abgeschlossene Projekte am Fachbereich Philologie


Die Erstausgabe der „Concordantiae Caritatis“ des Ulrich von Lilienfeld
Ein hochbedeutendes Zeugnis spätmittelalterlicher klösterlicher Kultur und Frömmigkeit

Seit langem sind die bald nach 1351 entstandenen Concordantiae caritatis (CC) des Zisterziensers Ulrich von Lilienfeld als hervorragendes Zeugnis spätmittelalterlicher klösterlicher Kultur und Frömmigkeit bekannt. Im Feld der großen typologischen Text-Bild-Zyklen des Mittelalters (etwa der Bible moralisée, der Biblia Pauperum und dem Speculum humanae salvationis) bilden die CC seit der Mitte des 14. Jahrhunderts den markanten Höhepunkt und Abschluss.
Als das unter Aufsicht des Autors Ulrich entstandene ‘Urexemplar’ ist der Codex 151 von exzeptionellem Rang, Ausgangspunkt späterer Überlieferung und Grundlage der weiteren Erforschung. Inhaltlich ist die Schrift in ihrem Kern eine wohl für die Laienbrüder und Mönche des Stiftes gedachte, reich illustrierte Textsammlung zur Predigtvorbereitung und Meditation, die nach dem Zyklus des Kirchenjahres und der Heiligenfeste gegliedert ist. Diesen Kerntexten schließen sich weitere Kleintexte allegorisch-didaktischen Inhalts an, von denen einige (mit deutschem Text) Ulrich zuzuschreiben sind.
Der Gesamtzyklus war bisher unpubliziert. Nachdem eine lange geplante Edition des maßgeblichen Lilienfelder Codex 151 durch Herbert Douteil nicht zustandegekommen war, wurde sie gemeinschaftlich im Sonderforschungsbereich 496 (Projekt Prof. Dr. Dr. h.c. A. Angenendt) und im Germanistischen Institut, Abt. Literatur des Mittelalters (Prof. Dr. Volker Honemann und Dr. Rudolf Suntrup) für den Druck vorbereitet; die maßgebliche Handschrift konnte im engen Einvernehmen mit dem Autor nach eingehender redaktioneller Bearbeitung mit ganzseitigen Farbtafeln aller Bildseiten (ermöglicht durch einen Druckkostenzuschuss des Exzellenzclusters „Religion und Politik“) herausgegeben werden.
Die Edition umfasst den Text im Wortlaut des Codex 151, der durch eine synoptisch präsentierte Übersetzung sowie umfangreiche Apparate und Register erschlossen wird. Ergänzt wird sie durch zwei von Rudolf Suntrup neu verfasste Kapitel zur Edition sowie zur Einführung in das Werk. Als wissenschaftlich zuverlässig erarbeitete Lese- und Studienausgabe richtet sie sich gleichermaßen an Theologen, Philologen (germanistische Sprach- und Literaturwissenschaftler; Mittellateiner) und Kunsthistoriker wie an kulturell interessierte Laien.

Zum Autor:
P. Dr. Herbert Douteil CSSp (geb. 1935), hatte sich nach Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit in Deutschland im Jahre 1979 entschlossen, in die Missionsarbeit nach Brasilien zu gehen, wo er am Oberlauf des Amazonas bis heute in vielerlei Funktionen einschließlich umfangreicher Arbeit in Katechese und Lehre, in Sozialprojekten und seit 2005 auch als Generalvikar der großen Diözese Cruzeiro do Sul (Acre) tätig ist (im Internet informiert er darüber regelmäßig und ausführlich: www.herbertdouteil.de).

veröffentlicht in:
Herbert Douteil: Die „Concordantiae Caritatis“ des Ulrich von Lilienfeld. Edition des Codex Campililiensis 151 (um 1355) und Übersetzung. Herausgegeben von Rudolf Suntrup, Arnold Angenendt und Volker Honemann. Mit Farbfaksimile der Illustrationen. Band 1: Einführungen, Text und Übersetzung. Band 2: Verzeichnisse, Quellenapparat, Register, Farbtafeln der Bildseiten der Handschrift. Großformat. Zus. 1298 S. Münster (Aschendorff) 2010.
€ 159,00. ISBN 978-3-402-12805-3.

Ansprechpartner:
Dr. Rudolf Suntrup
Germanistisches Institut, Abt. Literatur des Mittelalters
Hindenburgplatz 34
48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24623
suntrup@uni-muenster.de




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