Unsere Antwort: perMail
Aus:
Nr. 2/2001 vom Juli 2001 - beachten Sie die späteren Ergänzungen.
Als neuer Service des ZIV können E-Mails jetzt auch über das WWW bearbeitet werden.
Seit vielen Jahren bieten wir zwei grundsätzliche Wege an, auf eingegangene und im eigenen Postfach abgelegte E-Mails zuzugreifen.
Dialogserver - nicht immer bequem, aber schnell und mächtig
Der ältere Weg ist der direkte Zugriff auf das Postfach von
verschiedenen Dialogservern aus, hier ist insbesondere das auf dem
Dialogserver asterix.uni-muenster.de laufende
E-Mail-Programm Pine zu nennen. Jeder Nutzer kann von überall
aus der Welt ein slogin- oder telnet-Programm
starten, sich mit dem angegebenen Server verbinden und nach
erfolgreicher Anmeldung dieses Programm aufrufen. Aber auch andere
E-Mail-Programme und andere Dialogserver im Zentrum für
Informationsverarbeitung und in verschiedenen Fachbereichen nutzen
diesen Weg.
Trotz der umfangreichen Möglichkeiten und der hohen Geschwindigkeit, die dieser Weg bietet, sind gerade Einsteiger von ihm nicht besonders begeistert. Die Bedienung ohne Maus und grafische Unterstützung ist für Windows-gewohnte Nutzer gewöhnungsbedürftig und erfordert eine Bereitschaft zur Einarbeitung, die häufig nicht mehr gegeben ist.
POP3 - komfortabler, aber doch sehr beschränkt
Etwas neuer, aber auch seit Jahren bewährt, sind unsere POP3-Server, auf die geeignete E-Mail-Programme von überall aus dem Internet mit Hilfe des Post Office Protocol version 3 zugreifen können. Praktisch jeder unserer Nutzer, der mit Netscape Communicator, Microsoft Outlook Express, Eudora, Pegasus Mail usw. seine E-Mail liest, nutzt diesen Weg.
Jedoch bietet das POP3-System nur recht eingeschränkte Möglichkeiten: Es ermöglicht nur, E-Mails aus dem Briefkasten auf den eigenen Rechner zu kopieren und E-Mails aus dem Briefkasten zu löschen. Viele E-Mail-Programme bieten sogar nicht einmal die Möglichkeit, diese beiden Funktionen getrennt zu nutzen. Auch die Erkennung, welche E-Mails neu sind, gerät durcheinander, sobald man auf verschiedenen Wegen auf den Briefkasten zugreift. Häufig vermisst wird auch die Möglichkeit, erst einmal anhand von Absender-, Betreff- oder Größenangaben auszuwählen, welche E-Mails man über die häufig langsame Modem-Leitung herunterladen will.
Vor allem diejenigen Nutzer, die von verschiedenen Rechnern aus oder gar mit Pool-Rechnern ihre E-Mails bearbeiten möchten, stehen vor zwei großen Problemen:
E-Mails, die man von einem Rechner aus abgerufen hat, sind von anderen Rechnern aus nicht mehr zugreifbar.
E-Mails, die man von einem Pool-Rechner aus abgerufen hat, liegen, falls der Pool-Betreuer nicht aufwändige Vorkehrungen getroffen hat, anschließend auf der Festplatte herum und können von jedem nachfolgenden Nutzer dieses Rechners gelesen werden. PC-Programme sind halt für Persönliche Computer und nicht für Pool-Rechner gedacht.
Man kann sich zwar bemühen, vor dem Verlassen eines Rechners immer sorgfältig aufzuräumen, und auch mit der von einigen E-Mail-Programmen angebotenen Option, E-Mails nach dem Abruf auf dem Server zu belassen, etwas herumtricksen, doch handelt man sich gerade damit sehr schnell andere Probleme ein.
Außerdem ist es mit dem POP3-System überhaupt nicht möglich, E-Mails in zentral gespeicherten Ordnern zu verwalten, auf die von überall her zugegriffen werden kann.
