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WWU – Tag der Digital Humanities am 27. Mai

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Am Montag, den 27. Mai 2019, findet zum ersten Mal der „Tag der Digital Humanities an der WWU Münster“ (DH@WWU2019) statt. Ziel der Veranstaltung ist es, die digitalen Methoden und Techniken, auf welche die Geisteswissenschaftler in ihrer Arbeit zurückgreifen können, an der Universität Münster bekannter zu machen. Vor allem aber soll sie all jenen eine Plattform bieten, die sich für die Digital Humanities interessieren und darüber miteinander ins Gespräch kommen möchten.

Ein reichhaltiges Programm informiert über Grundlegendes, aber auch über konkrete Werkzeuge und Methoden der DH. Den ganzen Nachmittag über gibt es Gelegenheit zum Netzwerken und zur Kontaktaufnahme mit Expert*innen, sei es bei Workshops, Kurzvorträgen, einer Postersession mit Posterslam (zweiminütige Kurzvorstellung der Poster) oder einfach bei einem Kaffee im „Meet & Greet“-Bereich.

Den Tag abschließen wird ein Abendvortrag des Leipziger Informatikers Dr. Stefan Jänicke zum Thema „Visualisierung in den Digital Humanities“.

Ort: Johannisstraße 4, 48143 Münster

Die Veranstaltung wird vom „Center for Digital Humanities“ (CDH) der Universität Münster ausgerichtet. Sie ist für alle Interessierten offen, der Eintritt ist frei.

Programm

Zeit Flur Raum JO 101 Raum JO 102
13–14 Meet & Greet (Kaffee etc.) Schnupperworkshop I: Von schmutzigen Daten zur interaktiven Visualisierung: Daten reinigen und analysieren mit OpenRefine und Palladio* (s.u.) Schnupperworkshop II: Korpuserstellung mit Pacx und Erzeugung automatischer phonemischer Transkriptionen mit WebMAUS* (s.u.)
14–16 Methodenparade: Automatische Texterkennung, Digitale Editionen, Text Mining, Data Mining, Soziale Netzwerkanalyse, Linked Data und Semantic Web, Git und GitLab
16–18 Digital Humanities an der WWU – offenes Forum: Posterslam, Präsentation der Informatik an der WWU als Partner, Postersession, Forum Digitale Editionen: Vernetzung und Erfahrungsaustausch
18 c.t. Abendvortrag: Dr. Stefan Jänicke (Leipzig): "Visualisierung in den Digital Humanities" (Raum JO1)

* Für die Teilnahme an den Workshops wird um eine kurze Anmeldung per E-Mail an cdh@uni-muenster.de gebeten.

Schnupperworkshop I

Von schmutzigen Daten zur interaktiven Visualisierung: Daten reinigen und analysieren mit OpenRefine und Palladio

Immer häufiger nutzen wir Listen und Tabellen, um für unsere Forschungen wichtige Daten zu Personen, Zeiten, Orten, Dokumenten usw. zusammenzutragen und auszuwerten. Häufig kommen diese Daten aber aus unterschiedlichen Quellen bzw. wurden in unterschiedlicher Weise aufgenommen. Die Folge sind unterschiedliche Schreibweisen von Namen und Begriffen oder unterschiedliche Formate bei Datumsangaben, die einer raschen seriellen Auswertung schnell im Wege stehen. Statt dessen haben wir es mit “schmutzigen Daten” zu tun, die vor einer Auswertung gereinigt und vereinheitlicht werden müssen.

Je nach Fragestellung und Vorgehen kann es zudem hilfreich sein, die Daten neu zu strukturieren und um weitere Informationen aus dem Netz (z.B. Geodaten für Ortsangaben) anzureichern. Das alles kann man mit viel Geduld händisch erledigen. Oder aber man setzt entsprechende Tools ein, wie zum Beispiel OpenRefine [en], das für all diese Aufgaben verschiedene, einfach zu nutzende Möglichkeiten bereitstellt. Im Rahmen des kleinen Workshops sollen diese vorgestellt und an einem kleinen Praxisbeispiel ausprobiert werden. Am Ende sollen die gereinigten Daten noch in Palladio [en] visualisiert werden, das unter anderem eine georeferenzierte Anzeige der Daten auf Karten ermöglicht und das zugleich mit einer Zeitachse verbindet, so dass raum-zeitliche Bezüge rasch sichtbar gemacht werden können.

Schnupperworkshop II

Korpuserstellung mit Pacx und Erzeugung automatischer phonemischer Transkriptionen mit WebMAUS

In diesem Workshop werden verschiedene Tools zur Erstellung und Annotation von Sprachkorpora vorgestellt und erprobt. Mit Pacx [en] (Platform for Annotated Corpora in XML), die auf Eclipse aufbaut und den XML-Editor Vex [en] sowie das Annotationstool ELAN [en] integriert, können sowohl schriftliche als auch gesprochene Sprachdaten annotiert und zu einem auslieferbaren Korpus kompiliert werden. Mit dem Tool WebMAUS [en] können automatisch erzeugte Segmentationen und phonemische Transkriptionen von deutschen und englischen Texten erzeugt werden. Im Workshop können eigene Daten mitgebracht und annotiert werden.

Abstract zum Abendvortrag

Die Visualisierung als Forschungsinstrument für die Digital Humanities hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und bringt den beteiligten Forschungsbereichen beiderseitigen Nutzen. Einerseits zielen Visualisierungen darauf ab, einen intuitiven Zugang zu riesigen digitalisierten Datenmengen zu ermöglichen, andererseits stellen die von Natur aus meist unvollständigen, inhomogenen und unsicheren historischen Daten die Visualisierungsforschung vor neue Herausforderungen. Die beste Vorgehensweise bei der Entwicklung einer Visualisierung in einem Digital Humanities Projekt ist ein problemorientierter, benutzerzentrierter Designansatz, der Wissenschaftler beider Fachrichtungen zwingt, sich intensiv mit Forschungsinteressen, Aufgaben und Problemen beider Parteien auseinanderzusetzen. Darüber hinaus erhöht der starke interdisziplinäre Austausch die Wahrscheinlichkeit, dass die resultierende Visualisierung dem avisierten Zweck dient und den Boden für zukünftige Forschungsprojekte bereitet.

Dr. Stefan Jänicke habilitiert seit August 2016 an der Abteilung für Bild- und Signalverarbeitung der Fakultät für Mathematik und Informatik an der Universität Leipzig zum Thema: "Forschungsmethodologie für die Entwicklung von Visualisierungen im Bereich der Digital Humanities: Interdisziplinäre Aspekte, Workflows, Visualisierungsdesign, Visual Analytics Paradigma und Fallstudien".