Kunst & Natur: Künstlerischer Umgang mit Naturmaterialien

Ostbevern der Vier Jahreszeiten: Herbst-Workshop
© Wessendorf AFO WWU

Freitag, der 4. Oktober 2019 | 13:30 – 17:30 Uhr | Sammeln und Wahrnehmen

Samstag, der 5. Oktober 2019 | 10:00 – 18:00 Uhr | Kreative Arbeit mit Pflanzenmaterial

Ort: KulturWerkstatt Ostbevern (Bahnhofstraße 24)

 Zusammen mit den beiden Künstlerinnen Sylvia Trau und Sabine Klupsch laden wir zur Bioinspiration im Herbst ein: Gerade im Herbst findet sich in der Natur eine Vielfalt an gewachsenen Formen,Farben und Strukturen. Diese werden wir am ersten Tag des Workshops in ihrem natürlichen Umfeld entlang der Bever aufspüren. Es geht um eine Sensibilisierung der Wahrnehmung für unterschiedliche pflanzliche Wuchsformen. Wir wollen differenzierter hinschauen, als es unseren Sehgewohnheiten entspricht. Neben der Betrachtung sammeln wir Pflanzenmaterial mit dem wir am nächsten Tag arbeiten. In einem kreativen Prozess entstehen unterschiedlichste Arbeiten aus den zusammengetragenen Pflanzenteilen. Unter Anleitung und technischer Hilfestellung entwickeln die Teilnehmer*innen Skulpturen, Objekte, Collagen, Installationen etc.

Ergänzendes Material und Werkzeug wird gestellt.

Studierende der Allgemeinen Studien können sich die Veranstaltung anrechnen lassen!

Von Mutterkornepidemien im Mittelalter zu bioinspirierter Kunst in Ostbevern

© AFO WWU Wessendorf

Eigentlich infiziert der Mutterkornpilz Getreide und Gräser, aber auch im übertragenden Sinne ist das Thema hoch infektiös: Referentinnen und Referenten der unterschiedlichsten Fachrichtungen haben sich mit dem Thema beschäftigt und Ihre Expertise am Samstag, dem 13. Juli 2019 nach Ostbevern gebracht. Der Hintergrund der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war mindestens genauso vielfältig – die perfekten Voraussetzungen also für einen inspirierenden Workshop!

Bioinspiration funktioniert am besten an besonderen Orten und so bot an diesem Nachmittag der Hof Paul Verenkotte die perfekten Räumlichkeiten. Den biologischen Hintergrund des Mutterkornpilzes erläuterte Dr. Dennise Bauer vom Botanischen Garten der WWU. Im Anschluss fand eine Exkursion ins nahe gelegene Roggenfeld statt, um den Pilz in situ zu entdecken. Am Feldrand wurde die Gruppe fündig: Einige Ähren trugen die dunklen braun-violetten Sklerotien. Herr Verenkotte konnte hier viele Fragen zur Bedeutung für die Landwirtschaft heutzutage beantworten.

Zurück in der Scheune warfen Dr. Wilhelm Bauhus und Lena Wobido von AFO einen Blick in die Vergangenheit und stellten anhand ausgewählter Beispiele Stationen der Geschichte des Mutterkorns vom Mittelalter bis zur Spätmoderne dar: Massenvergiftungen im Mittelalter führten zur Gründung des Antoniterordens und die über Jahrhunderte andauernde Erforschung des Pilzes mündete schließlich in der Entdeckung des LSD, einem Halluzinogen, das in den Mutterkornalkaloiden zu finden ist. Auf allen Stationen wurde auch stets die Kunst inspiriert: Hieronymus Bosch zeichnete die Symptomatik von Mutterkornerkrankten und die psychedelische Kunst der 1960er Jahre ist durch die Modedroge LSD geprägt worden.

