Forschungsschwerpunkte der WWU

Forschungsschwerpunkt Lebenswissenschaften

Der Fachbereich Biologie und die medizinische Fakultät der Universität Münster sind international stark aufgestellt und arbeiten erfolgreich mit weiteren forschungsstarken Partnern innerhalb und außerhalb der WWU zusammen. Schwerpunkte liegen in der Zellforschung und in der Infektionsforschung.

Eine umfassende Übersicht über die Angebote der Biologie und der Medizin sowie der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden Sie unter den folgenden Links:

Im Folgenden sind beispielhaft einige der hochinterdisziplinären und fachbereichsübergreifenden Profilbereiche aus den Lebenswissenschaften hervorgehoben:

Der Mensch im Mittelpunkt: Forschung für das Leben

250x150 Bildgebung

Sie sind winzig, spielen im menschlichen Körper aber eine große Rolle: Zellen. An der Universität Münster beschäftigen sich deshalb zahlreiche Wissenschaftler mit zellulären Prozessen und Faktoren: Wie kann aus einer befruchteten Eizelle ein ganzer Mensch entstehen? Woher "wissen" die Zellen eines Embryos, wann und an welcher Stelle sie Adern, Nerven oder Muskeln bilden sollen? Und: Mit welchen Tricks gelingt es Immunzellen, aus dem Blut in infiziertes Gewebe einzuwandern – obwohl Adern doch dicht sind? Die Organe des menschlichen Körpers stehen auch im Mittelpunkt der molekularen Bildgebung, ein Forschungsbereich, der sich mit der Visualisierung von physiologischen und pathologischen Prozessen beschäftigt. Mit neu entwickelten Verfahren soll zum Beispiel eine bessere Therapie und Diagnose von Herz- und Gefäß-Erkrankungen sowie von Herzinfarkt und Schlaganfall möglich werden.

Die Zellforschung mit all ihren Facetten wird an den Fakultäten für Biologie und Medizin der Universität Münster und am Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin betrieben. Das Spektrum reicht von Stammzellforschung über die Untersuchung der Mechanismen, welche die Entstehung von Blutgefäßen steuern, bis hin zur Erforschung von Entzündungsprozessen. In zahlreichen Sonderforschungsbereichen (SFB 492 "Extracellular Matrix: Biogenesis, Assembly and Cellular Interactions", SFB 629 "Molecular Cell Dynamics: Subcellular and Cellular Movements", SFB TRR58 "Fear, Anxiety and Anxiety Disorders"), Graduate Schools ("Molecular Interactions of Pathogens with Biotic and Abiotic Surfaces", "Molecular and Cellular Glyco-Sciences", "Cell Dynamics and Disease") und dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung wird intensiv an diesem Thema gearbeitet.

Die Erforschung der molekularen Bildgebung erfolgt an der Universität Münster an den Fakultäten für Chemie und Pharmazie sowie Mathematik und Informatik. Interdisziplinär und international ist die Zusammenarbeit auch in den Sonderforschungsbereichen "Molekulare kardiovaskuläre Bildgebung" (SFB 656) und "Synergetic Effects in Chemistry - From Additivity towards Cooperativity" (SFB 858) sowie dem European Institute for Molecular Imaging (EIMI), dem einzigen fakultätsübergreifenden Institut für Molekulare Bildgebung in ganz Deutschland. In der International Graduate School of Chemistry (GSC-MS) forschen zudem zahlreiche Nachwuchswissenschaftler.

Entzündungs- und Infektionsforschung in Münster: Von der Erregerforschung zur Prävention

Infektionskrankheiten

Infektionen und entzündliche Erkrankungen stellen heute eine immer größer werdende Herausforderung für die biomedizinische Forschung und klinische Praxis dar. Zum einen markieren infektiologische Problemkreise, wie zunehmende Antibiotikaresistenzen, neue Erreger und eine größere Infektanfälligkeit einer immer älter werdenden Bevölkerung neue klinische Problemfelder. Zum anderen liegen zahlreichen Volkskrankheiten, wie Allergien, Rheumatoider Arthritis und anderen Autoimmunerkrankungen, aber auch vaskulären Erkrankungen wie der Arteriosklerose entzündliche Prozesse zugrunde.

