Participate in Citizen Science Projects

The University of Münster published a Citizen Science Competition for the first time. Please check WWU Citizen Science Wettbewerb for further informations. Please excuse the fact that our German web sites are not yet completely translated.

The University of Münster has gained experience in a variety of Citizen Science projects for more than ten years. The University successfully shapes Citizen Science technologically as well as through participatory formats in unconventional research communities. Thanks to the co-creative approach the University of Münster is experiencing and exploiting the high potential of Citizen Science competence.   

A survey of all Citizen Science projects at the University of Münster is under construction. If you took part in a Citizen Science project at the University of Münster or planing one, please do not hesitate to get in contact with us.

At the moment you can take part in the following projects:

In Westfalen sind nur noch wenige Megalithgräber (vom Griechischen mega = groß; lithos = Stein) erhalten und zu besichtigen. Diese jungsteinzeitlichen Monumente stellen mit einem Alter von weit über 5000 Jahren die ältesten Bauzeugnisse in unserer Landschaft dar. Zu den prominentesten und meistbesuchten Großsteingräbern in Westfalen gehören die „Düwelsteene“ bei Heiden. Die Anlage scheint auf den ersten Blick sehr gut erhalten, doch wurden bei nicht dokumentierten Restaurierungsmaßnahmen der 1930er-Jahre massive Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen. Diese bestimmen das Erscheinungsbild bis heute und lassen für die Besucherinnen und Besucher weder Vorstellungen über das ursprüngliche Aussehen der Düwelsteene zu, noch schien es bisher möglich, dieses archäologisch korrekt zu rekonstruieren.

Als Teil der regionalen Identität sind die Düwelsteene seither oftmals in privaten bzw. familiären Kontexten fotografiert worden. Heute sind diese Fotoarchive die einzigen Quellen, die das Megalithgrab vor den Veränderungen des Jahres 1932 zeigen. Zusammen mit den Heidener Bürgerinnen und Bürgern wird in dem Citizen-Science-Projekt eine virtuelle Rekonstruktion des vormaligen Zustands anhand von historischen Fotografien durchgeführt. Die Forschungs­ergebnisse der Citizen Science werden in einer von Wissen- und Bürgerschaft im Teamwork konzipierten Wanderausstellung illustriert. Hierdurch entstehen neue Anreize für den Besuch dieses einzigartigen vorgeschichtlichen Highlights des Münsterlandes.  

Kontakt: Leo Klinke, M.A. (leo.klinke@uni-muenster.de), Dr. Kerstin Schierhold (kschi_01@uni-muenster.de)

Projektstart: Anfang 2020

© goldmarie design

Die objektive Erfassung von Emotionen spielt eine wichtige Rolle in der Forschung zum Wohlergehen von Tieren. Da wir die Tiere nicht einfach fragen können, wie sie sich fühlen oder wie es ihnen geht, ist diese Forschungsrichtung derzeit sehr stark geprägt von der Suche nach geeigneten Indikatoren, die einen Rückschluss auf das Wohlergehen erlauben. Ein vielversprechender Ansatz in diesem Zusammenhang ist die Analyse von sogenanntem „lateralisierten Verhalten“. Wie beim Menschen gibt es auch bei Tieren Seitenpräferenzen. So lassen sich z.B. links- und rechts-„händige“ Mäuse unterscheiden, wenn diese nach Futter greifen. Interessanterweise gibt es erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen lateralisiertem Verhalten und Emotionen. So deuten erste Studien darauf hin, dass kurzfristige Seitenpräferenzen Aufschluss über die Stimmung eines Individuums geben könnten, langfristige Seitenpräferenzen wiederum eher mit der Persönlichkeit eines Tiers zu korrelieren scheinen.

Vor diesem Hintergrund soll in unserem Projekt das Zusammenspiel von lateralisiertem Verhalten, Emotionen und Persönlichkeit bei Hunden untersucht werden. Die Datenaufnahme wird dabei durch Citizen Scientists mittels einer Smartphone-App erfolgen. Zunächst werden generelle Informationen zum Tier und dessen Persönlichkeit erfasst. Anschließend wird von den Citizen Scientists lateralisiertes Verhalten im Alltag aufgenommen (z.B.: welches Bein hebt der Hund beim Urinieren?), gekoppelt an eine Einschätzung des jeweiligen emotionalen Zustands des Tiers. Die Daten sollen anschließend auf folgende Fragen hin untersucht werden:

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem aktuellen emotionalen Zustand eines Hundes und seiner kurzfristigen Seitenpräferenz?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit eines Hundes und seiner langfristigen Seitenpräferenz?