Von vielen Nutzern gewünscht wird also ein System, welches sowohl den Komfort heutiger Maus-orientierter E-Mail-Programme bietet als auch die Möglichkeiten, von überall aus seine E-Mails zu bearbeiten und in zentral gelagerten Ordnern zu verwalten.
IMAP - viel versprechend, aber böse überraschend
Alle diese Wünsche und etliche weitere zu erfüllen verspricht IMAP, das Internet Mail Access Protocol. IMAP-fähige E-Mail-Programme sollen mit Hilfe von IMAP-Servern auf zentrale Briefkästen und Ordner zugreifen und so mit der gewohnten Oberfläche alle Möglichkeiten bieten, ohne den Einschränkungen des POP-Systems unterworfen zu sein.
Wir hatten solche Server für längere Zeit im Testbetrieb. Leider mussten wir feststellen, dass etliche E-Mail-Programme, insbesondere einige Versionen des Netscape Communicators, den IMAP-Server auf eine derart unmögliche Art und Weise benutzen, dass schon wenige Nutzer selbst leistungsstärkste IMAP-Server regelmäßig überlasten. Um Ihnen einen stabilen Betrieb auf IMAP-Basis anbieten zu können, hätten wir also bei täglich über zehntausend Nutzern eine untragbare Anzahl von IMAP-Servern kaufen und einrichten müssen.
In Anbetracht dieser Umstände haben wir uns dann dafür entschieden, den Gedanken, IMAP-Server anzubieten, zu verwerfen und einen ganz anderen Ansatz zu verfolgen.
WWW - die Eier legende Wollmilchsau
Wie schon viele kommerzielle Internet Service Provider haben auch wir uns entschlossen, das erst zehn Jahre junge World Wide Web als Transportmedium zum Abrufen und Bearbeiten von E-Mails anzubieten.
Das daraufhin in den letzten Monaten entwickelte perMail steht ab sofort allen unseren Nutzern zur Verfügung. Sie finden die Login-Seite von perMail unter folgender WWW-Adresse:
perMail steht sowohl über diesen
ungeschützten als auch über einen abhörsicheren Zugang zur Verfügung.
Wenn Sie den abhörsicheren Zugang benutzen, kann anders als bei POP3,
IMAP, Telnet oder dem ungeschützten Zugang niemand Ihr Passwort oder
Ihre E-Mails mitlesen. Daher bietet die Login-Seite von
perMail, wenn Sie obige ungeschützte Adresse
verwenden, Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Installieren
der notwendigen CA-Zertifikate und zum Umschalten auf den abhörsicheren
WWW-Zugang. Die dabei zu kontrollierenden Fingerprints finden Sie in
jedem .
Allerdings benötigen Sie für den abhörsicheren Zugang ein WWW-Programm, welches starke Verschlüsselung beherrscht. Dies trifft zu für alle Versionen von Opera, für den Netscape Communicator ab Version 4.74 (oder eine mit Fortify aufgerüstete Version), für den Internet Explorer ab Version 5.5 (oder eine mit dem Internet Explorer High Encryption Pack aufgerüstete Version), für den Konquerer und für jedes andere auf OpenSSL-Basis arbeitende WWW-Programm.
Wenn Sie ein solches Programm benutzen, sollten Sie jetzt den angegebenen Schritten folgen. Das müssen Sie nur dieses eine Mal machen, später können Sie dann direkt die WWW-Adresse für den abhörsicheren Zugang verwenden:
perMail in der Praxis
Beim ersten Anmelden präsentiert perMail sich im Startformat, hier stehen Ihnen nur die notwendigsten Funktionen zur Verfügung, um Einsteiger durch die Vielfalt der Möglichkeiten nicht zu sehr zu verwirren. Sobald Sie die ersten Schritte hinter sich gebracht haben, sollten Sie auf das in den nachfolgenden Abbildungen gezeigte Textformat umschalten. Mit wachsender Erfahrung werden Sie dann in das Symbolformat umschalten, denn bei identischer Bedienung ermöglichen die platzsparenden Symbolschaltflächen einen aufgeräumteren Bildschirmaufbau. Erfahrene E-Mail-Nutzer werden die weiteren Modi bevorzugen, die weiter reichende Funktionen und einige Abkürzungen zur Verfügung stellen.