Die Forschungseinrichtungen der Medizinischen Fakultät in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der Universität Münster, wie Biologie, Chemie und Pharmazie vereinen Expertisen sowohl auf dem Gebiet der Pathogenitätsfaktoren verschiedenster Erreger wie auch in der Analyse molekularer Mechanismen von Entzündungprozessen. Die beteiligten Institutionen verfügen über modernste Technologien auf den Gebieten der Mikrobiologie, Molekulargenetik, Zellbiologie und Immunologie sowie der molekularen Bildgebung.

Infektionskrankheiten stellen mit rund einem Viertel aller Todesfälle ein zentrales und seit Jahren zunehmendes globales Gesundheitsproblem dar. Die Universität Münster und das Universitätsklinikum genießen einen weltweiten Ruf in der Expertise der grundlagen-orientierten und klinischen Forschung insbesondere zu Staphylokokken, Escherichia coli und Influenzaviren. Diese Erreger verursachen hoch ansteckende, in der Bevölkerung oder in Krankenhäusern erworbene Infektionen. Das Spektrum der Forschung reicht von der Aufklärung der molekularen Mechanismen der Auslösung von Infektionen durch die Erreger bis zur Reaktion des Wirts und seines Immunsystems auf zellulärer und molekularer Ebene.

Herz- und Gefäßmedizin: Grundlagenforschung eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten

Herzschlag-250

Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sind als Volkskrankheiten und häufigste Todesursache in Deutschland von gesundheitspolitisch großem Interesse. Der Schwerpunkt „Herz- und Gefäßmedizin“ trägt mit methodischen Innovationen und jahrelanger, ausgewiesener Expertise erheblich zur Erforschung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.

Neben der Erforschung von Ursachen und Folgen der Arteriosklerose und Herzinsuffizienz kommt der Arrhythmie-Forschung im Zell-, Tiermodell und beim Menschen eine internationale Bedeutung zu. Dabei werden auch sogenannte "Seltene Erkrankungen" (familiäre Herzerkrankungen und Herzfehler) systematisch untersucht. Bei den Institutionen des Schwerpunktes kommen unter anderem modernste molekularbiologische und proteinbiochemische Methoden wie Genomuntersuchungen, Analysen zu regulatorischen Mechanismen oder gentherapeutische Untersuchungen im Tiermodell sowie klinisch-epidemiologische Studien zum Einsatz. Ziel ist ein vertieftes, umfassendes Verständnis von Herz- und Gefäßerkrankungen, um eine angewandte und verbesserte Behandlung zu ermöglichen.

Neurowissenschaften: Der Blick in das Gehirn

Nervenzellen-shutterstock 62425324

Der "Blick" in das Gehirn, die Identifizierung der Mechanismen von Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, vor allem aber auch das Verständnis von pathologisch veränderten Funktionen des Gehirns zum Beispiel nach traumatischen Erlebnissen oder Schlaganfall, sind faszinierende Aufgaben für die Neurowissenschaften an der WWU.

Bildgebende und neurophysiologische Verfahren werden in der Forschung mit modernsten molekularen und genetischen Methoden kombiniert. Hierbei arbeitet die klinische Medizin eng mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, die die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Entwicklung und Funktion des Gehirns entschlüsseln.

Im Zentrum der Forschungsaktivitäten stehen die Analyse neuronaler Morphogenese und die Entschlüsselung der Grundlagen neuronaler Aktivität. Das Hauptaugenmerk der „Neuromedizin“ gilt den Grundlagen von Depressions- und Angsterkrankungen, den Mechanismen der Entstehung von Anfallsleiden (Epilepsien), sowie neurodegenerativen und entzündlichen Prozessen im Gehirn zum Beispiel in Folge von Schlaganfall oder Multipler Sklerose.

In der medizinischen Ausbildung stellen die Neurowissenschaften neben der inneren Medizin und der Chirurgie einen der großen Schwerpunkte dar, in dem fachübergreifend Grundlagenwissen und klinische Expertise vermittelt wird. Im "Otto Creutzfeldt Center for Cognitive and Behavioral Neuroscience" arbeiten Forscherinnen und Forscher aus der Biologie, der Medizin und der Psychologie an der Erforschung komplexer Interaktionen zwischen Verhalten und Befinden, insbesondere der Generierung und Verarbeitung von Emotionen, der Entstehung und Veränderung von Sozialverhalten im Laufe der Lebensgeschichte sowie der Wechselwirkung sensomotorischer Prozesse in Verhalten und Kognition.


Impressum | © 2012 Universität Münster
Universität Münster
Schlossplatz 2
· 48149 Münster
Tel.: +49 251 83-0 · Fax: +49 251 83-32090
E-Mail: verwaltung@uni-muenster.de