{"id":10095,"date":"2018-04-16T08:52:24","date_gmt":"2018-04-16T06:52:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/?p=10095"},"modified":"2024-07-12T11:33:26","modified_gmt":"2024-07-12T09:33:26","slug":"beruf-lehrer-sowas-macht-mann-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uni-muenster.de\/CareerService\/blog-erasmus\/beruf-lehrer-sowas-macht-mann-nicht\/","title":{"rendered":"Beruf Lehrer: Sowas macht man(n) nicht!"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend unseres Praktikums hier in Georgien sind wir an einer georgischen Privatschule und unterrichten zusammen mit den georgischen Lehrerinnen Deutsch in den Jahrgangsstufen f\u00fcnf bis zehn. Soweit zun\u00e4chst zum organisatorischen Rahmen.<\/p>\n<p>Bereits innerhalb der ersten Woche fielen mir zwei Aspekte auf: 1) im Lehrerzimmer war ich die einzige m\u00e4nnliche Lehrkraft und 2) sowohl die Lehrerinnen als auch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler (im Weiteren wird Sch\u00fcler f\u00fcr beide Geschlechter genutzt) wandten sich im Unterricht eher an meine Kommilitonin (Pia), als an mich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die erste Beobachtung ist f\u00fcr mich als angehender Grundschullehrer erstmal keine Besonderheit. Als Grundschullehrer erstmal keine Besonderheit, denn in diesem Berufszweig ist man oft der einizige m\u00e4nnliche Vertreter. An weiterf\u00fchrenden Schulen trifft man allerdings wesentlich h\u00e4ufiger auf m\u00e4nnliche Lehrkr\u00e4fte, von daher k\u00f6nnte man dies ebenso f\u00fcr georgische Schulen annehmen und mutma\u00dfen, dass es sich bei unserer Praktikumsschule um einen Sonderfall handelt. An dieser Stelle sei bereits erw\u00e4hnt, dass es kein Sonderfall ist.<\/p>\n<p>Die zweite Beobachtung ist schwieriger, bezogen auf die m\u00f6glichen Ursachen. Es k\u00f6nnte nat\u00fcrlich daran liegen, dass meine Kommilitonin beliebter bei den Sch\u00fclern ist. Daran liegt es jedoch nicht, denn die Sch\u00fcler freuen sich generell \u00fcber unsere Anwesenheit.<\/p>\n<p>Doch woran liegt es jetzt und was ist der Grund f\u00fcr die geringe Quote an m\u00e4nnlichen Lehrern (es gibt einige wenige, die allerdings das Lehrerzimmer meiden)?<\/p>\n<p>Der ausschlaggebende Grund ist die Bezahlung und das (noch weit verbreitete) gesellschaftliche Rollenverst\u00e4ndnis eines Mannes. Der Mann gilt als der Hauptversorger der Familie, was bedeutet, dass er derjenige ist, der das meiste Geld \u201enach Hause bringt\u201c. Deshalb verdienen in vielen Berufen die M\u00e4nner mehr, als ihre weiblichen Kolleginnen. Im Lehrerberuf ist dies jedoch nicht der Fall, hier verdienen beide Geschlechter gleich viel. Somit kann ein Mann in diesem Berufszweig nicht mehr zum Lebensunterhalt beisteuern als eine Frau in dem Beruf. Dies wird in der Gesellschaft noch argw\u00f6hnisch betrachtet und deshalb findet man derzeit auch wenig m\u00e4nnliche Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Als Folge davon sind die Sch\u00fcler den Umgang mit m\u00e4nnlichen Lehrkr\u00e4ften nicht gew\u00f6hnt und wenden sich aus Reflex an die weiblichen Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Warum in dem Lehrerzimmer der Praktikumsschule selten m\u00e4nnliche Lehrkr\u00e4fte anzutreffen sind (es gibt insgesamt drei oder vier), hat einen anderen, eher lustigen Grund: Die Lehrerinnen reden den m\u00e4nnlichen Lehrkr\u00e4ften zu viel und zu laut (zudem \u00fcblicherweise \u00fcber Themen, die Frauen tendenziell interessanter finden).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend unseres Praktikums hier in Georgien sind wir an einer georgischen Privatschule und unterrichten zusammen mit den georgischen Lehrerinnen Deutsch in den Jahrgangsstufen f\u00fcnf bis zehn. Soweit zun\u00e4chst zum organisatorischen Rahmen. 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