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Münster (upm/ch)

Ehre für einen "Freund Münsters"

Fachbereich Chemie und Pharmazie verleiht Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Kazuyuki Tatsumi
Prodekan Prof. Dr. Jan Andersson (links) verlieh Prof. Dr. Kazuyuki Tatsumi die Ehrenpromotion des Fachbereichs Chemie und Pharmazie.<address>© WWU - Grewer</address>
Prodekan Prof. Dr. Jan Andersson (links) verlieh Prof. Dr. Kazuyuki Tatsumi die Ehrenpromotion des Fachbereichs Chemie und Pharmazie.
© WWU - Grewer

In einer Feierstunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat der Fachbereich Chemie und Pharmazie dem japanischen Chemiker Prof. Dr. Kazuyuki Tatsumi von der Universität Nagoya am Montag, 9. Mai, die Ehrendoktorwürde verliehen. Prof. Dr. Jan Andersson, Prodekan für Studienangelegenheiten, überreichte die Urkunde. Der Festakt fand im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums der deutsch-japanischen "International Research Training Group" (IRTG) Münster-Nagoya statt.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Gerhard Erker, Sprecher der IRTG Münster-Nagoya, hielt Prof. em. Dr. Bernt Krebs vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der WWU die Laudatio. Mit Kazuyuki Tatsumi werde einer der "führenden Wissenschaftler Japans" geehrt, betonte er. Darüber hinaus sei der japanische Chemiker auch international anerkannt und zudem ein "Freund Deutschlands und Münsters". Eine weitere große Ehrung für Kazuyuki Tatsumi sei eine nicht zufällige Koinzidenz: Er erhält noch in diesem Monat in Berlin zusammen mit Gerhard Erker den Eugen-und-Ilse-Seibold-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Preisträger werden somit "als hervorragende Mittler zwischen Japan und Deutschland und als nachhaltige Förderer der Wissenschaft" ausgezeichnet.

Kazuyuki Tatsumis hat zusammen mit Gerhard Erker, Professor am Organisch-Chemischen Institut der WWU, vor einigen Jahren beispielhaft die IRTG Münster-Nagoya geschaffen – das erste deutsch-japanische Graduiertenkolleg, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ihrem japanischen Pendant, der Japan Society for the Promotion of Science, gefördert wird. In dem umfangreichen Doktoranden-Austauschprogramm der IRTG zum Thema "Komplexe chemische Systeme: Design, Entwicklung und Anwendungen" haben sich sehr erfolgreiche Kooperationen zwischen Wissenschaftlern der Universitäten Münster und Nagoya entwickelt – unter den beteiligten Forschern ist auch der Nobelpreisträger Prof. Ryoji Noyori.

Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde würdigte der Fachbereich die international herausragenden wissenschaftlichen Leistungen Kazuyuki Tatsumis im Bereich der Organometallchemie und bei der Erforschung der Rolle der Metalle in biologischen Systemen. Der japanische Wissenschaftler habe auf diesen Gebieten eine ungewöhnlich große Zahl wegweisender Arbeiten publiziert. Daneben wurde besonders Kazuyuki Tatsumis langjähriger erfolgreicher Einsatz für die Förderung internationaler Wissenschaftsbeziehungen anerkannt. In diesem Rahmen habe er neue Maßstäbe für die Kooperation japanischer und deutscher Forschungsinstitutionen gesetzt.

Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als Direktor des international bedeutenden Research Center of Material Sciences an der Universität Nagoya habe sich Professor Tatsumi, Jahrgang 1949, in herausragender Weise durch allgemeine wissenschaftspolitische Aktivitäten verdient gemacht, so die münsterschen Chemiker. Er ist zurzeit Vizepräsident und für 2012 designierter Präsident der International Union of Pure and Applied Chemistry, des Welt-Dachverbandes aller Wissenschaftsorganisationen der Chemie.

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