Forschungsschwerpunkte der WWU
Forschungsschwerpunkt Naturwissenschaften
- Energieforschung in Münster: Eine saubere Sache
- Nanowissenschaften: Von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung
- Evolutionsforschung in Münster: Vom Einfachen zum Komplexen
- Das Institut für Planetologie: Mond und Merkur im Fokus
- Gesamtübersicht über den Forschungsschwerpunkt (Forschung A-Z)
Energieforschung in Münster: Eine saubere Sache

Die aktuelle Energie- und Klimadiskussion ist ein Beleg dafür, wie wichtig die Erforschung alternativer Energieträger für unsere Gesellschaft ist. An der Universität Münster beschäftigen sich deshalb verschiedene Disziplinen mit diesem Thema: Energieforschung, Materialforschung sowie Nanophysik und Nanobiotechnologie.
Die hohe Qualität der Forschung in all diesen Bereichen wird deutlich durch die zahlreichen von der DFG geförderten Projekte wie etwa Sonderforschungsbereiche und Forschergruppen. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Europäische Union fördern die Energie-Forscher der WWU.
Darüber hinaus haben das Zentrum für Nanotechnologie (CeNTech), die kürzlich an der Uni Münster gegründete Zweigstelle des Fraunhofer-Instituts für Molekulare Biologie und Angewandte Ökologie (IME) sowie das jüngst errichtete MEET-Institut (Münster Electrochemical Energy Technology) in Münster ihren Standort.
CeNTech
Münster Electrochemical Energy Technology (MEET)
Institut für Physikalische Chemie
Industrieforschungsschule MEA - Materialien für Energieanwendungen
Nanowissenschaften: Von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung

