Kontakte knüpfen
Auszubildende Mareike Schulz machte ein Auslandspraktikum an der Uni Twente
von Thomas Böckenholt

Während ihres Auslandspraktikums an der Uni Twente sammelte Mareike Schulz wichtige Erfahrungen für ihre Ausbildung an der WWU.
Foto: privat
Ich war sofort begeistert und wollte los“, erinnert sich Mareike Schulz. Sie ist angehende Chemielaborantin im dritten Ausbildungsjahr und erfuhr von ihrem Ausbildungsleiter Thomas Böckenholt, dass Azubis an der WWU die Möglichkeit haben, ein Praktikum im Ausland zu machen. Vier Wochen verbrachte sie am Institut für Organische Chemie an der Universität Twente in den Niederlanden. Bart Jan Ravoo, selbst Niederländer und Professor im Arbeitskreis „Synthese Nanoskaliger Systeme“ am Organisch-Chemischen Institut der WWU, stellte letztlich den Kontakt zur Universität Twente und zur Arbeitsgruppe von Prof. Jeroen Cornelissen (Biomolecular Nanotechnology) her.
„In der Vorbereitungsphase habe ich vieles selbst organisiert – das war eine wichtige Erfahrung“, berichtet die Auszubildende. „Vor allem die Bewerbung für das Programm, das ich mir ausgesucht hatte, war eine große Herausforderung für mich – die musste ich in Englisch schreiben“, berichtet Mareike Schulz. Die angehende Chemielaborantin informierte die Personal- und Organisationsentwicklung über ihre Pläne und holte sich grünes Licht. Im nächsten Schritt nahm sie Kontakt zur Industrie- und Handelskammer auf. Dort finden Auszubildende, die ein Auslandspraktikum machen möchten, Ansprechpartner, insbesondere auch zum Thema Finanzierungsmöglichkeiten. Abhängig von Zielland und Dauer stehen unterschiedliche Finanzierungsquellen zur Verfügung, sodass dafür gesorgt ist, dass nur die Dinge des täglichen Bedarfs von den Azubis selbst gezahlt werden müssen. Sogar vorbereitende Sprachkurse werden unterstützt.
„An meinem ersten Arbeitstag haben mich alle total freundlich begrüßt“, erinnert sich Mareike. In den folgenden vier Wochen machte ihr nicht nur ihre Tätigkeit an der Uni in Enschede großen Spaß, bei der sie intensiv in die Arbeit in den Laboren eingebunden war, sondern fühlte sich auch darüber hinaus rundum wohl. Dafür sorgte unter anderem ihre Wohnung, die auf dem stadtnahen Campus lag, wo viele Sportanlagen eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten boten. „Außerdem war die Lage meiner Wohnung der ideale Ausgangspunkt, um Land und Leute auch abseits des Unilebens näher kennenzulernen“, erzählt sie.
Obwohl sich Mareike Schulz beim Schreiben der Bewerbung auf Englisch noch schwer getan hatte, verflogen ihre Befürchtungen ob möglicher Sprachbarrieren bald. „Eine wichtige Erfahrung für mich war, dass ich vom ersten Tag meines Praktikums in einem internationalen Umfeld Englisch sprechen musste.“ Die befürchteten Sprachprobleme waren weniger schlimm als angenommen. Mareike Schulz ist mit vielen neuen Eindrücken und begeistert nach Münster zurückgekehrt. „Ich empfehle jedem, der die Gelegenheit hat, ein Praktikum im Ausland zu machen, diesen Schritt zu gehen, auch wenn man vorher etwas Angst hat.“ Aus Sicht von Thomas Böckenholt, dem Verantwortlichen für die Grundsatzangelegenheiten der Ausbildung an der Universität Münster, ist ein solches Auslandspraktikum an einer Partnerhochschule ein Baustein, der in der Ausbildung an einer international ausgerichteten Hochschule in Zukunft immer wichtiger werden wird. „Die Wissenschaftler der WWU, die über ihre Netzwerke den Austausch zu anderen europäischen Hochschulen und insbesondere den Partnerhochschulen ermöglichen, sind daher wichtige strategische Partner“, erläutert er.
So wie Bart Jan Ravoo, der seine Kontakte in sein Heimatland nach eigener Aussage gerne genutzt hat, um Mareike Schulz ihren Austausch in die Niederlande zu ermöglichen. „Ich habe auch schon zwei weitere Anfragen von Auszubildenden, denen ich hoffentlich über mein Netzwerk ein Auslandspraktikum ermöglichen kann“, betont der Chemiker. In beiden Fällen solle es dann aber eine andere europäische Hochschule werden.
Wohin die nächsten Azubis auch gehen – Mareike Schulz hat für die Chemielaboranten den Anfang gemacht. Gerade deshalb und weil sie ihren Austausch selbstständig organisiert hat, ist sie um eine wichtige Erfahrung innerhalb ihrer Ausbildung an der WWU, aber auch im Leben, reicher!
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