Den Abschluss des wissenschaftlichen Inputs bildete der Vortrag über die Bedeutung der Mutterkornalkaloide in der Medizin durch den Orthopäden Dr. Meißner. Hier war vor allem der Blick in die Zukunft interessant: Die Forschung zur pharmazeutischen Bedeutung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Wo rein wissenschaftliche Workshops oft aufhören, folgte ein ko-kreatives Experiment: Die vielen neuen Eindrücke und Informationen wurden unter Anleitung von Martina Lückener künstlerisch verarbeitet. Frau Lückener hat ihre Erfahrungen mit «Schattenschnitten» geteilt und so haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Krankheitsbild der Verkrampfungen vor Lichtquellen nachgestellt und an den Scheunenwänden ihre Schatten auf Papier nachgezeichnet. Über die körperliche Reflexion des Themas entstanden viele neue Perspektiven und Verknüpfungen.

Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Katalog dokumentiert. Die Schattenschnitte werden an der Abschlussveranstaltung von «Ostbevern bioinspirativ» am 3. Oktober 2020 ausgestellt.

Impressionen

© AFO WWU Cardenas Krenz
  • © AFO WWU Wessendorf
  • © AFO WWU Cardenas Krenz
  • © AFO WWU Cardenas Krenz
  • © AFO WWU Wessendorf
  • © AFO WWU Cardenas Krenz
  • © AFO WWU Cardenas Krenz
  • © AFO WWU Carde
  • © Ulrike Jasper
  • © Ulrike Jasper

«Schattenkrampf – Mutterkorn, Antoniusfeuer und die Droge einer Generation»

Ostbevern der Vier Jahreszeiten: Sommer-Workshop
© Wessendorf AFO WWU

Samstag, der 13. Juli 2019 | 13-00 – 17-30 Uhr Hof Paul Verenkotte | Überwasser 43 | 48346 Ostbevern

Das Bionarrativ «Mutterkorn» wird interdisziplinär aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Bei einer Exkursion ins Roggenfeld erläutert Dr. Dennise Bauer vom Botanischen Garten den biologischen Hintergrund des Mutterkornpilzes Claviceps purpurea und die landwirtschaftliche Bedeutung der Eigentümer Paul Verenkotte. Im Anschluss geben Dr. Wilhelm Bauhus und Lena Wobido von der Arbeitsstelle Forschungstransfer einen Überblick über die Geschichte des Mutterkorns von Gemälden, die durch Vergiftungserscheinungen inspiriert wurden, bis hin zur Entwicklung von LSD durch Albert Hofmann. Der Arzt Dr. med. Jörn Meißner skizziert die Bedeutung der Mutterkornalkaloide in der Medizin und erklärt die physiologischen Abläufe bei einer Mutterkornvergiftung. Den Höhepunkt bildet der experimentell-kreative Teil des Workshops: Die Teilnehmer*innen stellen in Gruppenarbeit unter Anleitung der Künstlerin Martina Lückener Verrenkungen und Verkrampfungen nach, um so Schattensilhouetten anzufertigen.

Daher bitte bequeme Kleidung anziehen! Die Veranstaltung wird filmisch und fotografisch dokumentiert.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung per E-Mail: bioinspiration@uni-muenster.de

Fotowettbewerb „Ostbevern makroskopisch“

© Wessendorf AFO WWU

Gesucht werden Makrofotografien eines Naturmotives: Bioinspiratives Arbeiten bedeutet auch, seine Perspektive auf die belebte und unbelebte Natur zu verändern. Unter dem Motto „Ostbevern makroskopisch“ suchen wir die schönsten Aufnahmen aus der Natur aus dem Raum Ostbevern. Senden Sie Ihre Fotos digital unter möglichst präziser Angabe des Aufnahmeortes und -datums an bioinspiration@uni-muenster.de! Der Einsendeschluss ist der 31. Mai 2020.

Die Auswahl der Gewinner erfolgt durch eine Jury bestehend aus:

  • Dr. Wilhelm Bauhus
  • Andreas Wessendorf
  • Lena Wobido
  • Ulrike Jasper
  • Hubertus Stegemann
  • Hildegard Leinkenjost
  • Hugo Langner

 Die Siegerehrung und Ausstellung der schönsten Fotos findet bei der Abschlussveranstaltung von «Ostbevern bioinspirativ» am 3. Oktober 2020 statt.

