Bildrechte

Zum Thema Bildrechte lassen sich grundsätzlich zwei Bereiche voneinander abgrenzen, die für den angehenden Filmemacher von Interesse sind: 
  1. Das Persönlichkeitsrecht von Personen, die im Film gezeigt werden (Das Recht am eigenen Bild)
  2. Das Urheberrecht, verbunden mit dem Nutzungsrecht für Bilder, die der Filmemacher entweder selbst oder andere Künstler (Fotografen, Filmemacher, Zeichner usw.) erstellt haben.
    Mehr zum Thema Urheberrecht

Selbstbestimung

Das Recht am eigenen Bild, oder Bildnisrecht, besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden (vgl. Gesetzestext betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KUG), §§ 22 – 24).
Mehr zu dem  Thema auf den Seiten des Bundesjustizministeriums

Schriftliches Einverständnis

Konkret bedeutet das: Jeder, der einen Film auf unserem Videoportal veröffentlichen möchte, muss gewährleisten, dass Personen, die im Film gezeigt werden, mit der Veröffentlichung im Internet einverstanden sind. Die sicherste Art und Weise, eine Einwilligung zur Veröffentlichung einzuholen, ist eine schriftliche Einverständniserklärung der gefilmten Personen.
Muster für eine schriftliche Einverständniserklärung (pdf-Dokument zum Download)

"Stillschweigendes" Einverständnis

Prinzipiell reicht es ebenso, wenn die Person ein mündliches Einverständnis gegeben hat. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn im Rahmen eines journalistischen Beitrags ein Interview geführt wird und der Interviewte über die Verwendung des Materials hinreichend aufgeklärt wurde und der Veröffentlichung mündlich zustimmt.
Allerdings gibt es in Streitfällen das Problem der Beweislast, denn der Filmemacher muss in der Regel beweisen, dass die Person mit der Veröffentlichung einverstanden war. Insbesondere bei kritischen Beiträgen ist daher das Einholen einer schriftlichen Einwilligung zu empfehlen.

Öffentliche Orte

Wenn der Filmemacher auf öffentlichen Plätzen filmt und bei der Aufnahme eines bestimmten Motives Personen zufällig ins Bild geraten, gelten diese Personen als unwesentliches „Beiwerk“ und müssen nicht explizit gefragt werden (siehe § 23 Abs. 1 Nr. 2 KUG).
Ebenso dürfen Personen, die als Menschenmenge auf einer Versammlung oder Veranstaltung erscheinen, ohne Zustimmung veröffentlicht werden (siehe § 23 Abs. 1 Nr. 3 KUG). Aber Vorsicht: Einzelbilder von Personen aus der Menge fallen nicht unter diese Abbildungsfreiheit!

Personen der Zeitgeschichte

Eine weitere Ausnahme gibt es bei Personen der Zeitgeschichte. Darunter sind unter anderem Politiker, Schauspieler oder "Promis" zu verstehen, also Personen, die aufgrund ihrer Stellung, Taten oder Leistungen außergewöhnlich herausragen und deshalb im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Als Faustformel gilt: Je mehr eine Person im öffentlichen Interesse steht, desto eher muss sie eine Berichterstattung mit Bildern dulden. Aber auch das gilt nicht ausnahmslos, denn die Aufnahme darf sich nur auf den öffentlichen Bereich beziehen.

Filmaufnahmen in privaten Räumen

Generell ist bei Filmaufnahmen in privaten Räumen besondere Vorsicht geboten. Hier darf grundsätzlich nur mit Genehmigung für Filmaufnahmen in diesen Räumlichkeiten gefilmt werden, auch wenn keine Personen im Bild sind.

Vorsicht bei Minderjährigen!

Einem besonderen Persönlichkeitsschutz unterliegen auch minderjährige Personen. Ein Kind allein kann keine Zustimmung zur Veröffentlichung seines Bildnisses erteilen – erforderlich ist immer die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

Beim Drehen mit Kindern gelten zudem besondere gesetzliche Vorschriften. So dürfen Kinder als „Kleindarsteller“ maximal drei Stunden pro Tag mit durchgängiger Betreuung und ausreichenden Pausen gefilmt werden. Zudem muss eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Kinderarztes vorliegen und ein Antrag auf Beschäftigung Minderjähriger bei Filmaufnahmen (Ausnahmebewilligung) beim Gewerbeaufsichtsamt gestellt werden.
Nähere Infos zu diesem Thema bei "movie-college.de"
Informationen der Berlin Brandenburg Film Commission


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