Krankenversicherung für Studierende

Studierende an staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschulen sind grundsätzlich während des Studiums krankenversicherungspflichtig.

Bei einer Einschreibung gehört der Nachweis des Krankenversicherungsschutzes zu den obligatorisch einzureichenden Unterlagen (§ 2 Studentenkrankenversicherungs-Meldeverordnung).

Während des Studiums muss beim Wechsel der Krankenkasse unverzüglich eine Bescheinigung über den neuen Krankenversicherungsschutz an das Studierendensekretariat gesandt werden.

Informationen für deutsche Studierende

  • Gesetzlich krankenversichert

    Auf der einzureichenden Versicherungsbescheinigung 'zur Vorlage bei der Hochschule' oder 'für die Einschreibung' muss die Krankenversicherungsnummer, die Betriebsnummer und der Vermerk "ist bei uns versichert" angegeben sein. Diese Daten müssen zwingend von der Hochschule erhoben werden, damit sie den gesetzlichen Krankenkassen eine Meldung über die Ein- und die Ausschreibung geben kann (§ 200 Absatz 2 Sozialgesetzbuch Ⅴ).

  • Privat krankenversichert

    Studierende, die bei einer privaten Krankenversicherung versichert sind, müssen sich von der studentischen Krankenversicherung befreien lassen. Dafür legen sie den Nachweis der privaten Krankenversicherung bei der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse vor. Beim Wechsel von einer gesetzlichen zu einer privaten Krankenversicherung ist die vorherige gesetzliche Krankenkasse zuständig. Bei allen anderen privat Versicherten stellt die AOK des Wohnortes oder des Hochschulortes die Befreiungsbescheinigung bzw. eine Bescheinigung über die Versicherungsfreiheit aus.

  • Beihilfeberechtigt oder im Ausland versichert

    Eine Bescheinigung über die Versicherungsfreiheit bzw. die Befreiung von der Versicherungspflicht stellt die örtliche AOK bzw. der Studentenservice einer gesetzlichen Krankenkasse aus.

  • Hintergrund

    Das am 1. Januar 1989 in Kraft getretene Gesetz zur Strukturreform im Gesundheitswesen (Gesundheits-Reformgesetz) hat für die Krankenversicherung der Studierenden zum Teil gravierende Änderungen ergeben. Gemäß § 5 Absatz 1 Nr. 9 Sozialgesetzbuch Ⅴ sind Studierende versicherungspflichtig nur bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, längstens bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Studierende, die das 14. Fachsemester bzw. das 30. Lebensjahr überschritten haben, sind nicht mehr versicherungspflichtig und müssen darüber eine Bescheinigung einer gesetzlichen Krankenkasse vorlegen. Über eine mögliche freiwillige Weiterversicherung informieren die Krankenkassen.

    Aufgrund des § 200 Absatz 2 Fünftes Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 1988, BGBl I Seite 2477), der zuletzt durch Artikel 1 Nr. 6 des Gesetzes vom 10. Mai 1995 (BGBl I Seite 678) geändert worden ist, hat das Bundesministerium für Gesundheit die Verordnung über Inhalt, Form und Frist der Meldungen sowie das Meldeverfahren für die Krankenversicherung der Studenten (Studentenkrankenversicherungs-Meldeverordnung) vom 27. März 1996 erlassen. Diese Verordnung ist veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Teil Ⅰ vom 9. April 1996 Nr. 20, Seite 568. Die Verordnung trat am 1. Juni 1996 in Kraft. Gemäß § 2 hat jeder Studienbewerber der Hochschule zur Einschreibung eine Versicherungsbescheinigung einzureichen. In der Versicherungsbescheinigung ist anzugeben, ob der Studierende versichert oder versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nicht versicherungspflichtig ist.

Informationen für ausländische Studierende

  • Versichert in einem Mitgliedsstaat der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz

    Es kann sein, dass die Krankenversicherung, die Sie im Ihrem Heimatland haben, auch in Deutschland gilt. Das trifft in der Regel für gesetzliche Versicherungen aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen und aus der Schweiz zu. Falls Sie eine gesetzliche Krankenversicherung in diesen Ländern haben, achten Sie darauf, dass Ihre Krankenkasse Ihnen eine europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) ausstellt. Ihre Versicherung deckt eventuell nicht alle Kosten in Deutschland ab. Erkundigen Sie sich schon vor der Einreise sehr genau, welche Leistungen Sie in Deutschland in Anspruch nehmen dürfen.

    Wenn Sie länger als drei Monate in Deutschland bleiben werden, sollten Sie zudem das Formular E 106 oder S1 bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Hiermit können Sie sich bei einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (z. B. der Techniker Krankenkasse, der AOK, der Barmer etc.) anmelden. Falls Sie dieses Formular nicht ausgestellt bekommen, versichern Sie sich bitte bei einer gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Für Studierende unter 30 Jahren kostet die Versicherung ca. 80 Euro pro Monat.

    Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Deutschen Studentenwerks

  • Außerhalb der EU krankenversichert oder bisher ohne Krankenversicherung

    Falls Sie in einem Land außerhalb der EU krankenversichert sind, fragen Sie bitte bei einer gesetzlichen deutschen Krankenversicherung (z. B. der Techniker Krankenkasse, der AOK, der Barmer etc.) nach, ob Ihr Versicherungsschutz ausreichend ist. Falls Sie keine Krankenversicherung haben, die in Deutschland ausreicht, können Sie sich zu einem Studententarif von ca. 80 Euro monatlich bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichern. Sie können sich auch bei einer privaten deutschen Krankenkasse versichern (z. B. Victoria Versicherungen, CareMed etc.). In diesem Fall müssen Sie aber einen Befreiungsbescheid von einer gesetzlichen Krankenkasse beantragen und diesen bei der Einschreibung vorlegen.

    Studienanfänger, die älter als 30 Jahre sind, können den Studententarif der gesetzlichen deutschen Krankenkassen leider nicht bekommen.

    Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Deutschen Studentenwerks

Informationen für DSH-Sprachkursteilnehmer

Wer in Deutschland an einem studienvorbereitenden Sprachkurs teilnimmt, kann sich nicht in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. In diesem Fall muss eine private Versicherung gewählt werden, auch wenn für die Einschreibung selbst kein Krankenversicherungsnachweis vorgelegt werden muss. Ist der Sprachkurs beendet, können Studierende, die jünger als 30 sind, für ihr Studium in die gesetzliche Krankenkasse wechseln.