Der Einsender stimmt der Weiterverwendung der Fotos durch die WWU zu.

Einladung zur Auftaktveranstaltung „Bioinspiration – was ist das denn?“

© Ulrike Jasper

In den nächsten zwei Jahren sind unter dem Motto „Ostbevern – bioinspirativ“ verschiedene Veranstaltungen in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Kultur geplant, die in Kooperation der Arbeitsstelle Forschungstransfer mit der Gemeinde Ostbevern stattfinden werden.

Wie in anderen Projekten der AFO soll die Attraktivität des ländlichen Raumes herausgestellt werden – was sich in Ostbevern durch die vielfältige Landschaft mit der Beveraue im Mittelpunkt einfach gestaltet. Der Prozess soll die Bioinspiration mit der Citizen Science verknüpfen und in Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen stattfinden: Studierende, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und BürgerInnen der Gemeinde.

Zum Auftakt laden wir herzlich zum Ideen Mining ein am

Samstag, 27. April 2019
10 – 15 Uhr
Mensa/Aula der Josef-Annegarn-Schule
Hanfgarten 18, 48342 Ostbevern

An diesem Tag wollen wir mit allen Interessierten bioinspirierte Wahrnehmungen lernen und erproben und freuen uns darauf, dass unterschiedliche Ideen und Kompetenzen in den Prozess eingebracht werden!

Anmeldungen bitte bis zum 18. April 2019 per E-Mail: bioinspiration@wwu.de.

Für einen Shuttle-Service aus Münster und einen Mittagsimbiss ist gesorgt.

Wir freuen uns auf ein bioinspiriertes Ideen Mining in Ostbevern!

Studierende können sich die Veranstaltung für die Allgemeinen Studien anrechnen lassen.

Ostbevern - bioinspirativ

Projektförderung „Ostbevern - bioinspirativ“
© Wobido AFO WWU

Ostbevern bioinspirativ – dieses Projekt verknüpft zwei Kernkonzepte der Arbeitsstelle Forschungstransfer: Citizen Science und Bioinspiration.

Finanziert durch Fördermittel aus dem  Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BMEL) für Projekte unter dem Titel „LandKULTUR“ wird die AFO gemeinsam mit der Gemeinde Ostbevern und zahlreichen weiteren Kooperationspartnern in den kommenden zwei Jahren eine Reihe von Veranstaltungen anbieten, die die drei Bereiche Kunst, Kultur und Wissenschaft miteinander verknüpfen.

Wie viele andere Projekte der Expedititon Münsterland soll einerseits die Attraktivität des ländlichen Raumes herausgestellt werden, um Abwanderung in urbane Zentren entgegenzuwirken. Andererseits soll auch die Wissenschaft der Universität für die BürgerInnen zugänglich gemacht werden. Geprägt werden die Veranstaltungen von der Zusammenarbeit unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen: WissenschaftlerInnen der WWU, KünstlerInnen, Studierende, BürgerInnen der Gemeinde.

Dieser ko-kreative Prozess soll durch Bioinspiration in Gang gesetzt werden, das heißt, die Natur dient als Lehrer. Aber auch das Verantwortungsbewusstsein des Menschen gegenüber der Natur soll gestärtk werden. Da sich die AFO die Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zur Aufgabe gemacht hat, werden auch in diesem Projekt Ziele wie SDG 14 Life below water federführend sein.

Die Gemeinde Ostbevern bietet hierzu vielfältige Möglichkeiten. Vor allem der Fluss Bever, der die Kulturlandschaft prägt, wird dabei im Mittelpunkt stehen. Die Gemeinde bemüht sich beispielsweise durch Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie die Längsdurchlässigkeit der Bever zu gewährleisten. Und vielleicht kommt sogar das Tier zurück nach Ostbevern, das sich bisher noch im Namen versteckt hält: der Biber.

© Bundesministerium für Landwirtschaft und Entwicklung