Kontakt: Dr. Niklas Kästner (n_kaes03@uni-muenster.de)

© Dr. Kaestner,WWU
© KarleHorn, CC BY-SA 3.0

Für Ihr Gelingen ist die Demokratie auf ihre Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Demokratie muss im ganzen Land tagtäglich mit Leben gefüllt werden. Das gilt zum einen für den demokratischen Staat als Herrschaftsform und die Arbeit in politischen Institutionen, Parteien und Bewegungen von der lokalen bis zur (inter)nationalen Ebene. Das gilt zum anderen aber auch für die demokratische Gesellschaft als Lebensform und den Umgang der Menschen miteinander etwa in der Familie, in Schulen, Universitäten, Unternehmen und Vereinen. Doch was genau lässt Demokratie seit 1945 gelingen? Woran ist sie in der Weimarer Republik letztlich gescheitert? Wie lernen die Bürgerinnen und Bürger Demokratie und wie gestalten sie sie mit? Was verstehen sie jeweils unter einer demokratischen Gesellschaft?

Es ist Ziel des Projekts, anhand konkreter lokaler oder regionaler Beispiele zu untersuchen, wie Demokratie vor Ort gelebt wurde, und so in der Gruppe gemeinsam ein Forschungsprojekt zum Thema Demokratiegeschichte(n) vor Ort in den vergangenen 100 Jahren zu entwickeln. Das Projekt soll über mindestens zwei Semester durchgeführt und die Ergebnisse der Forschungen abschließend in Form einer Veröffentlichung, Ausstellung etc. der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Projekt findet im Rahmen eines Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studiums im Alter an der WWU statt und beginnt im Wintersemester 2019/20. Wer Interesse hat, an dem Projekt mitzuarbeiten, muss sich als Gasthörer*in für das Studium im Alter an der WWU anmelden.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© ACDP, Plakatsammlung, 10-017-3, CC-BY-SA 3.0 DE

Der geschlechtergeschichtliche Wandel hat das Leben aller Männer und Frauen in den vergangenen 200 Jahren tiefgreifend verändert. Wie Männer und Frauen sich die anfallenden Aufgaben in Familie, Beruf und Gesellschaft geteilt haben, welchen Zugang Frauen zu Bildung, Politik und Wirtschaft hatten, ob ein Mann „gedient haben“ musste, um als ‚richtiger Mann‘ zu gelten oder ob er auch Windel wechseln durfte – all das hat sich auch in Westfalen geändert. An Beispielen aus ihren Heimatorten untersuchen die Citizen Scientists etwa die Bildungsangebote für Mädchen, die Rolle der Frauen in der Kommunalpolitik oder die Entwicklung sozialfürsorgerischer Angebote für Heranwachsende beiderlei Geschlechts.

Das Projekt läuft seit dem Wintersemester 2017/18 im Rahmen eines viersemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU. Die neun älteren Studierenden agieren dabei als Citizen Scientists und gestalten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann besteht in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen. Wegen des fortgeschrittenen Stadiums ist ein Einstieg in das Projekt nicht mehr möglich.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

senseBox

© senseBox

Die senseBox ist ein Do-it-yourself-Bausatz für stationäre und mobile Sensorstationen - ein Citizen Science Toolkit für jedermann.

Foreign neighbour - Living in the Münsterland region during cold war

© Wessendorf AFO WWU

Erforscht wird die Geschichte von Orten des Kalten Krieges im Münsterland (u.a. Dülmen, Saerbeck, Rheine).