Unabhängig vom Anzeigeformat setzt sich die Oberfläche von perMail aus einem Satz von WWW-Seiten zusammen, auf denen Sie alle grundlegenden Funktionen von E-Mail-Programmen wieder finden:
Abb. 1 (vergrößern): Login-Seite
Wenn Sie auf der Login-Seite (egal ob abhörsicher oder ungeschützt) Ihre Nutzerkennung und Ihr Passwort in die entsprechenden Felder eintragen und dann die Schaltfläche „Anmelden | Login“ bedienen, werden Sie mit einem der aktuell laufenden perMail-Server verbunden. (Da jeder dieser Server sein eigenes Zertifikat besitzt, sollten Sie vor der Nutzung des abhörsicheren Zugangs wirklich die oben genannten CA-Zertifikate einbauen, um die sonst sehr lästigen Dialogboxen Ihres WWW-Programms für jeden neuen Server zu vermeiden.) Sie können hier auch vorab die Sprache der nachfolgenden Seiten auswählen. Wenn Sie keine Auswahl treffen, wird eine eventuell früher abgespeicherte Einstellung oder sonst Deutsch verwendet
Die nachfolgend dargestellte Index-Seite zeigt Ihnen eine Liste der vorhandenen E-Mails im aktuell eingestellten Ordner, anfangs ist dies der Posteingang. Schaltflächen zum Blättern befinden sich links oberhalb und unterhalb der laufenden Nummern. Mit den Schaltflächen in der Aktionsspalte können Sie die jeweilige E-Mail anzeigen und bearbeiten. Unmittelbar unter der Liste finden Sie die Schaltflächen zum Erstellen neuer E-Mails und zum Bearbeiten von Fußzeilen und Adressbucheinträgen. Einstellungen über das Aussehen der Seite können Sie am unteren Tabellenrand vornehmen.
Abb. 2 (vergrößern): Index-Seite
Abb. 3 (vergrößern): Ansicht-Seite
Die Ansicht-Seite zeigt Ihnen eine einzelne E-Mail mit eventuell vorhandenen Anlagen. Alle Teile einer E-Mail können als Text angezeigt, heruntergeladen oder auch direkt mit dem entsprechenden Anwendungsprogramm auf Ihrem Rechner geöffnet werden. Vor dem Herunterladen oder Öffnen werden die entsprechenden Teile auf bekannte Viren und Schadfunktionen untersucht. Natürlich finden Sie hier auch Schaltflächen zum Weiterblättern, Antworten, Ablegen, Wegwerfen usw.
Abb. 4 (vergrößern): Neue-E-Mail-Seite oben
Abb. 5 (vergrößern): Neue-E-Mail-Seite unten
Die Neue-E-Mail-Seite erscheint, wenn Sie E-Mails erstellen, beantworten, weiterleiten oder nachsenden. Beim Eintippen mehrerer Adressaten müssen Sie darauf achten, zwischen den Adressaten ein Komma einzufügen. Falls vorhanden, können Sie Adressaten auch aus einem Adressbuch auswählen.
Welche Bearbeitungsmöglichkeiten Ihnen das Texteingabefenster bietet, hängt ganz alleine vom WWW-Programm ab. In aller Regel werden diese nicht besonders umfangreich sein, darauf hat perMail jedoch keinen Einfluss.
Abb. 6 (vergrößern): Adressbuch-Seite
Die Adressbuch-Seite benutzen Sie zum Verwalten Ihrer Adressbucheinträge, welche durch Kurznamen identifiziert werden. Ein Adressbucheintrag kann durchaus mehrere E-Mail-Adressen enthalten. Von dieser Seite aus können Sie unmittelbar mit dem Erstellen einer neuen E-Mail an die Adressen eines Eintrags beginnen.