Systeme, deren geometrische Größe weit unter hundert Nanometern liegt, weisen besondere physikalische Eigenschaften auf, die bei konventionellen Werkstoffen im Mikrometerbereich nicht beobachtet werden können – zum Beispiel Schmelzpunktänderungen, eine veränderte elektrische Leitfähigkeit sowie besondere optische Effekte. Ihre Anwendungsmöglichkeiten sind nicht auf ein spezielles Gebiet wie etwa die Elektronik beschränkt. Sie können auf praktisch allen heute bekannten Technologiefeldern wie der Automobilindustrie, Optik, Chemie, Energie- und Umwelttechnik und der Medizin zu völlig neuen Ansätzen verhelfen.
Die Universität Münster verfügt seit vielen Jahren über den Schwerpunkt Nanowissenschaften, der, ursprünglich ausgehend von physikalischer Grundlagenforschung im Bereich der Nanoanalytik, schnell eine große Breite und Sichtbarkeit entfaltet hat. Gemeinsam haben die Fachbereiche Physik, Chemie und Biologie im Jahre 2004 mit großem Erfolg die FOKUS-Initiative gegründet. Bereits im Jahre 2003 wurde mit dem Zentrum für Nanotechnologie (CeNTech) ein Innovationsmotor geschaffen, der Grundlagenforschungsergebnisse der universitären Nanoforschung in Kooperation mit externen Partnern und Partnern im gleichen Haus in praktische Anwendungen umsetzt. Ein herausragendes Beispiel für eine große internationale Forschungskooperation ist der Transregio-Sonderforschungsbereich TRR 61: ‚Multilevel Molecular Assemblies: Structure, Dynamics and Function‘, der seit 2008 gemeinsam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der chinesischen National Science Foundation of China (NSFC) getragen wird. Hier arbeiten Forscher der renommierten Tshinghua Universität in Peking sowie der Universität Münster und des CeNTech eng zusammen und untersuchen gemeinsam komplexe funktionale Systeme, wie beispielsweise hochempfindliche Sensoren, organische Displays, photovoltaische Systeme sowie Energiespeichermaterialien und molekulare Farbstoffe für die Medizin.
Evolutionsforschung in Münster: Vom Einfachen zum Komplexen
Die WWU sieht es als eines ihrer strategischen Hauptziele, die Vielfalt ihrer Forschungsfelder nutzend ein akademisches Profil zu entwickeln, das traditionelle Disziplingrenzen überbrückt. In diesem Zusammenhang ist Evolution im weitesten Sinne zu einem Forschungsschwerpunkt geworden. Evolution bietet ein allgemeines Prinzip für die Entwicklung komplexer Formen und Systeme.
Evolution hat die Erde von einem unbelebten Himmelskörper in die Welt verwandelt, die wir heute kennen. Evolution hat aus einer chemischen Ursuppe eine unüberschaubare Biodiversität geschaffen. Die Evolution des menschlichen Körpers und seiner gesitigen Fähigkeiten brachte die moderne menschliche Gesellschaft hervor. Das moderne Evolutionsdenken kann uns einen vereinheitlichenden theoretischen Rahmen für das Verständnis und die Lösung drängender Menschheitsprobleme, wie Klimawandel, biologische Invasionen oder Krankheitsepidemien liefern.
Die biologische Evolutionsforschung hat an der WWU eine lange Tradition, die insbesondere mit dem Namen Bernhard Rensch (1900-1990) verknüpft ist. Rensch wird zusammen mit Theodosius Dobzhansky, Ernst Mayr und George G. Simpson zur Kerngruppe der Architekten der „Synthetischen Evolutionstheorie“ gezählt und wirkte von 1937 bis zu seinem Tode in Münster. 2005 wurde das „Institut für Evolution und Biodiversität“ (IEB) gegründet, um verschiedenste Aspekte der biologischen Evolution zu bündeln, die zusammen ein deutschlandweit einmaliges Forschungsspektrum abdecken. Das DFG-Schwerpunktprogramm 1399 „Host-Parasite Coevolution“ ist am IEB genauso angesiedelt, wie das von der VolkswagenStiftung finanzierte Sonderstudienprogramm „Evolution und Biokomplexität“.
Darüber hinaus liefert das Thema Evolution einen gemeinsamen konzeptionellen Rahmen für interdisziplinäre Forschungsansätze verschiedenster Disziplinen. Zur Unterstützung des strategischen Ziels der WWU, interdisziplinäre Forschungen zu institutionalisieren, wurde in der laufenden Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder die Einrichtung einer Graduiertenschule „Evolution“ beantragt. Die Fächer Biologie, Geowissenschaften, Medizin, Mathematik, Philosophie und Theologie bilden das Grundgerüst der Graduiertenschule. Die Doktoranden werden ein weites Themenspektrum bearbeiten, von der Evolution der Erde bis zur Evolution der Evolutionstheorie selbst, basierend auf einem gemeinsamen theoretischen Zugang und experimentellem Testen auf verschiedenen Ebenen. Im Laufe der Entwicklung der Graduiertenschule „Evolution“ sollen weitere Fächer, wie Wirtschaftswissenschaften, Linguistik, Pharmazie und Literaturwissenschaft, integriert werden. Mit dem Aufbau der Graduiertenschule „Evolution“ wird eine dauerhafte Struktur zur Evolutionsforschung an der Schnittstelle von Natur- und Geisteswissenschaften als eine der tragenden Säulen im akademischen Profil der WWU etabliert.
Bernhard-Rensch-Vorlesungen
DFG-Schwerpunktprogramm 1399 „Host-Parasite Coevolution“
Institute für Evolution und Biodiversität
Münster Graduate School of Evolution Initiative
Sonderstudienprogramm „Evolution und Biokomplexität“
Das Institut für Planetologie: Mond und Merkur im Fokus

Von Münster bis zum Mond ist es gar nicht so weit - wenn man zum Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) gehört. Denn Münsters Planetologen sind unter anderem an einer NASA-Mission beteiligt, die den "Lunar Reconnaissance Orbiter" in die Mondumlaufbahn beförderte.
Mit an Bord ist ein Experiment der WWU-Forscher: drei Kameras, die noch nie gesehene Details vom Mond liefern. Die Bilder helfen, das Alter der Mondoberfläche noch genauer zu bestimmen und Landeplätze für zukünftige Mondmissionen zu finden. Außerdem wollen die Planetologen anhand der Bilder der Hypothese nachgehen, dass sich in den besonders tiefen Kratern an den Polen Reste von Wasser finden.
Doch das Institut hat auch noch weiter entfernte Objekte im Blick: 2014 wird eine Sonde im Rahmen des Projekts "MERTIS" (Mercury Radiometer and Thermal Infrared Spectrometer) zum Merkur geschickt. Diese Mission soll die mineralogische Kartierung des Merkur ermöglichen. Mit diesem Wissen können Rückschlüsse auf die Entstehung des Planeten gezogen werden. Für das Projekt stellt die Raumfahrtagentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt dem Institut für Planetologie bis 2015 insgesamt 11,4 Millionen Euro zur Verfügung.
Institut für Planetologie


