WWU-Citizen-Science-Wettbewerb 2019

Sieger im "WWU-Citizen-Science-Wettbewerb" stehen fest

Universität Münster stärkt das Engagement von Bürgern in der Wissenschaft / 10.000 Euro Preisgeld

Das bürgerliche Engagement in Forschungsprojekten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) stärken - das war das Ziel des ersten „WWU-Citizen-Science-Wettbewerbs“, mit dem die Bürgerwissenschaften gefördert werden sollen. In dem von der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) und der Citizen-Science-AG der WWU initiierten und vom Rektorat mit 10.000 Euro geförderten Wettbewerb standen elf Projekte. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern der WWU, der Stadt Münster und des LWL-Museums für Naturkunde, hat jetzt zwei Sieger gekürt: das Projekt „Verhaltensbeobachtungen beim Hund“ vom Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie sowie das Projekt „Rekonstruktion des Großsteingrabs Düwelsteene“ vom Historischen Seminar. „Es freut uns besonders, dass wir Projekte aus den Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften fördern dürfen – das zeigt die Vielseitigkeit und das Potenzial, das in Citizen-Science-Projekten steckt“, betonte Prof. Dr. Michael Quante, Prorektor für Internationales und Transfer der WWU. Die offizielle Preisverleihung findet im Rahmen des „Forums Citizen Science“ am 26. und 27. September in Münster statt.


Informationen zu den Gewinnerprojekten:

„Rekonstruktion des Großsteingrabs Düwelsteene“: Zu den prominentesten und meistbesuchten Großsteingräbern in Westfalen gehören die „Düwelsteene“ bei Heiden. Restaurierungsmaßnahmen der 5.000 Jahre alten Grabanlage in den 1930er-Jahren haben das ursprüngliche Erscheinungsbild stark verändert. Das Forscherteam um Dr. Kerstin Schierhold und Leo Klinke vom Historischen Seminar der WWU erstellt mithilfe alter Fotografien von Bürgern aus Heiden und dem sogenannten Image-Based-Modeling-Verfahren eine virtuelle Rekonstruktion der Düwelsteene. Das ermöglicht den Wissenschaftlern die verlässliche Erfassung von Detailaspekten der Bauweise und lässt Rückschlüsse auf Arbeits- und Transportaufwände zu. Diese liefern im Vergleich mit anderen Großsteingräbern Erkenntnisse zur Organisation von Arbeitsabläufen und zu gesellschaftlichen Strukturen der jungsteinzeitlichen Bevölkerung. Geplant ist eine von Wissen- und Bürgerschaft konzipierte Wanderausstellung, um die Forschungsergebnisse zu illustrieren und das Kulturerbe möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Damit sind die Heidener Bürger nicht nur am Entstehungsprozess des Forschungsvorhabens unmittelbar beteiligt, sondern auch an der Vermittlung der Ergebnisse.

„Verhaltensbeobachtungen beim Hund“: In diesem Projekt steht die objektive Erfassung von Emotionen beim Hund im Vordergrund. Das Team der Abteilung für Verhaltensbiologie des Instituts für Neuro- und Verhaltensbiologie der WWU untersucht mit Hundehaltern aus der Bevölkerung die Zusammenhänge zwischen Emotionen, lateralisiertem Verhalten (dabei handelt es sich um unterschiedliche Funktionsweisen der rechten und linken Hirnhälfte) und der Persönlichkeit des Hundes. Dazu dokumentieren die Hundehalter mithilfe einer Smartphone-Anwendung das Hundeverhalten während eines Spaziergangs oder zu Hause. Beantwortet werden dabei unter anderem folgende Fragen: Welches Bein hebt der Hund beim Gassi gehen? Wie sind der emotionale Zustand und der Grad der Erregung des Tieres? Was trivial klingt, ist für die Wissenschaftler und Citizen-Scientists sehr relevant, um das Tierverhalten in einem nicht-wissenschaftlichen Kontext besser zu verstehen. Es ermöglicht ihnen, Aussagen zum Wohlergehen der Tiere zu treffen und tierschutzrelevante Fragen zu beantworten sowie davon ableitend gesetzliche Rahmenbedingungen zu definieren.

© Catharina Kähler AFO WWU

Der aktuelle Ausschreibungszeitraum ist beendet.

Forschung und Lehre sind für die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) kein Selbstzweck. Sie versteht sich als Motor des gesellschaftlichen Fortschritts. Das beinhaltet, all jene in die Wissenschaft einzubeziehen, für die sie gemacht ist: die Zivilgesellschaft.

Die Universität Münster möchte den Stellenwert des Citizen-Science-Ansatzes innerhalb der Universität stärken, für das Citizen-Science-Potenzial in Forschungsprojekten sensibilisieren und neue Projekte anregen und schreibt deswegen erstmals den mit 10.000 Euro geförderten WWU-Citizen-Science-Wettbewerb aus.

Es können sowohl neue als auch bereits bestehende Projekte gefördert werden, bei denen WWU-Wissenschaftler_innen gemeinsam mit Bürger_innen zu einem konkreten Thema forschen. Gefördert werden bis zu zwei Arbeiten mit einer Gesamtsumme von 10.000 Euro und einer frei wählbaren Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Das Projekt muss den Citizen-Science-Kriterien der WWU entsprechen.      

Bewerbung
Antragsberechtigt sind Kooperationen von WWU-Angehörigen und externen KooperationspartnerInnen. Angehörige können sowohl Studierende sein, sofern eine wissenschaftliche Betreuung vorliegt, als auch Wissenschaftler_innen. Externe KooperationspartnerInnen können sowohl Institutionen (wie z.B. Vereine, Verbände, Bildungseinrichtungen) als auch Privatpersonen sein.

Der Antrag soll enthalten (max. 5 Seiten):               

  • Beteiligte im Projektteam,
  • wissenschaftliche Fragestellung des Projektes, ihre Umsetzung und Erläuterung der Methoden,
  • Ausprägung des Citizen Science-Ansatzes und Form der Kooperation mit Bürger_innen,
  • Erläuterung des Mehrwertes für das Projekt durch den Citizen Science-Ansatz,
  • Kommunikations- und Transferstrategie in die Gesellschaft, inklusive der angestrebten Publikationen und Verwertung der Ergebnisse,
  • angestrebte Laufzeit,
  • einen Finanzplan, der ggf. weitere Förderungen offenlegt.           

Mitglieder der Citizen-Science-AG der WWU sind nicht antragsberechtigt.

Auswahlkriterien sind:                

  • erwarteter wissenschaftlicher Output,
  • Mehrwert der Bürgerbeteiligung für das konkrete Projekt,
  • Grad der Bürgerbeteiligung,
  • Nutzen für die beteiligten Bürger_innen und die Gesellschaft, 
  • Konzept zur Publikation, Kommunikation und Verwertung der Ergebnisse.

Frist
Die vollständigen Bewerbungsunterlagen sind bis zum 15. Mai 2019 als PDF-Dokument  an citizen.science@wwu.de zu richten. 

Kontakt
Bei Fragen steht Monika Koop (monika.koop@uni-muenster.de, T. 0251-83 21444) zur Verfügung.