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inforum 3/2009 - Große Akzeptanz von E-Learning-Systemen an der WWU

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Große Akzeptanz von E-Learning-Systemen an der WWU

D. Rudolph

Welche Erfahrungen wurden mit Learning-Management-Systemen an der WWU gemacht? Eine Nutzerstudie gibt Antworten.

Ergebnisse der uniweiten Befragung von IKM und cHL liegen vor

Sie tragen Namen wie HERBIE, OpenUSS oder Moodle und sollen die Lehre und Prüfungsvorbereitung erleichtern: Sogenannte Learning-Management-Systeme (LMS) sind an der WWU weit verbreitet. Erstmals wurden in einer uniweiten Online-Umfrage von IKM (Kooperation von ULB, ZIV und Univerwaltung) und cHL-Anwendergruppe (computergestützte Hochschullehre) Studierende und Dozenten nach ihren Erfahrungen mit den Lernplattformen befragt. Das Interesse am Thema ist offenbar groß: Rund 2200 Teilnehmer füllten den umfangreichen Fragebogen aus, darunter 13 Prozent Dozenten.

Learning-Management-Systeme sind für die meisten WWU-Studierenden bereits voll in den Studienalltag integriert, über 85 Prozent nutzen Lernplattformen. Die Dozenten tun sich noch etwas schwerer, aber auch hier setzen bereits drei Viertel zumindest gelegentlich auf ihren Einsatz zur Lehrunterstützung.

Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Fachbereichen: Während etwa in den Wirtschaftswissenschaften, in der Theologie sowie in sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern fast flächendeckend LMS im Einsatz sind, geben sich Physiker, Chemiker und Biologen noch relativ zögerlich, auch unter Juristen nutzt nur gut jeder Zweite Lernplattformen.

Heterogen ist auch die Art der verwendeten Systeme: So sind an der WWU nach den Ergebnissen der Erhebung mindestens 15 verschiedene LMS im Einsatz, manchmal mehrere pro Fachbereich. Im Schnitt nutzt jeder Student 2,3 verschiedene Systeme in seinem Unileben. Einigkeit herrscht dagegen bei der Akzeptanz der Systeme an sich: 71 Prozent der befragten Studierenden und 72 Prozent der Dozenten meinen, dass LMS in Lehrveranstaltungen zum Standard gehören sollten. Bislang ist das allerdings noch nicht immer der Fall: Nach Angaben der meisten Studierenden (65  %) wurden LMS nur in weniger als der Hälfte ihrer Veranstaltungen eingesetzt, dann aber meistens verpflichtend.

Schulungen und zentrale Ansprechstelle werden angeregt

Probleme bei der Benutzung oder Bedenken bezüglich des Datenschutzes sind nach den Ergebnissen der Umfrage offenbar wenig verbreitet. Ersteres kann damit zu tun haben, dass sich von den Umfrageteilnehmern 72 Prozent der Studierenden und sogar 77 Prozent der Dozenten gute oder sehr gute PC-Kenntnisse attestieren. Gleichwohl besteht vor allem auf Dozentenseite Bedarf nach mehr Informationen über die didaktischen Einsatzmöglichkeiten und Schulungen im Umgang mit den Systemen. Eine sinnvolle Anregung, da die Dozenten als Multiplikatoren von den Studierenden als erste Ansprechstelle (57 %) im Fall von Schwierigkeiten genannt werden. Bislang wird der Funktionsumfang der Systeme bei Weitem nicht voll ausgeschöpft, was vermutlich ebenfalls auf zu geringe Information zurückzuführen ist. So werden LMS momentan fast ausschließlich zur Verteilung von Lehrmaterial und zur veranstaltungsbezogenen Information verwendet; Funktionen wie die kollaborative Gruppenarbeit, die Kommunikation zwischen Dozenten und Studierenden oder die Abgabe von schriftlichen Aufgaben werden kaum genutzt. Auf großes Interesse stößt vor allem auf Studierendenseite die Möglichkeit, sich mittels Online-Quiz, wie sie etwa Moodle unterstützt, gezielt auf Prüfungen vorzubereiten. Angeregt wurde weiterhin, eine zentrale Ansprechstelle zu schaffen, die Support und Beratung leistet. Außerdem sollten nach dem Willen einiger Teilnehmer Vorlesungsaufzeichnungen als Video bereitgestellt werden.

Die Umfrageteilnehmer waren jeweils zur Hälfte männlich und weiblich. Die Verteilung über die Fachbereiche entspricht in etwa der offiziellen Uni-Statistik, wodurch der Schwerpunkt bei Angehörigen der Philosophischen Fakultät liegt (43 % der teilnehmenden Studierenden); lediglich Angehörige der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät sind leicht überrepräsentiert, die Medizinische Fakultät ist leicht unterrepräsentiert.

Die Ergebnisse der Befragung werden in den nächsten Wochen in den zuständigen Uni-Gremien diskutiert, wo über weitere Maßnahmen entschieden wird.


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