Studieninfo zum Fach Geschichte

Abschluss: Master of Arts

Stand: 04.09.2015


Inhalt
  1. Portrait des Fachs
  2. Anforderungen an Studieninteressierte
  3. Berufs- und Tätigkeitsfelder
  4. Struktur und Aufbau des Studiums
  5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
  6. Literaturhinweise



1. Portrait des Fachs


1.1 Geschichte und Methoden


Gedächtnis der Menschheit
Die Geschichtswissenschaft blickt an der Universität Münster auf eine lange Tradition zurück. Gestern wie heute ist die bundesweit einzigartige Vielfalt der Institute, Seminare, Arbeits- und Forschungsstellen für die Disziplin charakteristisch.

Eine Reihe namhafter Historiker lehrten und lehren an der Universität Münster. Die Münsteraner Geschichtswissenschaft besitzt in vielen Bereichen national wie international eine führende Stellung.

Als Grundlagen- und Hilfswissenschaft befasst sich die Geschichtswissenschaft mit dem Denken und Handeln der Menschheit im Wandel der Geschichte. Ihr Ziel ist es, als kollektives Gedächtnis des Homo Sapiens, die Vergangenheit für die Gegenwart zu überliefern. Die Geschichtswissenschaft vermittelt vor diesem Hintergrund nicht nur historisches Wissen, sondern auch Bausteine zur Orientierung in einer sich rascher denn je verändernden Welt.



1.2 Lehr- und Forschungsschwerpunkte


Die Geschichtswissenschaft an der Universität Münster vereint eine Reihe von Studienfächern. Namentlich handelt es sich um die Alte Geschichte, die Byzantinistik, die Historischen Hilfswissenschaften, die Mittelalterliche Geschichte, die Mittellateinische Philologie, die Neuere und Neueste Geschichte, die Osteuropäische Geschichte, die Westfälische Landesgeschichte, die Geschichte der internationalen Beziehungen, die außereuropäische Geschichte, die Geschichte der Amerikas sowie die Ur- und Frühgeschichte. Die enge Verzahnung von intensiver Spezialforschung und einem breiten Lehrangebot kennzeichnet alle Teildisziplinen des Faches.

Charakteristisch für die Vermittlung der Studieninhalte der Geschichtswissenschaft an der Universität Münster ist die Vielfalt der Lehrformen in Gestalt von Vorlesungen, Ober- bzw. Masterseminaren, Übungen, Kolloquium, Repetitorien, Praktika und Exkursionen.  Die Geschichtswissenschaft weist aufgrund ihres Gegenstandes eine Vielfalt von Berührungspunkten zu Disziplinen anderer Fachbereiche und Fakultäten auf. Besonders eng sind die Kontakte zu den Altertumswissenschaften (Altertumskunde, Altorientalistik, Archäologie, Klassische Philologie), der Anglistik, Kunstgeschichte, Geographie, Germanistik, Theologie, Ur- und Frühgeschichte sowie Volkskunde. Der Fachbereich wirkt zudem an den universitären Zentren für Lateinamerikaforschung und für Niederlande-Studien mit.

Die Bibliotheken der Institute umfassen mehr als 130.000 Bände und zählen damit zu den größten ihrer Art in Deutschland.

Durch gute Kooperation mit den Archiven und Museen wird eine praxisnahe Ausbildung gewährleistet.



1.3 Studiensituation in Münster


Der Masterstudiengang „Geschichte“ ist ein auf zwei Jahre angelegter 1-Fach-Studiengang, der auf der Basis geschichtstheoretischer Entwürfe, der Diskussion neuester Forschungen und ausführlicher Quellenarbeit vertiefte wissenschaftliche Erkenntnisse über die Geschichte verschiedenster Epochen/Teilepochen und Kulturen vermittelt, zu selbständiger Forschung anleitet und Schlüsselqualifikationen in Präsentations-, Argumentations- und Recherchetechniken erwerben hilft. Er ermöglicht jedem Studierenden/jeder Studierenden, ein individuelles Studien- und Forschungsprofil zu bilden. Die Lehrenden des Historischen Seminars stehen den Studierenden dabei mit einem ein individuell zugeschnittenen Mentorenprogramm zur Seite.

