Studieninfo zum Fach Pharmazie

Abschluss: Staatsexamen

Stand: 12.01.2017


Inhalt
  1. Gegenstand des Fachs
  2. Anforderungen an Studieninteressierte
  3. Berufs- und Tätigkeitsfelder
  4. Studien- und Forschungsschwerpunkte
  5. Struktur und Aufbau des Studiums
  6. Literaturhinweise



1. Gegenstand des Fachs


Arzneimittel von A bis Z
Die Pharmazie gehört als Wissenschaft von den Arzneimitteln zu den Naturwissenschaften. Der Pharmazeut (Apotheker) ist als Arzneimittelfachmann für die Entwicklung, Herstellung, Prüfung und Lagerung von Arzneistoffen und Arzneimitteln sowie für deren pharmazeutische und pharmakologische Beurteilung und Risikoerfassung zuständig. Eine wichtige Aufgabe besteht darüber hinaus in der Beratung von Arzt und Patient bei der Abgabe von Arzneimitteln und der allgemeinen Gesundheitsfürsorge.
Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind ebenso unabdingbare Voraussetzungen für die Ausübung des Berufs wie die Bereitschaft und Fähigkeit, mit hilfsbedürftigen Menschen umzugehen. Ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein erfordert zum Beispiel der Umgang mit stark wirksamen Giften, wie Cyaniden oder mit zur Abhängigkeit führenden Pharmaka wie Kokain oder Morphin, die dem Apotheker leicht zugänglich sind.

Vorgaben
Das Studium der Pharmazie ist bundeseinheitlich durch die Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) vom 14. Dezember 2000 geregelt. Die Ausbildung zum Apotheker an der Universität erfolgt im Rahmen eines Studiums von acht Semestern. Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Tätigkeit des Apothekers gelegt.

Inhalte
Das auf vier Semester angelegte Grundstudium vermittelt Grundlagen der Stoffgebiete "Allgemeine Chemie der Arzneistoffe, Hilfsstoffe und Schadstoffe", "Pharmazeutische Analytik", "Physikalische Chemie, Physik, Mathematik und Arzneiformenlehre", "Biologie und Humanbiologie" unter Berücksichtigung der Pharmazeutischen/Medizinischen Chemie, Pharmazeutischen Technologie und Pharmazeutischen Biologie. Das Grundstudium schließt mit dem Ersten Abschnitt der Staatlichen Prüfung ab. Im Hauptstudium erhalten die Studierenden vom fünften bis zum achten Semester eine vertiefte Ausbildung in den Stoffgebieten "Biochemie und Pathobiochemie", "Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie", "Biogene Arzneistoffe", "Medizinische Chemie und Arzneistoffanalytik", "Pharmakologie und Klinische Pharmazie" sowie einem Wahlpflichtfach. In diesem Teil des Studiums geht es nicht allein um die Vermittlung von anwendungsbezogenem Wissen, sondern von integralem Wissen, das den Apotheker befähigt, Arzneientwicklungen der Zukunft zu verstehen und zu bewerten. Das Hauptstudium endet mit dem Zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung, die sich auf die Fächer Pharmazeutische/Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie, Pharmakologie und Toxikologie sowie Klinische Pharmazie erstreckt. .
Fester Bestandteil des Grund- und Hauptstudiums sind praktische Lehrveranstaltungen, in denen die Studierenden Fertigkeiten in experimentell ausgerichteten Tätigkeitsfeldern des Apothekers erwerben.
Im Anschluss an das Hauptstudium erfolgt eine einjährige praktische Ausbildung. Davon müssen sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke und sechs Monate wahlweise in einer Krankenhaus- oder Bundeswehr-Apotheke, in der pharmazeutischen Industrie, einem Universitätsinstitut oder einer Arzneimittelunterrsuchungsstelle abgeleistet werden. Die praktische Ausbildung endet mit dem Dritten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung mit den Fächern Pharmazeutische Praxis sowie Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker. Erst dann haben die Studierenden den Abschluss als Pharmazeuten erreicht und können die staatliche Approbation als Apotheker beantragen. Je nach Eignung besteht nach der Zweiten Staatlichen Prüfung die Möglichkeit zur Promotion (Dr. rer. nat.)
Während des Grundstudiums haben die Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit ein zweimonatiges außeruniversitäres Praktikum (Famulatur) zu absolvieren, mindestens vier Wochen davon in einer öffentlichen Apotheke. In dieser Zeit erhalten die Studierenden Einblicke in die Betriebsabläufe, Organisation, Rechtsvorschriften und Tätigkeiten der Apotheken. Die Pharmazie ist eines der wenigen Studienfächer, das naturwissenschaftliche und medizinische Ausbildungsinhalte zusammenfasst. Dementsprechend weist sie Berührungspunkte zu den Naturwissenschaften Chemie, Biologie und Physik sowie Mathematik und Medizin auf.




2. Anforderungen an Studieninteressierte


Voraussetzungen für das Studium der Pharmazie sind die Allgemeine Hochschulreife. Grundlagenkenntnisse in Chemie sind wünschenswert.




