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Münster (upm)

Schülerlabor der WWU erweitert Angebot zur beruflichen Orientierung von Schülerinnen

Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Aufbau von Internet-Plattform mit 890.000 Euro / Schwerpunkt IT-Berufe
Die geplante Internet-Plattform soll jungen Frauen Einlicke in moderne IT-Berufe geben.<address>© Symbolbild: colourbox.de</address>
Die geplante Internet-Plattform soll jungen Frauen Einlicke in moderne IT-Berufe geben.
© Symbolbild: colourbox.de

Im Schülerlabor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) erhalten Jugendliche Einblicke in die Naturwissenschaften – jenseits des Schulunterrichts. Dabei geht es besonders darum, den Schülerinnen und Schülern Orientierung bei der Berufswahl zu geben. Nun soll das Angebot erweitert werden: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Aufbau einer Internet-Plattform zur Berufsorientierung für Mädchen mit 890.000 Euro. Im Fokus des Projekts "Digital Me" stehen Berufe im Bereich der Informationstechnologien.

"Forschungsergebnisse zeigen, dass junge Frauen sich häufig nicht für IT-nahe Berufe entscheiden, weil sie die Berufe nicht kennen", berichtet Dr. Inga Zeisberg. Die Geschäftsführerin des WWU-Schülerlabors "MExLab ExperiMINTe" leitete bereits zwei Projekte, die zum Ziel hatten, das Interesse von Mädchen an naturwissenschaftlichen Berufen zu fördern ("Light up your life", "Girls Go 4 Green"). Sie führt "Digital Me" nun gemeinsam mit Dr. Katrin Bergener vom Institut für Wirtschaftsinformatik der WWU durch. "In Europa werden in den nächsten vier Jahren bis zu 3,5 Millionen IT-Experten benötigt. Die Digitalisierung hat Einzug gehalten in unseren Alltag und in die Arbeitswelt. Hier ergibt sich im nächsten Jahrzehnt eine Fülle von neuen Berufen", prognostiziert Inga Zeisberg. "Das ist auch für junge Frauen eine hervorragende Chance."

Die virtuelle Plattform, die innerhalb der nächsten drei Jahre aufgebaut werden soll, wird sich an Schülerinnen der Oberstufe richten. Sie wird keine klassischen, sondern neu entstandene IT-Berufe vorstellen, zum Beispiel den Beruf des "Social Media Managers", der die Aktivitäten eines Unternehmens in den sozialen Medien koordiniert. Die Mädchen erfahren zudem Wissenswertes zu naturwissenschaftlichen, informatischen und technischen Studienfächern, in denen die Informationstechnologie und innovative Entwicklungen auf diesem Gebiet eine Rolle spielen.   

Die Plattform soll die Schülerinnen auf spielerische Weise ansprechen. Dabei kommen Elemente aus der Welt der Computerspiele zum Einsatz – ein Trend, der "Gamification" genannt wird. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort "game" (deutsch "Spiel") ab. Zu den Elementen zählen sogenannte Quests (zu lösende Aufgaben), Erfahrungspunkte und Highscores (erreichte Höchstpunktzahlen). Die Teilnehmerinnen lösen spielerische Aufgaben, um ihre Stärken besser kennenzulernen und zu erfahren, bei welchen IT-Berufen sich diese Eigenschaften im Anforderungsprofil wiederfinden.

Das BMBF unterstützt im Förderbereich "Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung" Projekte, die zu einem höheren Anteil von Frauen an der Digitalisierung beitragen.