© Sabine Kittel
© InnoSI

Das im Rahmen des Horizon 2020 Programms der Europäischen Union von Mai 2015 bis Dezember 2017 geförderte Projekt untersuchte soziale Investitionsstrategien, die im Nachgang zur Finanzkrise in zahlreichen europäischen Staaten entwickelt worden sind und suchte nach Best Practice Beispielen, die sich für einen Policy-Transfer eignen. Unter sozialen Investitionen versteht man Maßnahmen in der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, die darauf abzielen, Humankapital aufzubauen und Menschen zu befähigen, Lebensrisiken und Problemlagen künftig selbst zu bewältigen. Auch präventive Sozialpolitik kann als soziales Investment betrachtet werden. Solche Maßnahmen werden in ganz Europa in den vergangenen Jahren verstärkt eingesetzt und ergänzen die klassisch dekommodifizierenden Leistungen des Wohlfahrtsstaates. Das Projekt, das unter Leitung der Manchester Metropolitan University (Großbritannien) steht, führte in zehn europäischen Ländern aufwändige Evaluationsstudien in den Politikfeldern Familienpolitik, aktive Arbeitsmarktpolitik sowie Integrationspolitik durch. Schwerpunkt der Analyse waren die rechtlichen Rahmenbedingungen einerseits und die Rolle des Dritten Sektors bei der Implementierung der Sozialprogramme andererseits. Fokussiert wurde dabei vor allem die kommunale und regionale Ebene.

In der Durchführung des Projektes wurde maßgeblich mit sogenannten „Impact Partnern“ zusammengearbeitet. Das sind zivilgesellschaftliche Organisationen, die durch ihre Nähe zu den Projekten und über ihre Kontakte zu ihren Mitgliedern eine vermittelnde Position zwischen Forschung und Praxis einnehmen. Sie sammeln einerseits die Probleme und Wünsche in Gesellschaft und Politik und übersetzen andererseits die Forschungsergebnisse für die Anwendung in der Praxis. Auf deutscher Seite fungierten die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA), das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) als Impact Partner.

Kernelement des InnoSI-Projektes war die Einbeziehung von Nutzer*innenstimmen. Dafür sammelte die in Manchester situierte gemeinnützige Organisation Peoples Voice Media (PVM) „User Voices“ zu den verschiedenen sozial investiven und innovativen Programmen, die im Rahmen der Fallstudien in den 10 InnoSI Ländern evaluiert wurden. Rund 100 Menschen wurden in diesem Rahmen im Umgang mit Medientechnologie sowie im Geschichten-Erzählen geschult und zu sogenannten „Community Reportern“ ausgebildet. Sie erzählen und illustrieren Geschichten zu den Themen Familie, Arbeitslosigkeit, Bildung und Gesellschaft. Mit diesen Geschichten konnte nicht nur gezeigt werden wie Sozialpolitik wirkt, sondern auch welche persönlichen Kontexte, Herausforderungen und Wünsche dabei eine Rolle spielen. Gleichzeitig erhielten Menschen in herausfordernden Situationen die Möglichkeit mithilfe spezieller Techniken und Kompetenzen ihre Lebenssituation zu reflektieren und mitzuteilen

© Prof. Dr. Wolf, WWU

Hand- und maschinenschriftliche Dokumente aus den vatikanischen Archiven abschreiben, die in verschiedenen Sprachen verfasst sind, vor allem Italienisch, Latein, Deutsch und Spanisch: Diese anspruchsvolle Aufgabe haben von 2011 bis 2019 zehn Seniorinnen und Senioren als ehrenamtliche „citizen scientists“ für die Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis übernommen.

Pacelli war von 1917 bis 1929 Nuntius, also päpstlicher Botschafter in München und Berlin, bevor er 1939 als Pius XII. zum Papst gewählt wurde. Insgesamt ediert das Team der Pacelli-Edition etwa 20.500 Dokumente und veröffentlicht sie open access im Internet unter www.pacelli-edition.de. Die „citizen scientists“ transkribierten in engem Austausch mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den vergangenen acht Jahren knapp 2.000 Briefe, Denkschriften und Zeitungsartikel. Damit trugen sie wesentlich zum Erfolg des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts bei, das Ende 2019 abgeschlossen wird.

© Privat

Wie ging die Gesellschaft in der jungen Bundesrepublik mit den Helden und Ausgegrenzten des NS um? Wie etwa behandelte sie Holocaust-Überlebende und ehemalige Widerstandskämpfer einerseits und im Nationalsozialismus aktive Kommunalpolitiker andererseits? Wie arbeiteten Entnazifizierungsausschüsse und welche Haltung nahmen die im Dritten Reich als Helden gefeierten Soldaten in Veteranenverbünden zum neuen Staat ein? An Beispielen aus ihren Heimatorten untersuchen die Citizen Scientists diese ‚zweite Geschichte des Nationalsozialismus‘ (Peter Reichel) in Westfalen.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2016 bis zum Wintersemester 2017/18 im Rahmen eines viersemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU durchgeführt. Die zwölf älteren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen.

