Interdisziplinäre Sommerschule „Aspekte der Bioökonomie“

Innovatives Fortgeschrittenen-Modul wird erstmals im Sommersemester 2021 angeboten
© WWU IBBP & IMMB

Die stetig wachsende Weltbevölkerung ist heute mit globalen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, der Zerstörung komplexer Ökosysteme und dem Verlust der Biodiversität konfrontiert. Um gleichzeitig die Lebensgrundlagen auf der Erde und den Wohlstand der Gesellschaft nachhaltig zu sichern, bedarf es zukunftsfähiger Lösungsansätze. Dazu gehört die Bioökonomie als innovatives Wirtschaftskonzept, das darauf abzielt, etablierte lineare Wertschöpfungsketten nach dem Vorbild natürlicher Stoffkreisläufe durch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft mittel- bis langfristig neu auszurichten. Hierbei sollen unter anderem fossile Ressourcen wie Erdöl und Kohle weitestgehend durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Auf diese Weise soll der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) verringert und der weiteren Zerstörung der Umwelt effizient entgegengewirkt werden. Als eine Säule des angestrebten bioökonomischen Wandels wird von Fachleuten die Biotechnologie gesehen. Mit ihrer Hilfe soll es beispielsweise gelingen, Nutzpflanzen als wichtige Rohstofflieferanten zielgerichtet zu optimieren oder bio-basierte Chemikalien durch Mikroorganismen zu erzeugen.

Die Bioökonomie wird deshalb auf EU- und Bundesebene durch politische Programme gefördert. So wächst auch der Bedarf an Biolog*innen, die für ihren Berufseinstieg idealerweise bereits über erste Einblicke in die Bereiche Politik- und Betriebswirtschaft, sowie Unternehmertum verfügen und sich als Fachleute in die Debatte zum angestrebten bioökonomischen Wandel einbringen können.

Lehrangebote zu dieser Thematik existieren an der WWU allerdings bislang nur wenige. Vor diesem Hintergrund haben die Arbeitsgruppen Philipp und Prüfer die interdisziplinäre Sommerschule „Aspekte der Bioökonomie“ ins Leben gerufen. Diese Lehrveranstaltung wird als Pilotprojekt erstmals im Sommersemester 2021 als Fortgeschrittenen-Modul stattfinden (31.05.-27.06.2021) und richtet sich vor allem an Studierende der drei Masterstudiengänge des Fachbereichs Biologie. Herzstück der Sommerschule wird ein einwöchiges Seminar in der Meeresbiologischen Station in Carolinensiel sein. Inspiriert von der Atmosphäre des Nationalparks Wattenmeer werden die Teilnehmer*innen in Impulsvorträgen, Workshops und Exkursionen fachübergreifend und praxisnah an die Thematik Bioökonomie herangeführt. Zentrales Element wird daher die Entwicklung eines innovativen bioökonomischen Produktes und dessen fiktive Vermarktungsstrategie sein. In Abhängigkeit der Corona-Lage wird das Seminar auch digital angeboten.

Für die Umsetzung der Idee kooperiert das Team mit verschiedenen Gastdozenten*innen und wird finanziell, personell und inhaltlich durch das REACH EUREGIO Start-up Center der WWU unterstützt. Das Ziel von REACH ist es, an den Münsteraner Hochschulen für das Thema Gründung zu sensibilisieren und Studierende und Wissenschaftler*innen dabei zu unterstützen, ihre universitäre Forschung in Form von Gründungsvorhaben bzw. Start-ups weiterzuentwickeln.

Interessierte Studierende sind herzlich eingeladen teilzunehmen (weitere Informationen siehe Modulhandbuch: https://mhbbio.uni-muenster.de/modulhandbuch/student/show.php?id=378) und sich bei Fragen an das Team der Sommerschule zu wenden (Kontakt: Prof. Dr. Dirk Prüfer (dpruefer@uni-muenster.de) oder Dr. Florentin J. Schmidt (florentin.schmidt@uni-muenster.de).