Abb. 7 (vergrößern): Fußzeilen-Seite
Die Fußzeilen-Seite ermöglicht Ihnen das Verändern Ihrer Fußzeilen (Signatur). Diese werden bei jeder neuen E-Mail automatisch in das Texteingabefeld eingefügt.
Eine Filterregeln-Seite zum Bearbeiten der Regeln, nach denen der Inhalt eines Ordners automatisch in andere Ordner wegsortiert wird, ist für die Zukunft geplant.
Auf der hier nicht dargestellten PGP-Schlüssel-Seite können Sie
einstellen, welchen Schlüsselinhabern Sie vertrauen, falls Sie die
PGP-Installation auf asterix benutzen.
Zu jeder Seite gibt es eine Hilfe-Seite, auf der alle Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, aufgeführt und erklärt werden.
Auf fast allen Seiten finden Sie unten rechts eine Schaltfläche „Beenden“. Bitte benutzen Sie diese Schaltfläche, bevor Sie Ihren Rechner verlassen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie Pool-Rechner oder Internet-Cafés benutzen. Die Schaltfläche markiert auf dem WWW-Server das in den WWW-Seiten versteckt enthaltene Ticket als ungültig. Wenn Sie dies nicht tun, kann es nachfolgenden Nutzern Ihres Rechners noch einige Stunden lang möglich sein, auf Ihre E-Mails zuzugreifen.
Eigenschaften von perMail
Zum Ausprobieren einladen möchte ich Sie mit der Aufzählung einiger Eigenschaften von perMail und mit einigen Tipps zum geschickten Umgang mit diesem System.
Systemvoraussetzungen
Sie können ein beliebiges WWW-Programm benutzen, ohne dass Sie irgendwelche Einstellungen an Ihrem Rechner vornehmen müssen. (Zwar muss das Programm das Hochladen von Dateien beherrschen, doch das ist bei allen neueren Programmen der Fall.) Sogar tabellenfähige Nur-Text-Programme wie
w3mlassen sich problemlos verwenden.perMail kann über jeden vollwertigen Internet Service Provider und natürlich mit Pool-Rechnern ohne jede Einschränkung benutzt werden.
Da perMail die Passwortverwaltung der zentralen Systeme des Zentrums für Informationsverarbeitung benutzt, sind keine spezielle Anmeldung und kein neues Passwort erforderlich.
Darstellung
Bei perMail können Sie zwischen unterschiedlichen Anzeigeformaten wählen, passend für Einsteiger, erfahrenere Nutzer und Experten. Jedes dieser Formate können Sie durch Wahl einer Farbkombination und weitere Layouteinstellungen Ihrem persönlichen Geschmack anpassen.
Keinerlei Vorschriften macht Ihnen perMail bei der Auswahl von Schriftart und Schriftgröße, es verwendet einfach die Schriften, die Sie in Ihrem WWW-Programm eingestellt haben.
Sie können sich Ihre E-Mails in einer einstellbaren Reihenfolge anzeigen lassen. perMail vermag sogar, Antworten und Weiterleitungen anhand der Betreffzeilen den entsprechenden Ursprungs-E-Mails zuzuordnen.
Die von Ihnen vorgenommenen Einstellungen können Sie fast jederzeit abspeichern. Beim nächsten Anmelden finden Sie dann gleich Ihre gewohnte Umgebung vor.
Hilfen
Eine umfangreiche Online-Hilfe in der jeweils eingestellten Sprache erklärt Ihnen die Benutzung der verschiedenen Schaltflächen. (Die englischen Hilfetexte sind zzt. noch nicht ganz fertig gestellt.)
Sofern Ihr WWW-Programm dies unterstützt, wird Ihnen die Bedeutung einer Schaltfläche angezeigt, sobald Sie den Mauszeiger auf diese Schaltfläche bewegen. (Der von einigen Programmen zusätzlich angezeigte Zeichensalat enthält Kenndaten der jeweiligen E-Mail und lässt sich leider nicht unterdrücken.)
perMail integriert auf unaufdringliche Weise die HotNews des Zentrums für Informationsverarbeitung, das sind wichtige betriebliche Hinweise über Störungen, geplante Ausfallzeiten usw.