Die Ergebnisse wurden online publiziert: https://miami.uni-muenster.de/Record/688cba90-b39e-47f7-b421-5b9cb03ce808 Beim „Historischen zur Kaffeezeit“ wurden sie in Kooperation mit der Stadt Münster in einem Münsteraner Cafe an vier Nachmittagen im Januar 2019 jeweils ca 100 Zuhörern vorgestellt. In Zusammenarbeit der Studiobühne unter der Leitung von Dr. Ortwin Lämke entstand aus den den Arbeiten zu Grunde liegenden Quellen zudem eine szenische Lesung, die in Münster und verschiedenen Orten des Münsterlandes 2018 und 2019 aufgeführt wurde.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© Stadtarchiv Wesel, StAW O1a, 5-2-4 Heinz Bello

Insgesamt 81 Studierende, Lehrende und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WWU wurden zwischen 1933 und 1945 von der Universität Münster entlassen, vorzeitig in den Ruhestand versetzt, vom Studium ausgeschlossen oder ihnen wurden ihre akademische Titel entzogen, weil sie jüdisch oder mit Juden verheiratet, politisch oder religiös nicht konform oder homosexuell waren. Das Projekt erforscht die Biographien dieser und weiterer 29 Personen, bei denen sich der Anfangsverdacht, die Universität könnte ihnen Unrecht getan haben, nicht bestätigt hat.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2014 bis zum Wintersemester 2016/17 im Rahmen eines mehrsemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ gemeinsam vom Universitätsarchiv und dem Studium im Alter an der WWU Münster durchgeführt. Die älteren und jüngeren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und erforschten und verschriftlichten selbstständig die Biographien eines oder mehrerer NS-Opfer der WWU. Die Aufgabe der Projektleiterinnen Dr. Veronika Jüttemann und  Dr. Sabine Happ bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und der Einführung in bestimmte Methoden und Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft.

Die Ergebnisse wurden online unter www.flurgespraeche.de und in einem Buch veröffentlicht (Sabine Happ, Veronika Jüttemann (Hgg): „Es ist mit einem Schlag alles so restlos vernichtet“. Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Münster, Münster 2018). Zudem wird seit dem Herbst 2015 in der über den gesamten Uni-Campus verteilten Installation ‚flurgespräche‘ der Opfer gedacht.

Zur Erarbeitung der Installation und der Gestaltung der Homepage hat die Gruppe mit zwei Studentinnen des Fachbereichs Design der FH Münster, Laetitia Korte und Lara Ludwigs, zusammengearbeitet, die hierzu ihre Abschlussarbeit erstellten.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© Universitätsarchiv Münster, Bestand 68, Nr. 1511

Als erster ‚totaler Krieg‘ stellte der Erste Weltkrieg das Leben eines jedes Menschen in den kriegsführenden Ländern, von Männern, Frauen und Kindern, auf den Kopf. Die Citizen Scientists untersuchten, was das für Westfalen bedeutete. An ausgewählten Beispielen rekonstruierten sie die Auswirkungen des Kriegs auf ihre Heimatorte oder Familien: die Kriegserlebnisse der eigenen Großeltern an Front und Heimatfront, die Hungerproteste in Gelsenkirchen, die Haltung des Bistums Münster zum Krieg, die Feldpostsammelstelle der Universität Münster oder ein Kriegsgefangenenlager in Borken.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2012 bis zum Sommersemester 2014 im Rahmen eines fünfsemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU durchgeführt. Die sechs älteren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen.

Die Ergebnisse wurden unter folgendem Link publiziert: https://miami.uni-muenster.de/Record/957f343c-3643-49a2-919e-508dd26e3b1a

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© Privat

In den letzten 150 Jahren wurde Deutschland – und damit auch Westfalen - von einem Aus- zu einem Einwanderungsland. An ausgewählten Beispielen aus ihren Heimatorten untersuchten die Citizen Scientists einzelne Aspekte des Themas: Die Auswandererberatungsstelle in Münster, die verschiedenen Personengruppen aus aller Welt, die nach 1945 in Dorsten-Wulffen eine neue Heimat gefunden haben, und die Situation der nach Westfalen geflüchteten Tamilen, die in Hamm den größten Hindu-Tempel Deutschlands mitbauten.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2011 bis zum Wintersemester 2013 im Rahmen eines viersemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU durchgeführt. Die vier älteren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen.

