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Münster (upm/ja)

"Nestle-Aland", die 28.

Institut für Neutestamentliche Textforschung präsentiert neue Auflage des griechischen Neuen Testaments

Eine neue Auflage einer seit über 100 Jahren anerkannten und bewährten Edition? Eigentlich nichts Besonderes, möchte man meinen. In diesem Fall aber doch: Mehr als zehn Jahre hat die Durchsicht und Überarbeitung der weltweit benutzten Handausgabe des griechischen Neuen Testaments gedauert, nun ist die 28. revidierte Auflage des "Novum Testamentum Graece"  - nach dem ersten Herausgeber Eberhard Nestle (1851-1913) und dem späteren Kurt Aland (1915-1994) oft auch "Nestle-Aland" genannt - erschienen. Sie wurde heute (Donnerstag) in Münster der Öffentlichkeit vorgestellt.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Strutwolf, Direktor des Instituts für neutestamentliche Textforschung sowie des Bibelmuseums an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, hat ein Mitarbeiterteam den textkritischen Apparat, also zusätzliche Passagen, die Leser zu einem eigenen Urteil in Fragen der neutestamentlichen Textforschung anregen, revidiert: Hunderte von griechischen Handschriften des Neuen Testaments wurden überprüft und ausgewertet, neu gefundene Handschriften eingearbeitet.

Zudem wurde die bisher stark komprimierte Darstellung in der kritischen Edition übersichtlicher und einfacher gestaltet. Bei der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart wurden sämtliche Verweise auf Parallelstellen in der Bibel überarbeitet. Insgesamt hat sich an 34 Stellen der 28. gegenüber der 27. Auflage des Nestle-Alands geändert.

Darüber hinaus wurde die Ausgabe technisch auf eine neue Basis gestellt. Obertext und Apparat liegen jetzt im XML-Format vor, das die Publikation im Druck und in digitaler Form aus derselben Datenquelle ermöglicht. Es ist geplant, im Laufe des kommenden Jahres das traditionsreiche Novum Testamentum Graece auch für PC, Tablet-Computer und sogar für Smartphones anzubieten. Zukunftsweisend ist auch die Anbindung dieser "kleinen" Edition, die vor allem für das Textstudium und den akademischen Unterricht konzipiert ist, an die Editio Critica Maior, die im Rahmen eines Projekts der "Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste" (Düsseldorf)  ebenfalls am Institut für Neutestamentliche Textforschung erarbeitet wird.

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