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Münster (upm/ch)

"In dreierlei Hinsicht bemerkenswert"

Prof. Dr. Benedikt Wirth erhält mit einer Million Euro dotierten Alfried-Krupp-Förderpreis
Prof. Dr. Benedikt Wirth mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) und Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles bei der Feierstunde in Essen<address>© Krupp-Stiftung/Peter Wieler</address>
Prof. Dr. Benedikt Wirth mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) und Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles bei der Feierstunde in Essen
© Krupp-Stiftung/Peter Wieler

Prof. Dr. Benedikt Wirth hat heute (30. Oktober) den Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer 2014 erhalten. Der 32-jährige Mathematiker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) nahm die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung von Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, bei einer Feierstunde in Essen entgegen. Benedikt Wirth, Professor für Numerische und Angewandte Mathematik, ist einer der jüngsten Preisträger in der Geschichte des Förderpreises, mit dem die "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung" seit 1986 herausragende Nachwuchswissenschaftler in den Natur- und Ingenieurwissenschaften auszeichnet. Er beschäftigt sich mit der mathematischen Untersuchung von Formen in den Lebens- und Ingenieurwissenschaften.

Wie die Stiftung mitteilte, begrüßte Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, bei der Veranstaltung in der Essener Villa Hügel rund 180 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Stefan Müller, Professor am Hausdorff Center for Mathematics der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, hielt die Laudatio. Benedikt Wirths Beschäftigung mit der Frage nach Formen und Strukturen in Medizin, Biologie und Ingenieurwissenschaften sei in dreierlei Hinsicht bemerkenswert, betonte Stefan Müller: erstens, die Entwicklung neuer mathematischer Ideen und Konzepte, um schwierige Fragen anzugehen; zweitens, die Umsetzung dieser Ideen in Algorithmen, die Berechnungen in modernen Computerarchitekturen erlauben; und drittens, ein breites Spektrum konkreter Anwendungen von der automatischen Auswertung medizinischer Bilddaten über das maschinelle Sehen bis zur Entwicklung eines optimal geformten Objekts, beispielsweise eines Turnschuhs.

"Dieser ganzheitliche Zugang, die große wissenschaftliche Neugierde und das intensive Wechselspiel zwischen konkreten drängenden Fragen einerseits und neuen abstrakten mathematischen Ideen zu deren Lösung andererseits, haben der Arbeit von Benedikt Wirth schon sehr früh große internationale Anerkennung gebracht", stellte Stefan Müller fest. Dessen Lebenslauf habe ihn schon früh an die besten Institutionen weltweit geführt, sei aber entscheidend von seinen Stationen in Deutschland geprägt. Dazu habe nicht zuletzt die Einbindung Benedikt Wirths in die Exzellenzcluster an den Universitäten Bonn und Münster beigetragen. "Diese Exzellenzcluster zu erwähnen ist mir besonders wichtig", so Stefan Müller, "weil sie meines Erachtens eine wesentliche Rolle spielen, Talente wie Herrn Wirth für Deutschland zu gewinnen." Benedikt Wirth ist Gruppenleiter im Exzellenzcluster "Cells in Motion" an der WWU.

Der Alfried-Krupp-Förderpreis werde es Benedikt Wirth erlauben, eine erfolgreiche Arbeitsgruppe aufzubauen, seine interdisziplinäre Zusammenarbeit auszubauen und eine neue Generation von Mathematikern und Mathematikerinnen in sein faszinierendes Arbeitsgebiet einzuführen, unterstrich Stefan Müller.

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