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Münster (upm/ch)
Doktorand Johannes Ernst (l.) und Prof. Dr. Frank Glorius<address>© WWU/AK Glorius</address>
Doktorand Johannes Ernst (l.) und Prof. Dr. Frank Glorius
© WWU/AK Glorius

Chemiker erhalten Auszeichnung im "Doppelpack"

Internationales Edelmetall-Institut ehrt Prof. Dr. Frank Glorius und Doktoranden Johannes Ernst

Dass das "International Precious Metals Institute" (IPMI) gleich zwei Auszeichnungen an münstersche Chemiker vergibt, ist etwas Besonderes. Nur wenige Träger der "IPMI Awards" kommen aus Europa, die meisten forschen in den USA. 2017 jedoch ist die WWU im Doppelpack vertreten: Prof. Dr. Frank Glorius vom Organisch-Chemischen Institut erhält einen mit 5000 US-Dollar dotierten "Faculty Advisor Award". Sein Doktorand Johannes Ernst wird mit einem "Student Award" ausgezeichnet, der mit 20.000 US-Dollar dotiert ist. Die Auszeichnungen werden im Juni in Florida, USA, vergeben.

Frank Glorius wird für sein Engagement bei der Betreuung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern geehrt. Der Chemiker möchte vor allem Begeisterung für die Forschung entfachen. Er nimmt sich viel Zeit für Gespräche mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und bietet ihnen exzellente Forschungsbedingungen. Dabei gewährt er ihnen Entscheidungsfreiheit und Eigenständigkeit. Gleichzeitig spielt für Frank Glorius der Austausch innerhalb der international aufgestellten Arbeitsgruppe eine wichtige Rolle – auf fachlicher Ebene, aber auch kulturell und persönlich. So soll der wissenschaftliche Nachwuchs zu mündigen, erfolgreichen Forschern heranwachsen.

Für seine herausragende Forschung über Edelmetall-Katalysatoren honoriert das IPMI Johannes Ernst. Katalysatoren sind Moleküle, die einzelne Reaktionsschritte beschleunigen oder erst möglich machen. Edelmetalle wie zum Beispiel Gold, Platin und Palladium werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften in der Katalyse eingesetzt. Johannes Ernst verwendet spezielle organische Moleküle, sogenannte N-heterocyclische Carbene, um die Eigenschaften der Edelmetall-Katalysatoren zu verbessern. Beispielsweise kann durch eine Bindung der organischen Moleküle an die Katalysatoren die chemische Reaktion passgenauer werden, sodass mehr von dem gewünschten Produkt entsteht. Es ist auch möglich, die Eigenschaften des entstehenden Produktes zu verbessern.

Das IPMI wurde 1976 von Professoren verschiedener hochrangiger US-amerikanischer Universitäten gegründet. Das Institut hat sich auf die Fahnen geschrieben, Informationen über Edelmetalle – unabhängig von der jeweiligen fachlichen Perspektive – zu sammeln und öffentlich zu machen.