Inhaltlich lässt der Studiengang eine epochenspezifische Schwerpunktsetzung (Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte, Geschichte der Frühneuzeit, Neuere und Neueste Geschichte), eine räumliche Spezialisierung (Mitteleuropa, Frankreich, Italien, Ost(mittel)europa, Großbritannien, Commonwealth, Nordamerika, Südamerika, Naher und Mittlerer Osten) und/oder eine thematische Fokussierung zu. Neben den Themen der interdisziplinären Forschungsverbünde, dem Exzellenzcluster "Religion und Politik" und der symbolischen Kommunikation, stehen - in enger Verzahnung von Forschung und Lehre - insbesondere die Bereiche Kulturgeschichte, Sozialgeschichte, Geschichte der politischen Kultur, Wirtschaftsgeschichte, Rechtsgeschichte, Stadtgeschichte, Geschichte der Konfessionalisierung, Wissenschaftsgeschichte, antike Geschichte des Mittelmeerraumes und des Vorderen Orients, Internationale Geschichte und Geschichte der internationalen Beziehungen, Geschlechtergeschichte, Geschichte des Kolonialismus und der Menschenrechte, Migrationsgeschichte, Geschichte ethnischer Minderheiten, Globale/Transnationale Geschichte sowie Geschichte im Museum und in den Medien.

Im Curriculum werden bewusst verschiedene Teilepochen berücksichtigt. Ein Modul „Vormoderne“ und ein Modul „Neuere und Neueste Geschichte“ müssen studiert werden, daneben ist Raum für Wahlmöglichkeiten gegeben. Das Profil des Studiengangs wird im Modul „Geschichtstheorien und Geschichtsbilder“ geschärft. Mit einem optionalen Praxismodul sowie berufsorientierenden Lehrveranstaltungen wird der Arbeitsmarktorientierung des Studiengangs in besonderer Weise entsprochen.

Alte Geschichte
Gegenstand althistorischer Forschung und Lehre ist die Geschichte der antiken Mittelmeerwelt und ihrer angrenzenden Gebiete vom zweiten vorchristlichen Jahrtausend bis zum sechsten nachchristlichen Jahrhundert.
Zeitlich decken die Arbeiten am hiesigen Seminar für Alte Geschichte ein weites Spektrum ab – sie reichen vom Frühen Griechenland über den Hellenismus und die Römische Kaiserzeit bis in die Spätantike. Neben der Politik- und Kulturgeschichte liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Verfassungs- und Sozialgeschichte sowie der Religionsgeschichte der antiken Welt. Forschungen zur griechischen und lateinischen Epigraphik (Inschriftenkunde) werden am Institut für Epigraphik betrieben, das dem Seminar für Alte Geschichte institutionell zur Seite gestellt ist. Historisch-landeskundliche Untersuchungen in Kleinasien und Griechenland werden durch die dem althistorischen Seminar angegliederten Forschungs- und Arbeitsstellen 'Asia Minor' und 'Historische Landeskunde des antiken Griechenland' betrieben. Alle genannten Institutionen sind Mitglieder des 'Centrums für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraumes'.
Diese vielfältigen althistorischen Forschungen finden unmittelbar Eingang in die universitäre Lehre, in deren Rahmen das Fach Alte Geschichte in seiner gesamten Bandbreite unterrichtet wird. Dabei wird ein besonderer Wert auch auf die Vermittlung methodischer Ansätze gelegt.
Den Studierenden wird die Möglichkeit geboten, Alte Geschichte im Rahmen der MA-Studiengänge 'Geschichte' bzw. 'Antike Kulturen des östlichen Mittelmeerraums' zu studieren. Profitieren können die Studierenden in beiden Studiengängen von einem überaus breit gefächerten Angebot im gesamten Bereich der Geschichtswissenschaft wie auch der Altertumswissenschaften, dessen disziplinäre Vielfalt nur noch an ganz wenigen deutschen Hochschulen zu finden ist.

