Unsere Auszeichnung mit dem Anton-Roesen-Preis 2009 - Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

Jana Lange, Betriebswirtschaftslehre, 4. Semester Master
© Jana Lange

Wenige Orte sind für mich als Europäerin so interessant wie die Stadt und Insel Singapur, in der ich zurzeit ein Praktikum absolviere. Sie stellt ein Musterbeispiel für die Mannigfaltigkeit der östlichen Rassen, für viele verschiedene Kulturen und Sitten dar und stellt ebenso beispielhaft zur Schau, wie die Bewohner mit ihren kulturellen Eigenheiten, eigenen Sprachen und speziellen kulinarischen Gewohnheiten friedlich zusammenleben können. Nicht nur vor dem Hintergrund der geschichtlichen Vergangenheit, sondern auch aufgrund aktueller politischer Entwicklungen, hat gerade diese Herausforderung in Deutschland wieder deutlich an Brisanz gewonnen. Angeregt durch Hans Carls und Maria Husemann - zwei Persönlichkeiten aus meiner Heimatstadt Wuppertal, die sich aktiv dem Naziterror widersetzten und daraufhin 1943 in meiner ehemaligen Schule, dem St. Anna Gymnasium, von der Gestapo verhaftet wurden, schloss ich mich 2007 mit einigen anderen Schülern zusammen, um unter wissenschaftlicher Begleitung die offizielle Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus zu organisieren. In monatelanger Arbeit mit der Sichtung von Literatur, Zeitzeugenbefragungen und Spurensuchen in Wuppertal, gelang es uns, einen Gedenktag zu veranstalten, der nicht nur bei zahlreichen Besuchern und der örtlichen und überregionalen Presse, sondern auch beim Oberbürgermeister Peter Jung einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Zur Freude der gesamten AG wurde unser Projekt 2009 durch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner mit dem Anton-Roesen-Preis 2009 ausgezeichnet. Die intensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat uns alle nachhaltig geprägt. Insbesondere die Exkursion zu den KZ Gedenkstätten Flossenbürg/Oberpfalz und Dachau hat mich angesichts der dort dokumentierten grauenhaften Zustände und des unermesslichen Leids nachdenklich und betroffen gemacht, weswegen ich auch heute noch oft daran zurückdenke. Da ebensolche Projekte für mich eine sowohl fachliche als auch persönliche Bereicherung darstellen, liegt mir nun sehr viel daran, im Rahmen meines ProTalent Stipendiums ein weiteres Projekt aktiv zu unterstützen. Weitere Talente