E-Mail-Ordner
perMail verwaltet alle Ordner auf dem zentralen Server und verwendet die gleichen Briefkasten- und Ordnerdateien wie das Programm Pine, kann dieses also in den meisten Fällen ersetzen.
Selbstverständlich können Sie neue Ordner erstellen und leere Ordner löschen.
perMail bietet die Möglichkeit, Ordner in Verzeichnissen zusammenzufassen.
perMail beachtet Symbolic Links, die Sie vielleicht von Hand eingerichtet haben, um an anderen Stellen gelegene Ordner und Ordnerverzeichnisse einzubinden.
Weggeworfene E-Mails werden in einer Abfalltonne gesammelt, aus der sie wieder hervorgeholt werden können. Erst wenn sie von dort einzeln oder zusammen in den Reißwolf gesteckt werden, sind sie wirklich weg.
Wie auch bei der Verwendung von Pine gilt: E-Mails, die im Posteingang belassen werden, können weiterhin über die POP3-Server abgerufen werden; perMail kann also auch zum Vorsortieren bzw. Vorfiltern für andere E-Mail-Programme verwendet werden.
Adressbuch und Fußzeilen
perMail enthält ein eigenes Adressbuch. Adressbücher des Programms Pine können übernommen werden, indem auf
asterixder Befehlpine2permaileingetippt wird.perMail erlaubt Ihnen, Adressen aus angezeigten E-Mails direkt in das Adressbuch zu übernehmen.
In einem entsprechenden Fenster können Sie die Fußzeilen bearbeiten, die jeder neuen E-Mail hinter der von der Netiquette angeratenen Trennmarkierung (Sigdashes) angehängt werden. Sie können die Fußzeilen jeder einzelnen E-Mail vor dem Absenden noch bearbeiten. (Verwechseln Sie diese Fußzeilen bitte nicht mit elektronischen Unterschriften, auch wenn beide als Signatur bezeichnet werden.)
perMail entfernt beim Antworten automatisch die Fußzeilen des Absenders und hilft auch an anderen Stellen beim Einhalten der Netiquette. (Selbstverständlich müssen Sie weiter selbst darauf achten, vor dem Absenden einer Antwort auch alle anderen irrelevanten Zitatzeilen zu löschen und Ihre Antworten unter statt über der Frage einzufügen.)
Anlagen (Attachments)
perMail beherrscht den Umgang mit E-Mails im MIME-Format (Multipurpose Internet Mail Extensions), das heißt mit E-Mails mit kompliziert verschachtelten Anlagen. (Falls Sie nacheinander mehrere Anlagen einer E-Mail abrufen, kann es bei etlichen WWW-Programmen erforderlich sein, den Aktualisieren-Knopf (Reload) zu benutzen, um die richtige Anzeige hervorzubringen.¹)
Sie haben die Möglichkeit, als Anlagen beigefügte E-Mails herauszulösen und als eigenständige E-Mails in Ordnern abzulegen.
Sie können jeder neuen E-Mail eine Datei direkt von Ihrem Rechner anhängen. (Um mehrere Dateien zu versenden, benutzen Sie bitte getrennte E-Mails oder fassen Sie sie vorher mit einem ZIP-Programm zu einer komprimierten Archivdatei zusammen; dann haben Sie auch weniger Schwierigkeiten mit den Größenbeschränkungen der E-Mail-Server.)
perMail achtet bereits beim Anhängen der Datei auf die von unseren SMTP-Servern zugelassene Maximalgröße. (Für später ist eine Integration des Bigmail-Mechanismus für übergroße E-Mails geplant, vgl.
http://user.uni-muenster.de/exec/bigmail.)
