Aufwendungen im Ausland

Die Aufwendungen für eine Krankenbehandlung im Ausland sind gem. § 10 Abs. 1 BVO bis zur Höhe der Kosten beihilfefähig, die bei einer Behandlung am inländischen Wohnort des Beihilfeberechtigten oder in dem ihm am nächsten gelegenen geeigneten inländischen Behandlungsort beihilfefähig wären.

Bei innerhalb der EU/ Europäischer Wirtschaftsraum/ Schweiz entstandenen Aufwendungen für ambulante Behandlungen oder stationäre Leistungen in öffentlichen Krankenhäusern ist regelmäßig o.g. Kostenvergleich nicht erforderlich, es sei denn, dass gebietsfremden Personen regelmäßig höhere Gebühren als ansässigen Personen berechnet werden.

In allen anderen Fällen ist immer ein Kostenvergleich durchzuführen. Bei Behandlungen in anderen Krankenhäusern sind die Aufwendungen nur insoweit angemessen, als sie den Aufwendungen entsprechen, die in der der Beihilfestelle nächstgelegenen Klinik der Maximalversorgung (hier: Universitätsklinikum Münster) für eine medizinisch gleichwertige Behandlung entstanden wären. Die entsprechenden Nachweise sind durch den Beihilfeberechtigten zu erbringen. Notwendige Übersetzungskosten sind nicht beihilfefähig.

Gemäß § 10 Abs. 4 Nr. 3 BVO sind die Aufwendungen für eine Krankenbehandlung im Ausland ohne die Einschränkungen des § 10 Abs. 1 BVO beihilfefähig, wenn sie 1.000 € im Krankheitsfall nicht überschreiten.

Für Beförderungskosten im Ausland gilt § 4 Abs. 1 Nr. 11 BVO (Beförderungskosten im Inland) entsprechend. Beförderungskosten in Gebiete außerhalb der EU/ des Europäischen Wirtschaftsraums/ der Schweiz oder Rücktransportkosten aus diesen Gebieten sind nicht beihilfefähig.

Hinweis: Insbesondere bei Aufenthalten in Ländern, in denen erfahrungsgemäß sehr hohe Kosten für eine medizinische Behandlung entstehen (z. B. USA) und aufgrund hoher Rücktransportkosten, ist es ratsam eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Die jährlichen Versicherungsbeiträge für eine Auslandskrankenversicherung sind bis zu einem Betrag von 10 Euro pro berücksichtigungsfähige Person beihilfefähig.
Im Versicherungsfall sind Sie gem. § 10 Abs. 7 BVO verpflichtet, die Leistungen der Auslandskrankenversicherung in Anspruch zu nehmen, unabhängig davon, ob zum Versicherungsbeitrag eine Beihilfe gewährt wurde oder nicht.

Stationäre Rehabilitationsmaßnahmen

(innerhalb der EU/ Europäischer Wirtschaftsraum/ Schweiz)
§ 6 BVO gilt sinngemäß (siehe Rehabilitationsmaßnahmen). Die Maßnahme ist vor Beginn durch die Beihilfestelle anzuerkennen.

Ambulante Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen

(innerhalb der EU/ Europäischer Wirtschaftsraum/ Schweiz)
§ 7 BVO gilt sinngemäß (siehe Rehabilitationsmaßnahmen). Es ist ein Nachweis zu erbringen, dass der Behandlungsort als Kurort anerkannt ist. Die Maßnahme ist vor Beginn durch die Beihilfestelle anzuerkennen.

Wird eine der vorgenannten Rehabilitationsmaßnahmen außerhalb der EU/ Europäischer Wirtschaftsraum/ Schweiz durchgeführt, sind die Aufwendungen nur dann beihilfefähig, wenn im Inland oder innerhalb der EU/ Europäischer Wirtschaftsraum/ Schweiz kein vergleichbarer Heilerfolg zu erwarten ist und die Behandlung vor Beginn aufgrund eines amtsärztlichen Gutachtens anerkannt worden ist.