriminalit\u00e4tsrate in Libreville sehr hoch ist und gerade Touristen \u00fcberfallen werden, was meine Freundin und ich auch leider einmal miterleben mussten.<\/p>\n<p>Wenn einer von euch plant, nach Libreville zu reisen, w\u00fcrde ich wenigstens ein paar Grundkenntnisse in Franz\u00f6sisch empfehlen. An der Uni wurde zwar ohne Probleme Deutsch gesprochen, auf der Stra\u00dfe oder in Restaurants sind die Menschen allerdings oft beleidigt, wenn man sagt, man k\u00f6nne kein Franz\u00f6sisch und Englisch hilft nur selten weiter. Auch mit den Taxifahrern spricht man Franz\u00f6sisch, die Aussprache der Taxifahrer ist jedoch eher eine freie Interpretation der Sprache\u2026 Generell f\u00e4hrt man in Libreville immer Taxi, wenn man irgendwo hin m\u00f6chte. \u00d6ffentliche Verkehrsmittel gibt es, bis auf die Taxibusse, bei denen 19 Menschen in ein Bulli gestopft werden, nicht. Taxifahrten sind aber relativ g\u00fcnstig und laufen ist bei der Hitze meistens eher schwierig.<\/p>\n<p>Gewohnt haben meine Freundin und ich im Kloster von Sainte-Marie. Dort vermieten die Schwestern Zimmer wahlweise mit Klimaanlage oder auch Ventilator. Wohnen ist in Libreville allerdings genauso wie Lebensmittel, recht teuer. Wir haben f\u00fcr ein Zweierzimmer f\u00fcr 6 Wochen jeder umgerechnet 600\u20ac gezahlt. Das Zimmer darf man sich hierbei nicht wie ein Hotelzimmer vorstellen, sondern sehr einfach mit nur dem N\u00f6tigsten und auch ehrlich gesagt, nicht sehr sauber. Trotzdem w\u00fcrde ich bei einem Aufenthalt in Libreville wieder ein Zimmer im Kloster nehmen, da wir es wichtig fanden, einen R\u00fcckzugsort zu haben und mal nur f\u00fcr uns sein zu k\u00f6nnen, was schwierig w\u00e4re, wenn wir beispielsweise in einer Familie gewohnt und kein eigenes Zimmer gehabt h\u00e4tten. Zudem ist die Lage des Klosters sehr gut. In Fu\u00dfn\u00e4he sind zwei gro\u00dfe Superm\u00e4rkte sowie einige Restaurants zu erreichen und zur Uni sind wir mit dem Taxi f\u00fcr ca. 2\u20ac gefahren.<\/p>\n<p>Restaurants, Bars und Caf\u00e9s gibt es in Libreville viele. Sie sind allerdings oft auch sehr teuer. Deshalb haben wir uns des \u00d6fteren Essen am Stra\u00dfenrand gekauft. Nahezu \u00fcberall in der Stadt gibt es St\u00e4nde, an denen gabunische Frauen einheimisches Essen verkaufen, w\u00e4hrend man im Supermarkt fast nur importierte Waren findet. Besonders das Obst und belegte Baguettes kann man sehr gut und g\u00fcnstig am Stra\u00dfenrand kaufen. Aufpassen sollte man besonders bei dem Wasser in Gabun. Leitungswasser zu trinken ist uns nicht so gut bekommen und auch bei Eisw\u00fcrfeln sollte man aufpassen. In einigen Restaurants werden die Wasserflaschen auch mit Leitungswasser aufgef\u00fcllt, deshalb empfiehlt es sich immer zu gucken, ob die Flaschen auch wirklich richtig verschlossen sind.<\/p>\n<p>Wenn meine Freundin und ich nicht in der Uni waren, sind wir nat\u00fcrlich gerne an den Strand gegangen. Der Stadtstrand von Libreville ist wegen des ganzen M\u00fclls zwar kein Traumstrand, aber mit der Zeit haben wir uns daran gew\u00f6hnt. Wichtig ist allerdings auch hier, dass man keinen verlassenen Strandabschnitt w\u00e4hlt, sondern sich da aufh\u00e4lt, wo andere Menschen am besten Familien sind, da sonst die Gefahr zu gro\u00df ist, dass man \u00fcberfallen wird. Sehr zu empfehlen ist der Strand von Pointe-Denis. Hier f\u00e4hrt man mit einem Boot r\u00fcber und findet wei\u00dfen Sandstrand und hellblaues Wasser. Da das ganze allerdings nicht ganz billig ist, haben wir uns das nur zwei Mal geg\u00f6nnt. Libreville ist umgeben von einigen Nationalparks. Wir haben einen Ausflug nach Nyoni\u00e9 gemacht und dort zum ersten Mal eine Safari mitgemacht und Affen und Elefanten gesehen. Das kann ich nur jedem empfehlen, der nach Gabun reist. Ansonsten ist das Freizeitangebot in Libreville relativ mager, vor allem wenn man im Dunkeln nicht mehr rausgehen soll&#8230; deshalb hatten wir w\u00e4hrend der sechs Wochen auch \u00f6fter ziemliche Langeweile. Einige Male haben wir unsere Studenten gebeten, etwas mit uns zu unternehmen und uns einige Orte zu zeigen. So haben wir einige M\u00e4rkte besucht, auf denen wir ohne Hilfe der Studenten wahrscheinlich ziemlich \u00fcber den Tisch gezogen worden w\u00e4ren, und das Zentrum von Libreville besichtigt. Das war auf jeden Fall sehr toll.<\/p>\n<p>Die Menschen, die mich mit ihrer Freundlichkeit am meisten begeistert haben, waren gleichzeitig auch die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit f\u00fcr mich. Der Unterschied der Kulturen ist in Libreville deutlich zu sp\u00fcren. Uhrzeiten spielen so gut wie gar keine Rolle und das Leben findet haupts\u00e4chlich auf der Stra\u00dfe statt. Da das Freizeitangebot so bescheiden ist, besteht der Alltag der Menschen zu einem gro\u00dfen Teil aus Rumh\u00e4ngen. Man hat allerdings das Gef\u00fchl, dass die Gabuner mit ihrem Leben so, wie es ist, zufrieden sind. So gew\u00f6hnt man sich nach und nach an den Tagesrhythmus der Menschen und passt sich dem an&#8230;trotzdem bin ich froh, zu Hause wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte euch von meinem sechsw\u00f6chigen Praktikum an der Universit\u00e4t von Libreville, der Hauptstadt Gabuns, berichten. Dort habe ich mit einer Freundin zusammen Studenten in Deutsch unterrichtet, die sp\u00e4ter einmal Deutschlehrer an afrikanischen Schulen oder Dozenten an der Uni werden wollen. 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