Wissenschaftstheoretische Kompetenz

Jedes wissenschaftliche Vorgehen verweist, zumindest implizit, auf wissenschaftstheoretische Fragen: Was zeichnet Wissenschaft aus, und wie unterscheidet sie sich von anderen Meinungssystemen? Wie können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre mutmaßlichen Erkenntnisse rechtfertigen? Gibt es wissenschaftlichen Fortschritt?

Die Wissenschaftstheorie ist eine relativ junge Teildisziplin der Philosophie, in deren Mittelpunkt die Grundlagen der Wissenschaft im Allgemeinen sowie spezielle Themenfelder aus den Einzelwissenschaften stehen. Sie leitet zur Reflexion über wissenschaftliche Methoden und Ziele an und beleuchtet explizite wie implizite Grundannahmen, auf die sich die Wissenschaften stützen.

Im Rahmen der Allgemeinen Studien ist der Erwerb von wissenschaftstheoretischen Kompetenzen im Hinblick auf folgende Aspekte von besonderer Bedeutung:

Die Studierenden werden zum einen zu einer kritischen Reflexion der Methodik und Begrifflichkeiten ihrer Disziplin hingeführt.

Durch die Konfrontation mit den Perspektiven anderer Disziplinen werden die Studierenden zum anderen dazu angeregt, die Reichweite ihres eigenen Fachgebiets zu überdenken, über Fachgrenzen hinauszublicken und eine Sensibilität für methodologische Streitfragen zu entwickeln. Die Studierenden werden somit auf Anforderungen der modernen Wissensgesellschaft vorbereitet, die unter dem Vorzeichen von Spezialisierung einerseits und Kooperation (mit anderen Spezialisten) andererseits steht. Auch und gerade im Zusammenhang mit der Rolle, die die Allgemeinen Studien im Zwei-Fach-Bachelor-Studiengang spielen, wird es darüber hinaus den Studierenden ermöglicht, eine produktive interdisziplinäre Verknüpfung ihrer Studienfächer zu entwickeln.

Aus dem skizzierten wissenschaftstheoretischen Konzept ergeben sich im Bereich der Lehre folgende Aufgaben:

1. In einführenden Seminaren werden den Studierenden zentrale Begriffe und Argumentationsstrukturen der Wissenschaftheorie vermittelt.

2. Durch das Studium klassischer Werke erhalten die Studierenden Einblicke in Grundpositionen der Wissenschaftstheorie. Eine zentrale Rolle kommt dabei der intensiven und kritischen Textarbeit sowie der Erschließung komplexerer Zusammenhänge zu.

3. In historischer Perspektive werden Ursprünge des Verständnisses von Erkenntnis und Wissen seit der Antike beleuchtet. Gleichzeitig werden paradigmatische Veränderungen im Wissenschaftsverständnis und ihre Folgen für die Wissenschaftspraxis untersucht.


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