Mittelalterliche Geschichte
Die Mittelalterforschung an der Universität Münster, die den Zeitraum vom 5. bis zum 15. Jahrhundert abdeckt, nimmt national wie international eine führende Stellung ein. Bis heute gehen von ihr wegweisende Innovationen aus. Dies belegt exemplarisch der Sonderforschungsbereich 496 „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesystem vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution“. Mit der Untersuchung der Funktionen symbolischer Kommunikation in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft haben die Lehrenden Neuland in einem Gebiet betreten, das zu den großen Themen der Kultur- und Geisteswissenschaften zählt. Im Mittelpunkt der Lehre stehen die Kulturgeschichte des Politischen, die Geschichte der internationalen Beziehungen, die Struktur der mittelalterlichen Adelsgesellschaft, die Geschichte der Städte, die Wissens- und Rezeptionsgeschichte sowie die Schriftkultur des Mittelalters als historisches Phänomen sowie Herrschafts- und Integrationsstrategien im christlichen und islamischen Mittelalter. Von besonderem Vorteil für die Lehrvermittlung im Studienfach Mittelalterliche Geschichte ist die Existenz der Lehrstühle für Byzantinistik und Mittellateinische Philologie an der Universität, die mit ihren auch auf das Studium der mittelalterlichen Geschichte anrechenbaren Veranstaltungen eine für das Verständnis der Epoche nützliche Erweiterung des Blickfeldes vermitteln. Diese Kombination besteht an keiner anderen Universität in Nordrhein-Westfalen.

Neuere und Neueste Geschichte
Gegenstand der Neueren und Neuesten Geschichte ist die Neuzeit, die sich vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart erstreckt. Für die Zeit bis einschließlich der Französischen Revolution besteht im Sonderforschungsbereich 496 ein enger Verbund mit Vertretern der mittelalterlichen Geschichte und anderen geisteswissenschaftlichen Fächern. Entsprechend breit angelegt ist das Lehr- und Forschungsspektrum des Studienganges an der Universität Münster. Schwerpunkte bilden die politische Geschichte, die Verfassungsgeschichte, sowie die Sozial- und Kulturgeschichte des alten Reiches der frühen Neuzeit, die internationalen Beziehungen und die historische Friedensforschung der Neuzeit, die Geschichte der USA und Lateinamerikas, Probleme der Agrargeschichte und der Industrialisierung, die Geschichte des demographischen Wandels, die Geschichte des Nationalsozialismus und Europäischen Faschismus sowie die Entstehung und Struktur des politischen Systems der DDR. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Vermittlung von Geschichte in Ausstellungen und Museen dar.

Bundesweit einzigartig ist die Arbeitsstelle für die neuere Geschichte Großbritanniens und des Commonwealth.

Außereuropäische Geschichte mit dem Schwerpunkt Lateinamerika
Der Lehrstuhl für außereuropäische Geschichte am Historischen Seminar ist ein bedeutsamer Bestandteil des vielfältigen Angebotes der Geschichtswissenschaften an der WWU Münster. Der regionale Schwerpunkt der außereuropäischen Geschichte liegt am historischen Seminar auf der lateinamerikanischen Geschichte, die in der Lehre von der Kolonialzeit bis ins 20. Jahrhundert in den Blick genommen wird mit den Schwerpunkten in der Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte. Hier stehen Themen wie die Staats- und
Nationsbildung, politische Kultur, Demokratie und Diktatur, Migration sowie Rassismus im Vordergrund. In der Forschung sind Mexiko, Argentinien, Chile und Brasilien regionale Schwerpunkte.
Münster ist der einzige deutsche Standort mit Lehrstühlen für sowohl nord- als auch lateinamerikanische Geschichte; diese synergetischen Effekte werden regelmäßig zu gemeinsamen Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten genutzt.


Nordamerikanische Geschichte

Die Geschichte Nordamerikas, die nur an wenigen Universitäten Deutschlands vertreten ist, stellt am Historischen Seminar einen eigenen Schwerpunkt dar. In der Lehre werden US-amerikanische und kanadische Geschichte von der Besiedlung durch die Vorfahren der Indianer 25000 vor Christus bis in die 1990er Jahre behandelt. Schwerpunkte in der Lehre und Forschung liegen dabei auf dem 19. und 20. Jahrhundert und auf den Bereichen Kulturgeschichte, Ethnische Geschichte (MigrantInnen, IndianerInnen, AfroamerikanerInnen), Transnationale Geschichte, Religionsgeschichte, Bildungsgeschichte sowie Geschichte im Film. Insgesamt wird nordamerikanische Geschichte sowohl in ihrer Binnenperspektive als auch in ihren transnationalen und globalen Beziehungen transdiziplinär in den Blick genommen.

