Abgeschlossen

Helden und Außenseiter. Zum Umgang mit dem NS in Westfalen nach 1945.

Über das ‚Kriegerdenkmal‘ und seine Inschrift wird in Sprakel seit 1979 umstritten.
© Privat

Wie ging die Gesellschaft in der jungen Bundesrepublik mit den Helden und Ausgegrenzten des NS um? Wie etwa behandelte sie Holocaust-Überlebende und ehemalige Widerstandskämpfer einerseits und im Nationalsozialismus aktive Kommunalpolitiker andererseits? Wie arbeiteten Entnazifizierungsausschüsse und welche Haltung nahmen die im Dritten Reich als Helden gefeierten Soldaten in Veteranenverbünden zum neuen Staat ein? An Beispielen aus ihren Heimatorten untersuchen die Citizen Scientists diese ‚zweite Geschichte des Nationalsozialismus‘ (Peter Reichel) in Westfalen.

Das Projekt wurde vom Sommersemester 2016 bis zum Wintersemester 2017/18 im Rahmen eines viersemestrigen Seminars ‚Forschendes Lernen‘ des Studium im Alter an der WWU durchgeführt. Die zwölf älteren Studierenden agierten dabei als Citizen Scientists und gestalteten den gesamten Forschungsprozess in allen seinen Stadien von der Ausarbeitung der genauen wissenschaftlichen Fragestellung bis hin zur Publikation selbstständig. Die Aufgabe der Projektleiterin Dr. Veronika Jüttemann bestand in der Ausschreibung und Koordination des Gesamtprojekts, der wissenschaftlichen Begleitung und - bei Bedarf - der Einführung in bestimmte historische Methoden und Arbeitsweisen.

Die Ergebnisse wurden online publiziert: https://miami.uni-muenster.de/Record/688cba90-b39e-47f7-b421-5b9cb03ce808
Beim „Historischen zur Kaffeezeit“ wurden sie in Kooperation mit der Stadt Münster in einem Münsteraner Cafe an vier Nachmittagen im Januar 2019 jeweils ca 100 Zuhörern vorgestellt. In Zusammenarbeit der Studiobühne unter der Leitung von Dr. Ortwin Lämke entstand aus den den Arbeiten zu Grunde liegenden Quellen zudem eine szenische Lesung, die in Münster und verschiedenen Orten des Münsterlandes 2018 und 2019 aufgeführt wurde.

Kontakt: veronika.juettemann@uni-muenster.de