Die Ergebnisse wurden unter folgendem Link publiziert: https://miami.uni-muenster.de/Search%20/Results?lookfor=058868f6-1915-402e-9b82-73e311a2219b&type=id

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© AFO

Im Ersten Weltkrieg existierten in Münster drei Kriegsgefangenenlager für annähernd 87.400 Kriegsgefangene: im Süden der Stadt lag das so genannte Rennbahnlager, am nördlichen Rand befanden sich Lager für Kriegsgefangene in der „Neuen Infanteriekaserne“ und in „Haus Spital“. Das Kriegsgefangenenlager „Haus Spital“ wurde im September 1914 eilig auf einem ehemaligen Exerzierplatz errichtet. Neben dieser provisorischen Erdhütten- und Zeltstadt entstand bald ein immenses Barackenlager. Propaganda Fotografien zeichnen ein idyllisches Bild: neu errichtete Holzbaracken und Versorgungsgebäude, angelegte Wege, Grünbepflanzung, Bänke, eine Malerwerkstatt, die Postverteilungszentrale, aufgeräumte Schlafstuben und ein Lazarett. In Realität waren die Gefangenen widrigen, unhygienischen und beengten Bedingungen ausgesetzt. Insgesamt wurden im Zeitraum von 1914-1918 etwa 20.000 Kriegsgefangene in „Haus Spital“ registriert. Der direkt anliegende „Ehrenfriedhof Haus Spital“ war Bestattungsort für verstorbene Kriegsgefangene aller drei Münsteraner Lager. Dieser Friedhof ist heute der einzige Überrest des Kriegsgefangenenlagers, die Grabsteine und das Denkmal belegen seine Existenz. Die englischen, französischen und belgischen Kriegstoten wurden bald in Friedhöfe ihrer Nation überführt. Auf der Kriegsgräberstätte „Haus Spital“ liegen heute noch 816 Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges bestattet. In mehreren Massengräbern begraben sind auch etwa 200 sowjetische Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg gewaltsam ums Leben kamen.

Die Expedition Münsterland beschäftigte sich erstmals mit „Haus Spital“ im Rahmen eines Bürgerwissenschaftlichen Projekts im Jahr 2012. Auf Einladung der Expedition kamen Vertreter des Friedhofsamtes, vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., eine Schulklasse und ihr Lehrer sowie eine Historikerin zusammen und trugen die jeweiligen Wissensbestände in Bezug auf „Haus Spital“ zusammen. Mit der breit nachgefragten Veranstaltung „Lagerleben – Lagersterben. Das Kriegsgefangenenlager Haus Spital in Münster“ präsentierte die Expertengruppe Themen, wie Materialbeschaffenheit und Entstehungsgeschichte des Denkmals und der Steinkreuze auf den Kriegsgräbern des Ehrenfriedhofs. Weitere Schwerpunkte waren die geografische Lage und die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers „Haus Spital“ und seiner verschiedenen Gefangenengruppen.

Eine zweite Veranstaltung im Kontext der Bürgerwissenschaft fand in Kooperation mit der Fachhochschule für Design und der WWU im Sommersemester 2014 statt. Studierende erarbeiteten in Zusammenarbeit mit der bestehenden Expertengruppe Informationen über das ehemalige Kriegsgefangenenlager und den „Ehrenfriedhof Haus Spital“ mit neuen Perspektiven und Methoden. Die Studierenden griffen auf das bereits bestehende Wissen zurück und entwickelten einen eigenen Zugang. Unter dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ fokussierten sie besonders die Unsichtbarkeit des Erinnerungsortes. Daran anschließend entwickelten sie eine schlüssige und gut besuchte Tagesveranstaltung mit Ausstellung, Inszenierungen und Führungen sowie mit dem Stadtplan „Perspektiven Haus Spital 2014 – 1914“ ein Erinnerungsortkonzept, das die Vergänglichkeit des Wissens um historische Geschehen visualisierte.