Osteuropäische Geschichte
In Nordrhein-Westfalen wird die Osteuropäische Geschichte allein an der Universität Münster in voller Breite (Ostmittel-, Südost- und Osteuropa) und historischer Tiefe (Mittelalter und Neuzeit) gelehrt. Dieses Spektrum wird in der Abteilung für Osteuropäische Geschichte methodisch vielfältig (Politik, Sozial-, Kultur- und Geistesgeschichte) gestaltet. Schwerpunkte in Lehre und Forschung bilden die Zeitgeschichte des östlichen Mitteleuropa, die Geschichte der Geschichtsschreibung zum östlichen Mitteleuropa sowie die früh- und hochmittelalterliche Geschichte der West- und Ostslaven.

Westfälische Landesgeschichte
Als Hochschule mit regionaler Verankerung verfügt die Universität Münster als einzige Hochschule Westfalens über eine eigene Abteilung für Westfälische Landesgeschichte. Die hier angebotenen Lehrveranstaltungen ermöglichen es den Studierenden der Mittleren, Neueren und Neuesten Geschichte, einen regionalen Schwerpunkt zu setzen. Westfälische Landesgeschichte wird als vergleichende Landesgeschichte des Raums Westfalen sowie der angrenzenden Landschaften vom Mittelalter bis zur Gegenwart betrieben. Schwerpunktbereiche sind die Stadt- und Kulturgeschichte Westfalens und die Geschichte der Geschichtsschreibung in Westfalen.

Historische Grundwissenschaften
Die Historischen Hilfswissenschaften bilden das methodische Rüstzeug des Historikers. Sie gehören zum Pflichtkanon jedes Studierenden der Geschichte, unabhängig vom Studienfach und -abschluß. Behandelt werden unter anderem Teilgebiete der Geschichtswissenschaft wie Chronologie (Zeitrechnung), Diplomatik (Urkundenlehre), Epigraphik (Handschriftenkunde), Numismatik (Münzkunde), Paläographie (Schriftkunde) und Sphragistik (Sigelkunde).




2. Anforderungen an Studieninteressierte


Die Studieninteressierten müssen einen abgeschlossenen Bachelor of Arts Studiengang mit einem erkennbaren historischen Schwerpunkt vorweisen, dessen Abschlussnote 2,5 oder besser sein muss. Auch müssen die Studieninteressierten Sprachkenntnisse in Englisch und in einer zweiten modernen Fremdsprache vorweisen. Der Nachweis des Latinums ist nur verpflichtend, wenn der Schwerpunkt des Studiums auf der Alten oder Mittelalterlichen Geschichte beruht.




3. Berufs- und Tätigkeitsfelder


Mit einem Master of Arts Abschluss im Fach Geschichte qualifizieren sich die Studierenden nicht nur für eine wissenschaftliche Laufbahn, sondern auch für das Bibliotheks- und Archivswesen, Verlagswesen, Öffentlichkeitsarbeit, Kulturmanagment, Werbung uvm.





4. Struktur und Aufbau des Studiums


4.1 Modulstrukturen




4.2 Studienbegleitende Prüfungen


Die Master-Prüfung wird studienbegleitend abgelegt. Sie besteht aus

  1. den den Modulen zugeordneten prüfungsrelevanten Leistungen (Referate, Essays, Hausarbeiten)
  2. im Prüfungsmodul ist eine Master-Arbeit anzufertigen, die zeigen soll, dass die/der Studierende in der Lage ist ein begrenztes, von ihr/ihm ggf. vorzuschlagendes Thema selbstständig mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten und sachgerecht zu präsentieren. Dem Modul ist auch ein Abschlusskolloquium zugeordnet, das sich aus drei Themenbereichen aus dem von der Kandidatin/dem Kandidaten gewählten epochalen/regionalen Schwerpunkt zusammensetzt.

 



4.3 Praktika


Es liegen noch keine Informationen vor.



4.4 Sonstige Anforderungen


Es liegen noch keine Informationen vor.




5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung


Lupe Die Prüfungsordnung finden Sie unter
http://zsb.uni-muenster.de/material/m749m_3.htm.



6. Literaturhinweise


Es liegen noch keine Informationen vor.