"Es gibt immer 'was zu tun"

Ehemaligentreffen der WWU: Knapp 100 Ruheständler kehren an die Uni zurück
von Christina Moebus

März 2012
13 Ehemaligentreffen

Karl Schubert besuchte beim Ehemaligentreffen auch
seinen früheren Arbeitsplatz: den Botanischen Garten.

Foto: Peter Grewer

Fast 100 ehemalige WWUler tummeln sich vor dem Eingang der Mensa am Ring. Die einen begrüßen sich mit einem freundschaftlichen Schulterklopfen, die anderen beobachten das bunte Treiben noch etwas scheu aus einem hinteren Winkel. Namensschildchen werden an die Männer und Frauen verteilt. Sie alle sind leger gekleidet. Es ist der Auftakt des traditionellen Ehemaligentreffens der Uni Münster: Vom Gärtner über den Sekretär bis hin zum Dekan – alle ehemaligen Verwaltungsangestellten, die mittlerweile ihren Ruhestand genießen, hatten eine Einladung bekommen.

Karl Schubert ist für das Treffen aus Everswinkel angereist. „Ah, da sind ja meine Jungs“, ruft er einer kleinen Männer-Gruppe zu und schüttelt gut gelaunt jedem Einzelnen die Hand. 27 Jahre hat er an der WWU gearbeitet, er war Fachmann für die Energie- und Stromversorgung. „Bei mir war es nie eintönig, ich habe immer woanders gearbeitet, am Fürstenberghaus, im Botanischen Garten oder in der alten Uni-Klinik“, erinnert er sich. 1989, das Jahr der Wende, war schließlich auch für ihn mit Veränderungen verbunden: In diesem Jahr trat er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand.

Einen Strich unter sein Arbeitsleben hat der rüstige 73-Jährige trotzdem nicht gemacht. „Es interessiert mich zu sehen, was aus den ehemaligen Kollegen und der Uni geworden ist“, sagt er. Alle zwei bis drei Jahre lädt die Hochschule ehemalige Verwaltungsangestellte ein, um sie über aktuelle Entwicklungen aus dem Laufenden zu halten – das reizt Karl Schubert. Nach dem ersten Begrüßungsplausch geht es für die ganze Gruppe zum Informations-Rundgang.

Koordinator Manfred Kuypers führt die ehemaligen WWU-Mitarbeiter über das Gelände der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät. Während des Spaziergangs tauschen sich Karl Schubert und seine ehemaligen Kollegen aus und schwärmen von den alten Zeiten. „Die Straße dort drüben, die gab es zu meiner aktiven Zeit noch gar nicht“, ist sich Karl Schubert sicher. „Und wo jetzt die Pharmazie steht, war vorher eine Sportanlage“, fügt einer der anderen Besucher hinzu. Ein bisschen stolz erzählt Karl Schubert von damals: „Wir konnten mit unseren Parkplaketten parken, wo wir wollten – egal ob gerade Send oder Flohmarkt war.“ Er schmunzelt: „Da hat sich wohl vieles geändert, aber für uns war das schon sehr praktisch.“

Tatsächlich hat sich im Laufe der Jahre viel verändert an der Universität. Die Internationalisierung der Studiengänge, der anstehende doppelte Abiturjahrgang, die Modernisierung der Computertechnik: Das alles sind Aufgaben, die einen hohen Verwaltungsaufwand fordern, erklärt der nach 33 Dienstjahren kürzlich in den Ruhestand getretene Baudezernent Reinhard Greshake. Eine weitere Veränderung ist, dass seit 2001 der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen Eigentümer fast aller universitären Gebäude ist. „Wir sind also nur noch Mieter. Das zieht oft Abstimmungsschwierigkeiten nach sich.“

Karl Schubert sieht diese Entwicklungen aber gelassen. „Es gibt immer ‘was zu tun, mit Veränderungen muss man umgehen können“, sagt er. Insofern hatte er auch keine großen Schwierigkeiten damit, vom Arbeitsleben an der WWU Abschied zu nehmen und in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. Und trotzdem: Einen Besuch bei der ehemaligen Arbeitsstätte und einen Plausch mit den alten Kollegen wollte er sich nicht entgehen lassen.


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