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Münster (upm/ch)

Von Nanokapseln, Investitionen und Schimmelpilzgiften

Herausragende Masterabschlüsse am Fachbereich Chemie- und Pharmazie ausgezeichnet
V. l.: Ulrike Lüneburg (Siegwerk), Prof. Jens Leker (Wirtschaftschemie), Wilke de Vries, Prof. Andreas Heuer (Dekan), Rebekka Tien, Silke Grosse-Hornke, Max Flößer, Prof. Hans-Ulrich Humpf (Lebensmittelchemie), Dr. Andreas Finger (WESSLING), Florian Wessling<address>© WWU/Peter Dziemba</address>
V. l.: Ulrike Lüneburg (Siegwerk), Prof. Jens Leker (Wirtschaftschemie), Wilke de Vries, Prof. Andreas Heuer (Dekan), Rebekka Tien, Silke Grosse-Hornke, Max Flößer, Prof. Hans-Ulrich Humpf (Lebensmittelchemie), Dr. Andreas Finger (WESSLING), Florian Wessling
© WWU/Peter Dziemba

Für die besten Masterabschlüsse ihres Jahrgangs sind zwei Absolventen und eine Absolventin aus den Bereichen Chemie, Wirtschaftschemie und Lebensmittelchemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) ausgezeichnet worden. Wilke de Vries (Chemie), Max Flößer (Wirtschaftschemie) und Rebekka Tien (Lebensmittelchemie) erhielten jeweils einen der mit 1000 Euro dotierten Studienpreise. Die Preise – gestiftet von den Unternehmen Siegwerk Druckfarben (Siegburg), Grosse-Hornke Private Consult (Münster) und "WESSLING GmbH" (Altenberge) – wurden bei der jährlichen Übergabe der Masterurkunden am Fachbereich Chemie und Pharmazie überreicht.

Wilke de Vries (Chemie) entwickelte und untersuchte sogenannte responsive Nanokapseln, die durch Selbstorganisation hergestellt werden. Unter anderem entwickelte er ein Konzept, das die Möglichkeit eröffnet, durch ein Signal von außen Moleküle aus dem Inneren der Kapseln freizusetzen. Dies ist für eine mögliche medizinische Anwendung interessant. Darüber hinaus entwickelte Wilke de Vries ein Verfahren, um die Kapseln durch magnetische Nanopartikel mit Magnetresonanztomografie sichtbar zu machen. Auf diese Weise könnte der Transport von Medizinwirkstoffen durch Nanokapseln im Organismus mit biomedizinischer Bildgebung kombiniert werden.

Max Flößer (Wirtschaftschemie) beschäftigte sich damit, wie das betriebswirtschaftliche Instrument der Realoptionsanalyse praxistauglich zur Verbesserung von Investitionsentscheidungen in der Basischemie eingesetzt werden kann, also am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette. Hierzu analysierte er in Kooperation mit der BASF reale Daten aus der Unternehmenspraxis zur Konzipierung einer Produktionsanlage für ein chemisches Grundprodukt. Max Flößer entwickelte eine praktische Implementierung und zeigte darüber hinaus, welcher Informationsgewinn für Entscheidungsfindungen durch dieses Instrument generiert werden kann.

Rebekka Tien (Lebensmittelchemie) untersuchte die Aufnahme und die Umwandlung von ausgewählten Toxinen (Giften) von Schimmelpilzen der Gattung Alternaria im menschlichen Organismus und in Pflanzen. Diese Schimmelpilze können viele Lebensmittel befallen, darunter Getreide und Gemüse. Neben dadurch verursachten Ernteausfällen kann auch ein gesundheitliches Risiko von den vom Pilz gebildeten Toxinen ausgehen. Rebekka Tien wies erstmals das Vorkommen bestimmter Alternaria-Toxine in menschlichen Urinproben nach und belegte so die Bedeutung der Substanzen für den Menschen. Außerdem zeigte sie, dass Tomatenpflanzen einige der Toxine über die Wurzel aufnehmen, sodass sie ohne sichtbaren Schimmelbefall relevante Mengen dieser Gifte enthalten können.

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