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Münster (upm/ja)

ULB digitalisiert Karten-Sammlung "Haxthausen"

ULB digitalisiert Altkarten-Sammlung „Haxthausen“ / 1500 Karten für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich
Karte von Persien und dem südlichen Russland aus der berühmten Kartendruckerei Homann in Nürnberg, ca. 1720© WWU - ULB
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Sie gelten Wissenschaftlern als historische Quelle ersten Ranges: Eine Vielzahl sogenannter "Altkarten" – Karten, die vor der Mitte des 19. Jahrhunderts gezeichnet oder gedruckt wurden – hat die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) der Universität Münster für die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit jetzt zugänglich und bequem am Bildschirm lesbar gemacht. Die Kartensammlung aus dem westfälischen Adelsgeschlecht "Haxthausen", die aus mehr als 1.500 Karten, Zeichnungen und Atlanten besteht und bislang "nur" in einem gedruckten Katalog erschlossen war, wurde digitalisiert und im ULB-Online-Katalog erfasst. Damit sind die auch unter ästhetischen Aspekten ansprechenden Altkarten, darunter teils spektakuläre Kupferstichwerke, leicht und komfortabel recherchierbar. Hinzu kommt, dass dank der hochwertig erstellten Digitalisate auch Details auf den Karten leichter erkennbar sind.

Die Kartensammlung sowie den Nachlass und die Bibliothek des Freiherrn August von Haxthausen (1792-1866) erwarb die Universität 1967. Der Privatgelehrte und Onkel der westfälischen Dichterin Annette von Droste Hülshoff war Agrarwissenschaftler, Nationalökonom, Jurist und Schriftsteller. Zudem sammelte er Märchen- und Volkslieder. Als Reisender, vor allem in Ostmitteleuropa, in Russland und im Kaukasus, verfasste er eigene Werke, wie "Studien über Russland" oder "Transkaukasia".

Grundsätzlich gibt es nicht viele Bibliotheken, die über große Sammlungen von Altkarten verfügen. Hintergrund ist, dass derartige Materialien in den Bibliotheken nicht immer als sammelwürdig galten, und dass sie oft sperrig und schwer handhabbar sind. Auch in Münsters ULB  gibt es nur relativ wenige Altkarten. Sie sind aber eine wichtige Quelle etwa für die Siedlungsgeschichte, die politische Geschichte und die Wirtschaftsgeschichte, denn sie legen unmittelbar Zeugnis ab von den Geschehnissen vergangener Zeiten.

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