Kontakt: sabine.kittel@gelsenkirchen.de

© Aufwachsen in Westfalen Projekt

Neben allen Krisenerfahrungen waren die ersten Nachkriegsjahrzehnte ebenso geprägt von der Hoffnung auf Aufbruch und Neubeginn. Und keiner verkörperte diese Hoffnung in den Augen der Zeitgenossen so sehr wie Kinder und Jugendliche. Doch wie war es, zwischen 1945 und 1965 in Westfalen aufzuwachsen? Das Projekt erforscht verschiedene Aspekte des Themas von der besonderen Situation der Kinder von Flüchtlingen und Vertriebenen, über die Kinder von Besatzungssoldaten, der Freizeit in den 1950er Jahren und dem Umgang mit den Erinnerungen an Bombenkrieg und Evakuierung.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2009 bis zum Wintersemester 2010/11 im Rahmen eines viersemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU durchgeführt. Die zehn älteren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen.

Die Ergebnisse wurden auf den Seiten des Internetportals „Westfälische Geschichte“ publiziert https://www.westfaelische-geschichte.de/web898
Im Sommersemester 2011 erarbeiteten Studierende der WWU und des Fachbereichs Design der FH Münster aus den Forschungsergebnissen im Seminar „Wissenschaftskommunikation“ der Expedition Münsterland unter der Leitung von Prof’in Claudia Grönebaum, Prof. Hermann Dornhege und Dr. Petra Lütcke eine Ausstellung, die im Juli 2011 im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster-Gievenbeck gezeigt wurde.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© Aus eigenem Bilderarchiv, digitalisiert durch Johannes Böckh - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Hochzeiten sind nicht nur herausragende Familienfeste, sondern an ihrer Geschichte lassen sich auch gesellschaftliche Veränderungen wie in einem Brennglas gebündelt ablesen. Anhand eines Fragebogens ergänzt um Befunde einer Literatur- und Archivrecherche erforschte das Projekt Veränderungen im Hochzeitsalter und –brauchtum, den Orten des Kennenlernens, dem Einfluss der Kirche oder der Frage, wer wen heiratete. Befragt wurden insgesamt 586 ältere Studierende zu ihren eigenen Hochzeiten (Heirat 1960-75), denen ihrer Eltern (Heirat 1930-45) und Großeltern (Heirat 199-1915).

Das Projekt wurde vom Wintersemester 2007/8 bis zum Sommersemester 2009 im Rahmen eines viersemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU durchgeführt. Die acht älteren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen.

Die Ergebnisse wurden in einer Posterausstellung im Standesamt Münster präsentiert und online publiziert: https://miami.uni-muenster.de/Record/ee604d56-2fb5-4e21-a2d2-a4b5423a85f2

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de

© Universitätsarchiv Münster, Bestand 68, Nr 1013.

Seit 1908 dürfen Frauen in Preußen – und damit auch an der WWU - regulär studieren. Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums des Frauenstudiums erforscht das Projekt die Geschichte der Frauen an der Universität Münster: die Anfänge des Frauenstudiums, die Entwicklung des Frauenanteils unter den Studierenden und den Wissenschaftlern, das Studentinnenleben im Wandel der Zeit, die Hürden, mit denen Frauen in der Wissenschaft bis heute zu kämpfen haben, aber auch die Lebensgeschichten einzelner Absolventinnen und Wissenschaftlerinnen der WWU.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2007 bis zum Sommersemester 2008 im Rahmen eines dreisemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ gemeinsam vom Universitätsarchiv und dem Studium im Alter an der WWU und dem Fachbereich Design der FH Münster durchgeführt. Die älteren und jüngeren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellungen bis hin zur Publikation und Konzeption der Ausstellung selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterinnen Dr. Veronika Jüttemann, Dr. Sabine Happ und Prof.‘in Claudia Grönebaum bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte Methoden und Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft und des Design.

Die Ergebnisse wurden in einem Buch veröffentlicht (Sabine Happ, Veronika Jüttemann (Hgg): „Lasst sie doch denken!“ 100 Jahre Studium für Frauen in Münster, Münster 2008) und im Herbst 2008 in einer Ausstellung im Stadtmuseum in Münster präsentiert.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de