Forschungsschwerpunkte der WWU
Geistes- und Sozialwissenschaften
- "Religion und Politik": Aus der Geschichte lernen
- Altertumswissenschaften: Interdisziplinarität groß geschrieben
- Drei Jahrtausende, 30 Projekte: Das Zentrum für Textedition und Kommentierung
- Gesamtübersicht über den Forschungsschwerpunkt (Forschung A-Z)
"Religion und Politik": Aus der Geschichte lernen

Die Universität Münster bietet beste Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung zum Themenfeld Religion und Politik, da sie über einen traditionell starken Schwerpunkt in den Geisteswissenschaften verfügt. Der Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne" bündelt die Forschungen seit 2007. Eng vernetzt ist der Verbund mit weiteren Einrichtungen der WWU wie dem Centrum für Religiöse Studien (CRS), dem Historischen Seminar als einem der größten und forschungsstärksten in Deutschland, der weltweit größten Katholisch-Theologischen Fakultät und der bundesweit größten Evangelisch-Theologischen Fakultät. Hinzu kommen die Rechtswissenschaftliche Fakultät mit einem Schwerpunkt in den juristischen Grundlagenfächern und das neue Zentrum für Islamische Theologie.
Am Exzellenzcluster beschäftigen sich rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und elf Nationen mit dem sensiblen Verhältnis von Religion und Politik, das alle Epochen und Kulturen geprägt hat. Es ist der bundesweit größte Forschungsverbund dieser Art und von den 37 Exzellenzclustern in Deutschland der einzige zum Thema Religionen. Das Spektrum der 60 Forschungsprojekte und 47 Dissertationen reicht von der Antike bis zur Gegenwart und von Lateinamerika über Europa bis in die arabische und asiatische Welt. Die Wissenschaftler betreiben Grundlagenforschung und wollen zugleich Antworten auf drängende Zukunftsfragen geben.
Exzellenzcluster Religion und Politik
Altertumswissenschaften: Interdisziplinarität groß geschrieben

Die Altertumswissenschaften erforschen die zivilisatorischen und kulturellen Phänomene vormoderner Gesellschaften. Grundlage hierfür sind die schriftlichen und materiellen Hinterlassenschaften der antiken Kulturen. Erste systematische Untersuchungen führen ins 18. und 19. Jahrhundert zurück. Den anfänglich universalen Ansätzen steht heute ein differenzierter Fächerkanon gegenüber, welcher der Spezifik der Quellen sowie der regionalen Abgrenzung der Kulturen Rechnung trägt. Die Vielfalt der Quellen und angewandten Forschungsmethoden führt zu einer vielschichtigen und zugleich komplementären Wissenschaftslandschaft. Über rein philologische und antiquarische Aspekte hinausführend, zielen die aktuellen Fragestellungen der Fächer auf kulturhistorische und sozialanthropologische Zusammenhänge, dabei gewinnt neben einer fortschreitenden Spezialisierung der Fachrichtungen die interdisziplinäre Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung.
An der WWU ist mit der Ur- und Frühgeschichte, Alten Geschichte, Klassischen Philologie, Klassischen Archäologie, Frühchristlichen Archäologie und Byzantinistik in Fachbereich 8 und der Altorientalischen Philologie, Vorderasiatischen Altertumskunde, Ägyptologie und Koptologie in Fachbereich 9 sowie den Bibelwissenschaften, der Biblischen Archäologie, der Judaistik, der Alten Kirchengeschichte und der Patristik in den Fachbereichen 1 und 2 ein breites altertumswissenschaftliches Fächerspektrum vertreten. Seit 2003 sind all diese Fächer im Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM) zusammengeschlossen. Das GKM ist eine der wenigen wissenschaftlichen Einrichtungen, die in der deutschen Universitätslandschaft eine solche Breite an Disziplinen in Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Gebiet der Altertumswissenschaften verbindet.
Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM)
Drei Jahrtausende, 30 Projekte: Das Zentrum für Textedition und Kommentierung

Eine Gemeinsamkeit aller historisch-philologisch ausgerichteten Geisteswissenschaften ist ihr Bezug zu Texten. Daher gehört es zu den fundamentalen Aufgaben dieser Disziplinen, sich der Textgrundlage zu vergewissern: von der Prüfung ihrer Überlieferungsträger und der Rekonstruktion ihrer Überlieferungsgeschichte bis hin zur Texterschließung durch Kommentare. Nicht zuletzt sind auch Übersetzungen notwendig, die für die Rezeption in einer breiteren wissenschaftlichen wie nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit immer unentbehrlicher werden.
Hier füllt das neue Zentrum für Textedition und Kommentierung (ZETEK) der Universität Münster eine Lücke. Es vernetzt die Arbeit von Wissenschaftlern aus Philosophie, Geschichte, Philologie und Theologie, die in 30 Forschungsprojekten Texte und Inschriften aus drei Jahrtausenden bearbeiten. Ziel ist es, Texte, die in alten beziehungsweise seltenen fremden Sprachen verfasst sind, für die Wissenschaft nutzbar zu machen.
Das ZETEK koordiniert die Außendarstellung dieser Grundlagenforschung, fördert die Kontakte im nationalen und internationalen Umfeld und ermöglicht den Mitgliedern vieler Einzelprojekte, ihre Arbeit sichtbar zu machen.
Zentrum für Textedition und Kommentierung (ZETEK)