Besondere Fähigkeiten
perMail vermag die E-Mails eines Ordners nach von Ihnen vorgegebenen Regeln in verschiedene Ordner wegzusortieren. (Allerdings müssen Sie diese Filter-Regeln wie in der Online-Hilfe beschrieben noch manuell erstellen.)
perMail verwendet für die eigene E-Mail-Adresse den aktuell eingestellten Aliasnamen, und erkennt in der Liste der E-Mails eines Ordners, welche man selbst geschrieben hat.
Sie können E-Mails nicht nur weiterleiten (mit neuem Absender), sondern auch nachsenden (Bounce/Resend, mit Original-Absender).
perMail beherrscht das gemeinsame Weiterleiten mehrerer E-Mails.
Beim Antworten auf E-Mails können Sie wählen, ob Sie nur an den Absender oder an alle Adressaten einer E-Mail antworten möchten und ob dabei die Kopfzeilen mitzitiert werden oder nicht.
Mit Hilfe einer Vorschau können Sie kontrollieren, wie eine neu erstellte E-Mail aussähe, wenn Sie sie jetzt absenden würden. (Nach Benutzen der Vorschau müssen Anlagen und PGP-Einstellungen jedoch erneut angegeben werden.)
Sicherheitsmaßnahmen
perMail kontrolliert E-Mail-Inhalte beim Öffnen mit einem meist mehrmals wöchentlich aktualisierten Virenschutzprogramm. (Das heißt natürlich nicht, dass Sie eigene Vorsichtsmaßnahmen außer Acht lassen dürfen!)
Sie können sich alle Inhalte erst einmal als unschädlichen reinen Text anzeigen lassen. Selbst den Text vieler Microsoft-Word-DOC-Dateien kann man so vor dem Herunterladen bereits erkennen.
perMail wurde so entwickelt, dass Angreifern möglichst wenig Angriffspunkte geboten werden, und benötigt weder Frames noch Cookies noch JavaScript noch Java noch ActiveX, auch werden keine sensitiven Informationen in der URL aufbewahrt. Sie können Ihr WWW-Programm also in der höchsten Sicherheitsstufe betreiben.
perMail arbeitet intern mit einem hochsicher verschlüsselten Sitzungs-Ticket beschränkter Lebensdauer. Selbst wenn Sie den Rechner verlassen, ohne die Sitzung zu beenden, verliert das Ticket nach einigen Stunden seine Gültigkeit.
Verschlüsselung und elektronische Unterschriften
perMail arbeitet gut mit Pretty Good Privacy (PGP) zusammen, einem Programm zum Verschlüsseln und zum elektronischen Unterschreiben, und zwar sowohl (über Schaltflächen) mit dem auch von Pine verwendeten PGP auf dem Dialogserver
asterixals auch (über HotKeys) mit einer PGP-Installation auf Ihrem eigenen Windows-PC. (Für Windows-Nutzer empfehlen wir PGP 6.5.8 mit RSA-Schlüsseln.)perMail erlaubt Ihnen, per E-Mail empfangene PGP-Schlüssel Ihrem PGP-Schlüsselring auf
asterixhinzuzufügen, und bietet eine weitreichende (jedoch noch nicht vollständige) eingebaute Schlüsselverwaltung, mit der Sie viel bequemer als mit PGP selbst Vertrauensparameter einstellen und Schlüssel aktivieren und deaktivieren können.
Störfestigkeit
perMail erkennt und umgeht einige Programmierfehler in den WWW-Programmen von Microsoft, Netscape und Opera Software.
perMail kommt auch mit etlichen defekten Ordnerdateien zurecht und repariert diese auf Anforderung oder spätestens sobald der Ordner das erste Mal neu geschrieben wird.
