Die WWU Münster ist mit drei Anträgen in der nächsten Runde

Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat haben die WWU Münster am 29. September 2017 im Rahmen der "Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder" aufgefordert, ihre Antragsskizzen

zu Vollanträgen auszuarbeiten und diese zum 21. Februar 2018 einzureichen.

Hintergrundinformationen zur Exzellenzstrategie

Cells in Motion. Visualisierung und Verstehen zellulären Verhaltens in lebenden Organismen (CiM)

© CiM - Jean-Marie Tronquet

Es war ein Meilenstein für münstersche Lebens- und Naturwissenschaftler, als 2012 der Exzellenzcluster „Cells in Motion“ bewilligt wurde. Das Ziel der Forscherinnen und Forscher: Sie wollen das Zusammenspiel von Zellen in Organismen verstehen. Mehr als 90 Forschungsgruppen aus fünf Fakultäten der Universität und aus dem Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster sind in den Exzellenzcluster involviert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Medizin, Biologie, Physik, Chemie und Pharmazie sowie Mathematik und Informatik untersuchen in mehr als 80 CiM-geförderten Projekten interdisziplinäre Fragestellungen. Sie nutzen eine große Bandbreite an Bildgebungstechnologien und arbeiten daran, die Bildgebungsinfrastruktur an der Universität Münster weiter auszubauen.

In fünf Jahren hat CiM bereits acht neue Professuren und drei neue Nachwuchsgruppen rekrutiert, die Graduiertenschule CiM-IMPRs gegründet und den Masterstudiengang „Experimentelle Medizin“ aufgebaut. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Exzellenzcluster aufgefordert, sich für eine neue Förderperiode ab 2019 zu bewerben. „Wir freuen uns sehr, zu den 45 Prozent zu gehören. Das ist eine schöne Bestätigung unserer bisherigen Arbeit. Der erste Schritt ist geschafft, nun müssen wir weiterarbeiten“, sagt Prof. Dr. Lydia Sorokin, Sprecherin des Exzellenzclusters „Cells in Motion“.

Koordinatoren-Team: Prof. Dr. Lydia Sorokin (Sprecherin), Prof. Dr. Volker Gerke und Prof. Dr. Michael Schäfers; alle Medizinische Fakultät
Beteiligte Fakultäten und außeruniversitäre Einrichtungen:
Medizinische Fakultät der Universität Münster; Fachbereiche Biologie, Chemie und Pharmazie, Mathematik und Informatik, Physik der Universität Münster; Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin

Exzellenzcluster "Cells in Motion"

Mathematik Münster. Dynamik - Geometrie - Struktur

Mathematik Münster. Dynamik - Geometrie - Struktur

Mathematik ist eine Schlüsseltechnologie für wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt. Neue Erkenntnisse in der Mathematik stehen nicht nur für sich selbst, sondern eröffnen oft unvorhergesehene Durchbrüche in anderen Wissenschaften.

Die positiv begutachtete Antragsskizze der WWU-Mathematiker stellt die mathematische Grundlagenforschung in den Mittelpunkt. In der Forschung der Mathematiker spielen zwei Leitmotive eine große Rolle. Zum einen ist dies die geometrische Betrachtung von Strukturen, zum anderen die Untersuchung der relevanten Dynamik von Gruppen- und Halbgruppen-Aktionen. Beide Motive haben eine lange Tradition, und ihre Bedeutung für die Mathematik wächst zunehmend.

"Der Erfolg in der ersten Begutachtungsrunde der Exzellenzstrategie ist eine schöne Bestätigung der bisherigen mathematischen Forschung und Schwerpunktsetzung an der WWU Münster. Er ist aber auch Ansporn und Motivation für strukturelle Maßnahmen und weitere mathematische Spitzenforschung", freut sich Prof. Dr. Mario Ohlberger.

Sprecher: Prof. Dr. Christopher Deninger, Prof. Dr. Mario Ohlberger
Beteiligte Institute: Institut für Analysis und Numerik, Institut für Mathematische Stochastik, Institut für Mathematische Logik und Grundlagenforschung, Mathematisches Institut

Religion und Politik. Dynamiken von Tradition und Innovation

© wikipedia/Vilallonga

Am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) untersuchen rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 14 Nationen das Verhältnis von Religion und Politik quer durch die Epochen und Kulturen. In das Forschungsprogramm fließt seit 2007 die Expertise aus rund 20 Fächern der Geistes- und Sozialwissenschaften der WWU ein. Das Spektrum der Projekte reicht vom Altertum bis zur Gegenwart: von der antiken Götterwelt über Judentum, Christentum und Islam in Mittelalter und früher Neuzeit bis zur heutigen Situation in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Verbund nun aufgefordert, sich für eine neue Förderphase ab 2019 zu bewerben. Der Sprecher des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, der Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, erklärte:

„Wir freuen uns, dass wir in den kommenden Monaten das neue Forschungsprogramm ausarbeiten können, das wir in unserer Antragsskizze unter dem Titel ‚Religion und Politik. Dynamiken von Tradition und Innovation’ entwickelt haben. Zu Beginn des Jahrtausends erleben wir weltweit politische und soziale Umbruchprozesse, in denen Religionen eine zentrale Rolle spielen. Worin ihre Rolle besteht, ist angesichts der unübersichtlichen Lage umstritten. Umso nötiger ist es, vereinfachende Ursachenbenennungen zu vermeiden und eine reflexive Distanz aufzubauen. Nur wenn wir die gegenwärtigen Konflikte aus einer historisch geschärften und interdisziplinär geöffneten Perspektive analysieren, werden wir als Wissenschaftler in der Lage sein, gesellschaftlich relevantes Orientierungswissen bereitzustellen. In einem Wettbewerb haben wir bereits Projektideen aus sieben Fachbereichen der WWU ausgewählt, die die geplanten Forschungsfelder und Fragestellungen umsetzen und empirisch konkretisieren."

Ziel ist es, Münster zu dem profiliertesten Zentrum interdisziplinärer Religionsforschung in Deutschland zu machen. Schon jetzt hat der Exzellenzcluster bleibende Strukturen zur Stärkung der Religionsforschung an der WWU geschaffen: Es sind neue Professuren mit dem Schwerpunkt Religion und Politik entstanden, etwa in der Politikwissenschaft, der Soziologie, Judaistik und Islamwissenschaft, sowie neue Centren wie das Centrum für Religion und Moderne (CRM) und das Zentrum für Islamische Theologie (ZIT). Hinzu kommt in den nächsten Jahren der ‚Campus der Religionen‘, der alte und neue institutionelle Strukturen zusammenführen wird. Er soll die interdisziplinäre Kooperation ebenso stärken wie die interreligiöse Verständigung. Damit überschreitet der Cluster das Feld der rein wissenschaftlichen Arbeit: Wie in der Vergangenheit wird der Verbund auch weiterhin den Dialog mit Politik, Religionen und Öffentlichkeit durch eine intensiv betriebene Wissenschaftskommunikation führen.

Sprecher: Prof. Dr. Detlef Pollack, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften; Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, Fachbereich Geschichte und Philosophie
Beteiligte Disziplinen: Geschichts-, Rechts- und Politikwissenschaft, Religionssoziologie und Religionswissenschaft, katholische, evangelische, orthodoxe und islamische Theologie, Psychologie, klassische und moderne Philologie sowie Philosophie, Kunstgeschichte, Arabistik, Ethnologie, Altorientalistik, Archäologie, Ägyptologie, Judaistik, Byzantinistik, Musik- und Buchwissenschaft der Universität Münster

Exzellenzcluster "Religion und Politik"