EVORION Biotechnologies


„EVORION Biotechnologies“ entwickelt seit 2014 Zellkultur- und Analyse-Systeme für die biomedizinische Forschung, Entwicklung und Diagnostik – insbesondere im Bereich der Krebsforschung. Beispielsweise können mit der Technologie auf miniaturisierten Zellkultur-Chips bestimmte Immunzellen (sogenannte zytotoxische T-Zellen) schnell, günstig und detailliert analysiert werden. Diese T-Zellen können Krebszellen erkennen und abtöten. Sie sollen in der Krebstherapie als ein auf den Patienten passgenau zugeschnittenes Therapeutikum eingesetzt werden.
Die von dem münsterschen Team entwickelte Technologie ermöglicht es, eine Gruppe von Zellen zu untersuchen und gleichzeitig zu jeder einzelnen Zelle Parameter wie Wachstum und Zellbewegung zu erfassen. Diese Daten können mit genetischen Informationen sowie mit Erkenntnissen zu den in den Zellen produzierten Proteinen verknüpft werden. Somit soll es möglich werden, den Beitrag einzelner Zellen zur Krebsentstehung beziehungsweise zur Krebsbekämpfung zu untersuchen. Ein erster Prototyp soll Anfang 2018 auf den Markt kommen.
Das Projekt wurde gefördert durch ein „EXIST“-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie durch das Programm „START-UP Hochschulausgründungen“ des Landes Nordrhein-Westfalen.
Link zur Webseite: Evorion Biotechnologies

Prof. Dr. Bruno Moerschbacher, Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen

Die Arbeitsgruppe von Bruno Moerschbacher erforscht Grundlagen und Anwendungen sogenannter funktioneller Biopolymere, vor allem von Chitosanen. Diese komplexen Zuckerpolymere können aus Chitin, einem praktisch unerschöpflich nachwachsenden Rohstoff, der sich z.B. Krabbenschalen und Pilzzellwänden findet, hergestellt werden. Chitosane haben vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, z.B. für eine narbenfreie Wundheilung, als Nanopartikel für die gezielte Dosierung von Medikamenten, oder als umwelt- und verbraucherfreundliche Pflanzenstärkungsmittel. Diese Entwicklung neuer Konzepte zur Nutzung natürlicher Ressourcen lässt sich unter dem Begriff „wissensbasierte Bioökonomie“ zusammenfassen.
Link zu Herrn Professor Moerschbacher.


Gründungsvorgeschichte und Zusammenarbeit mit der WWU


Die Idee entstand, als Hans Kleine-Brüggeney im Rahmen seines Studiums an der WWU seine Masterarbeit an der Universität Cambridge, England, in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Florian Hollfelder durchführte. Zunächst unterstützte der münstersche Pflanzen-Biotechnologe Prof. Dr. Francisco Goycoolea das Vorhaben. Die WWU-Physiker Prof. Dr. Wolfram Pernice und Prof. Dr. Harald Fuchs halfen dem Gründerteam, sich das nötige physikalische Wissen für die Herstellung von Mikrofluidik-Chips anzueignen. Für das Gründungsvorhaben war die Ausstattung und Infrastruktur im münsterschen Zentrum für Nanotechnologie (CeNTech) von großer Bedeutung.