Beihilfefähigkeit von Implantatversorgungen

Die Beihilfefähigkeit für die Aufwendungen nach Abschnitt K des Gebührenverzeichnisses der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) – dies sind die implantologischen Leistungen einschließlich der hierbei ggf. erforderlichen chirurgischen Leistungen und Röntgenleistungen – ist nach § 4 Abs. 2 b BVO nur bei Vorliegen einer der folgenden Indikationen gegeben:

1. größere Kiefer- oder Gesichtsdefekte, die ihre Ursache in

  • Tumoroperationen,
  • Entzündungen des Kiefers,
  • Operationen infolge großer Zysten (z.B. große follikäre Zysten oder Keratozysten)
  • Operationen infolge von Osteopathien, sofern keine Kontraindikation für eine Implantatversorgung vorliegt,
  • angeborenen Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, ektodermale Dysplasien) oder
  • Unfällen haben,

2. dauerhaft bestehende extreme Xerostomie, insbesondere im Rahmen einer Tumorbehandlung,

3. generalisierte genetische Nichtanlage von Zähnen,

4. nicht willentlich beeinflussbare muskuläre Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich (z. B. Spastiken),

5. implantatbasierter Zahnersatz im zahnlosen Ober- oder Unterkiefer (ohne vorhandenes Implantat)

Bei Vorliegen der Indikationen Nr. 1 – 5 ist vor Behandlungsbeginn ein Voranerkennungsverfahren mit amtsärztlicher Beteiligung durchzuführen. Hierfür ist der Beihilfestelle vorab ein Kostenvoranschlag einzureichen.

Die häufigsten Befunde <Einzelzahnlücke> und <Freiendlücke> stellen ab 01.01.2016 keine beihilferechtlich anerkannte Indikation dar.

Für Implantate ohne Indikation ist kein Voranerkennungsverfahren notwendig. Es sind die Aufwendungen für höchstens 10 Implantate pauschal bis zu 1.000 € je Implantat beihilfefähig. Vorhandene Implantate, zu denen eine Beihilfe gewährt wurde, sind auf die vorgenannte Höchstzahl anzurechnen. Die Aufteilung der beihilferechtlich indikationslosen Implantate bleibt dem Beihilfeberechtigten überlassen.

Mit den Pauschalbeträgen sind sämtliche Kosten der zahnärztlichen und kieferchirurgischen Leistungen einschließlich notwendiger Anästhesie und der Kosten u. a. für Implantate selbst, die Implantataufbauten, die implantatbedingten Verbindungselemente, Implantatprovisorien, notwendige Instrumente (z. B. Bohrer, Fräsen), Membranen und Membrannägel, Knochen- und Knochenersatzmaterial, Nahtmaterial, Röntgenleistungen, Computertomographie und Anästhetika abgegolten.

Die Aufwendungen für die Suprakonstruktion sind neben der Pauschale beihilfefähig.

Bei Reparaturen sind neben den Kosten für die Suprakonstruktion einheitlich 400 € je Implantat beihilfefähig.