Da die E-Mails eines Ordners nicht an der Reihenfolge im Ordner, sondern an internen Kenndaten und Quersummen identifiziert werden, kann perMail problemlos gleichzeitig mit anderen E-Mail-Programmen eingesetzt werden. (Sie sollten dies aber trotzdem nicht probieren, denn andere Programme wie Pine, Netscape Messenger oder Outlook Express sind nicht so robust.)
perMail verwendet größte Sorgfalt (noch mehr als Pine) darauf, dass keine Ordner durch Erreichen der Plattenplatzquote oder andere Probleme beschädigt werden. (Dies erfordert jedoch einen höheren Plattenplatzbedarf, denn E-Mails können aus einem Ordner nur dann entfernt werden, wenn kurzzeitig sowohl der alte Zustand als auch der neue Zustand des Ordners gleichzeitig auf der Platte Platz finden.)
Der Autor von perMail ist Mitarbeiter des Zentrums für Informationsverarbeitung. Eventuell auftretende Probleme können daher in aller Regel zügig beseitigt werden.
Geschwindigkeit
Da das Programm perMail in C geschrieben wurde und unmittelbar auf die Briefkasten- und Ordnerdateien zugreift, ist es erheblich schneller als die meisten anderen WWW-Mail-Programme. (Da es bei jedem Mausklick den aktuellen Ordner neu lesen muss, kann es natürlich nicht die Geschwindigkeit von Pine erreichen.)
Sie können E-Mails eines Ordners markieren und später gesammelt wegwerfen oder ablegen. Diese Markierungen werden nicht abgespeichert, sondern in den WWW-Seiten versteckt aufbewahrt; daher können Sie in verschiedenen Fenstern verschiedene E-Mails markieren und durch geschickte Bedienung die Antwortzeit weiter verbessern.
perMail kann auf beliebig vielen Servern gleichzeitig laufen und sorgt selbständig für eine Lastverteilung, indem Sie bei der Anmeldung auf einen zufällig ausgewählten Server weitergeschaltet werden, wobei ausgefallene Server (anders als bei POP3) übersprungen werden.
Zeit fressende Veränderungen an den Ordnerdateien werden vermieden, wo immer dies möglich ist. (Das heißt allerdings, dass keine Markierung in die Ordnerdatei geschrieben wird, ob eine E-Mail gelesen oder beantwortet wurde. Vorhandene Gelesen- und Beantwortet-Markierungen anderer E-Mail-Programme bleiben unverändert.)
Ecken und Kanten, Tipps und Tricks
Ganz ohne Kanten ist perMail natürlich nicht. Die beschränkten Möglichkeiten der WWW-Oberfläche und die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen erzwingen kleine Unbequemlichkeiten. (Einige wurden oben bereits in Klammern erwähnt.)
Beispielsweise ist es beim Anzeigen von Anlagen nicht möglich, diese automatisch in einem eigenen Fenster darzustellen. Sie werden also bisweilen den Zurück-Knopf Ihres WWW-Programms benutzen müssen, um zur normalen Anzeige von perMail zurückzukehren.
Mit etlichen WWW-Programmen können Sie gerade hier aber einen netten Trick verwenden, den ich Ihnen auch für andere WWW-Seiten nur ans Herz legen kann: Wenn Sie nicht mit der linken, sondern mit der mittleren Maustaste (ersatzweise mit der rechten Maustaste und dem Punkt „in neuem Fenster öffnen“) auf eine Schaltfläche oder einen Querverweis klicken, wird die nächste Seite in einem neuen Fenster dargestellt. Anschließend können Sie in beiden Fenstern parallel weiterarbeiten und sich auf die gleiche Weise sogar weitere Fenster erzeugen. Sie brauchen bei perMail hinterher auch nur in einem der Fenster die Schaltfläche „Beenden“ zu benutzen, um sich abzumelden.
Fußnote
In manchen Fällen hilft es, wenn Sie in Ihrem WWW-Programm einstellen, dass jedesmal beim Server nachgefragt wird, ob eine Seite neu geladen werden soll, und nicht nur einmal pro Sitzung. Leider verhalten sich einige WWW-Programme besonders bei Bilddateien derart fehlerhaft, dass perMail selbst dann keine Chance mehr hat, das Problem vor Ihnen zu verbergen. Die fortlaufende Zahl in der URL hat keinen anderen Zweck, als diesen Fehler soweit wie möglich zu umgehen.