3. Berufs- und Tätigkeitsfelder


Das Studium der Pharmazie vermittelt Apothekern und Apothekerinnen Kenntnisse für alle Arbeitsfelder, in denen sie nach der Approbation tätig sind. Zu diesen gehören öffentliche Apotheken, Krankenhaus- und Bundeswehrapotheken, die pharmazeutische Industrie, staatliche Arzneimitteluntersuchungsstellen, Universitätsinstitute und andere wissenschaftliche Institutionen.




4. Studien- und Forschungsschwerpunkte


An der Universität Münster ist für die Lehre und Forschung im Studiengang Pharmazie das Zentrum für Arzneimittelwissenschaften zuständig. Dies umfasst die im Fachbereich 12, Chemie und Pharmazie, angesiedelten Institute für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Pharmazeutische Biologie und Phytochemie sowie Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie. Dem Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie ist eine Professur für Pharmakologie und Toxikologie sowie ein Hochschuldozent für Klinische Pharmazie zugeordnet.




5. Struktur und Aufbau des Studiums


5.1 Allgemeines


Die Regelstudienzeit beträgt vier Jahre. Die pharmazeutische Ausbildung umfasst:

  • ein Studium der Pharmazie von vier Jahren an einer Universität
  • eine Famulatur von acht Wochen
  • eine praktische Ausbildung von zwölf Monaten
  • die Pharmazeutische Prüfung, die in drei Prüfungsabschnitten abzulegen ist.


5.2 Inhalte und Aufbau des Studiums


Grundstudium
mindestens 2 Jahre entsprechend 4 Semestern

Hauptstudium
weitere 2 Jahre nach erfolgreich bestandenem 1. Prüfungsabschnitt der Pharmazeutischen Prüfung. Die Studieninhalte sind nach AAppO (Anlage 1 zu § 2 Abs. 2 AAppO) durch die Stoffgebiete A bis K vorgegeben. Das Grundstudium umfasst die Stoffgebiete A bis D: Stoffgebiet A: Allgemeine Chemie der Arzneistoffe, Hilfsstoffe und Schadstoffe Stoffgebiet B: Pharmazeutische Analytik Stoffgebiet C: Wissenschaftliche Grundlagen, Mathematik und Arzneiformenlehre Stoffgebiet D: Grundlagen der Biologie und Humanbiologie Das Hauptstudium umfasst die Stoffgebiete E bis K: Stoffgebiet E: Biochemie und Pathobiochemie Stoffgebiet F: Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie Stoffgebiet G: Biogene Arzneistoffe Stoffgebiet H: Medizinische Chemie und Arzneistoffanalytik Stoffgebiet I: Pharmakologie und Klinische Pharmazie Stoffgebiet K: Wahlpflichtfach



5.3 Prüfungen


Für die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den scheinpflichtigen Lehrveranstaltungen des Pharmaziestudiums wird eine Bescheinigung gemäß Anlage 2 AAppO erteilt. Dies setzt in der Regel das Bestehen von Abschlussklausuren voraus. Nach einem Studium der Pharmazie von mindestens zwei Jahren kann der Erste Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung abgelegt werden. Dazu müssen die o. a. Bescheinigungen aus dem Grundstudium vorgelegt werden. Im Ersten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung wird in folgenden Fächern geprüft (§ 17, Abs. 1 AAppO): I. Allgemeine, anorganische und organische Chemie II. Grundlagen der pharmazeutischen Biologie und der Humanbiologie III. Grundlagen der Physik, der physikalischen Chemie und der Arzneiformenlehre IV. Grundlagen der pharmazeutischen Analytik. Der Zweite Abschnitt wird nach Bestehen des Ersten Abschnitts der Pharmazeutischen Prüfung und einem Studium der Pharmazie von mindestens vier Jahren abgelegt. Auch hier ist die erfolgreiche und regelmäßige Teilnahme an den entsprechenden Lehrveranstaltungen des Haupstudiums nachzuweisen. Im Zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung wird in folgenden Fächern geprüft (§18, Abs. 1 AAppO): I. Pharmazeutische/Medizinische Chemie II. Pharmazeutische Biologie III. Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie IV. Pharmakologie und Toxikologie V. Klinische Pharmazie. Der Dritte Abschnitt wird nach Bestehen des Zweiten Abschnitts und nach Ableistung der sich anschließenden praktischen Ausbildung abgelegt. Im Dritten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung werden folgende Fächer geprüft: I. Pharmazeutische Praxis, II. Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker.



5.4 Praktika


Während des Grundstudiums hat der Studierende in der vorlesungsfreien Zeit ein zweimonatiges außeruniversitäres Praktikum (Famulatur) zu absolvieren, mindestens vier Wochen davon in einer öffentlichen Apotheke. In dieser Zeit erhält der Studierende Einblicke in die Betriebsabläufe, Organisation, Rechtsvorschriften und Tätigkeiten der Apotheken.



5.5 Sonstige Anforderungen


Es liegen keine Informationen vor.




6. Literaturhinweise


  • Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) 2002, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart