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Münster (upm/ch)

Das Leben naturwissenschaftlich betrachtet

Präsident der Leopoldina spricht bei öffentlicher Bernhard-Rensch-Vorlesung am 9. Juni
Leopoldina-Präsident Professor Jörg Hacker<address>© David Ausserhofer für die Leopoldina</address>
Leopoldina-Präsident Professor Jörg Hacker
© David Ausserhofer für die Leopoldina

Was ist Leben? Die Definition dieses Begriffs ist eine Frage des Standpunktes. So haben Naturwissenschaftler, Philosophen und Theologen unterschiedliche Vorstellungen davon. Bei der Bernhard-Rensch-Vorlesung am Dienstag, 9. Juni, definiert Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, den Begriff des Lebens aus naturwissenschaftlicher Sicht. Er geht unter anderem auf die Forschungsgebiete der synthetischen Biologie und der Stammzellforschung ein sowie auf die Möglichkeiten neuer genetischer Werkzeuge. Außerdem erläutert er ethische und rechtliche Aspekte. Der Vortrag "Was ist Leben – Reflexionen über eine alte Frage im Zeitalter der Genomwissenschaften" beginnt um 11.15 Uhr in der Aula des Schlosses der Universität Münster. Alle Interessierten sind willkommen.

Zum Vortrag

Drei wesentliche Eigenschaften einen alle Organismen: der Stoffwechsel, die Fähigkeit zur Selbstreproduktion und die genetische Variabilität als Voraussetzung für evolutionäre Entwicklung. Seit der Entdeckung der DNA als Erbsubstanz sind die Lebenswissenschaften auf dem Weg zu einem neuen Verständnis von Lebensprozessen. Routinemäßig lässt sich heute in der Regel schon die gesamte vererbbare genetische Information von Lebewesen mit maschinengestützten Verfahren erfassen. Die Genomwissenschaften beweisen, dass die fundamentalen Lebensprozesse im Wirken der Gene und Proteine bestehen. Menschliches Leben ist jedoch allein damit nicht zu beschreiben. Verantwortung und die Selbstreflexion des Geistes sowie die Fähigkeit zur Kommunikation spielen für die Bestimmung des menschlichen Lebens eine wesentliche Rolle.

Bernhard-Rensch-Vorlesung

Die vom Fachbereich Biologie organisierte Bernhard-Rensch-Vorlesung ist eine Vortragsveranstaltung zu Ehren des 1990 verstorbenen Verhaltensforschers Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Rensch. Er war seit 1947 Direktor des Zoologischen Instituts der Universität Münster und Direktor des Landesmuseums für Naturkunde. Seit seinem 80. Geburtstag im Jahr 1980 findet einmal jährlich die nach ihm benannte Vorlesung statt, bei der führende Biologen über zentrale Fragen ihrer Disziplin berichten. Als Vortragende werden Persönlichkeiten eingeladen, die den weit gespannten wissenschaftlichen Interessen- und Arbeitsgebieten von Professor Rensch mit ihrem eigenen Wirkungsfeld nahe stehen.

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