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inforum 2/2007 - Happy Birthday, RRZN-Handbücher!

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Happy Birthday, RRZN-Handbücher!

W. Noack

In diesem Jahr 2007 haben die Handbücher des Regionalen Rechenzentrums für Niedersachsen (RRZN) in Hannover einen „runden“ Geburtstag: Sie werden 25 Jahre alt. Und zugleich etwa blickt die Kooperation der Hochschulen auf dem Gebiet der IT-Dokumentation auf ein Vierteljahrhundert zurück.

Für eilige Leser: worum es geht – kurz und knapp!

Das RRZN, das Regionale Rechenzentrum für Niedersachen/Leibniz Universität Hannover, hat vor 25 Jahren eine Kooperation auf dem Gebiet der EDV-Dokumentation initiiert und seither koordiniert.
Ziel ist es, – in der Tradition der „Vorlesungs­skripte“ – für Studierende und Mitarbeiter/innen staatlicher Hochschulen gute, aktuelle, praxisorientierte und sehr preisgünstige IT-Einführungsschriften über Betriebssysteme, Netzdienste und Anwendungsprogramme anzubieten und es damit Hochschulen zu ersparen, „das Rad neu zu erfinden“.
Hochschulen stellen dem RRZN ihre Schriften kostenlos zur Verfügung, das RRZN lässt sie drucken und vertreibt sie. Weitere Publikationen sind Nachdrucke von Unterlagen aus dem Herdt-Verlag.
Wer keine Texte zur Verfügung stellen kann, ist genauso gern als Lektor gesehen.
Die Kooperation ist außergewöhnlich erfolgreich: Über 170 Hochschulen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz machen mit, und die Gesamtauflage der RRZN-Handbücher hat die Marke von 2,6 Mio. Exemplaren überschritten.

Zur Chronologie: Wie es begann

Im Herbst 1979 berichtete das RRZN auf einer Tagung der HRZ-Leiter (ALWR, heute ZKI) erstmals über seinen Plan, den in den USA standardisierten FORTRAN 77-Sprachumfang, dessen Nachdruckrechte das RRZN erworben hatte, zu übersetzen.

Im Herbst 1981 unterbreitete die TU Berlin Korrekturvorschläge zu einer vom RRZN vorgelegten Nullnummer über FORTRAN und erkundigte sich nach der Möglichkeit, „500 bis 1000“ Exemplare zu erwerben. Im folgenden Jahr 1982 kam die erste Bestellung über 300 Ex. für die RWTH Aachen (mit dem Angebot der Erhöhung auf 500 Exemplare, wenn damit der Druck gesichert würde). Mit diesem (gelben) „FORTRAN 77- Handbuch, CDC-Version“, dessen Druckvorlage das RRZN mit einem Fotosatzgerät erstellt hatte, begann die Zeit der Großauflagen.

Heute

Heute besteht das Angebot aus etwa 80 aktuellen Titeln, weitere sind in Vorbereitung. Heute sind es über 170 staatl. Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, die regelmäßig größere Stückzahlen der Handbücher vom RRZN beziehen, um sie an ihre Studierenden und Mitarbeiter zu deren eigenem Gebrauch weiterzugeben. Die Gesamt-Auflage aller Titel liegt über 2,6 Mio. Exemplare – ein gewaltiger Know-how-Transfer.

Hochschul-Kooperation

Aus der Einbahnstrasse (das RRZN hat die Arbeit, die anderen profitieren davon) ist inzwischen eine echte Kooperation geworden: Bereits 1984/85 entwickelten die Universitäten Darmstadt, Münster und Siegen und das RRZN aus dem oben genannten FORTRAN-Handbuch eine Version für DEC-, IBM-, Fujitsu- und Siemens-Rechner. Dabei hielt sich das RRZN – auch gegen Widerstände – streng an den Sprach-Standard und ließ nur an den Stellen, die das Standarddokument explizit als herstellerspezifisch bezeichnete, solche Angaben zu. Das war sehr weitsichtig, denn das Problembewusstsein in Sachen Portabilität von Programmen verbreitete sich erst später. Seither stellen Hochschul-Mitglieder dem RRZN immer wieder (kostenlos) Schriften zur Verbreitung innerhalb der kooperierenden Hochschulen zur Verfügung oder entwickeln solche sogar zu diesem Zweck. Zahllose kritische Leser („Lektoren“) nehmen die Bücher „unter die Lupe“ und liefern Verbesserungsvorschläge und sichern damit die hohe Qualität der RRZN-Handbücher.

Ein starker und honoriger Partner

Auch durch Kooperation zwischen Hochschulen ist ein Gebiet kaum zu bewältigen: die Dokumentation der PC-Anwendersoftware, die in ihrer Vielfalt und Vielzahl und Änderungshaeufigkeit ihresgleichen sucht. Deshalb hat das RRZN 1994, also 12 Jahre nach dem Start, einen Lizenzvertrag mit dem Herdt-Verlag für Bildungsmedien in Bodenheim abgeschlossen, der den RRZN-Nachdruck der stets aktuellen Herdt-Titel zu sehr günstigen Preisen ermöglicht. Dieser „Coup“, wie der unvergessene EDV-Journalist Uwe Harms schrieb, war ein Glücksfall: Der Verlag hat sich seit nunmehr 13 Jahren als nicht nur starker, sondern auch honoriger Partner erwiesen.

Koordinatoren, Lektoren und Autoren

Koordinatoren

Der/die Koordinator/in einer Hochschule in Sachen RRZN-Handbücher ist das Bindeglied („Schnittstelle“) zwischen der Hochschule und dem RRZN und damit für die Versorgung einer Hochschule mit Handbüchern eminent wichtig. Von seinem Engagement hängt das Funktionieren der Kooperation ab, deshalb sollte niemand zu dieser Aufgabe gegen seinen Willen und entgegen seinen zeitlichen Möglichkeiten „verdonnert“ worden.

Der Koordinator

  • informiert seine Hochschule über das Angebot an Handbüchern, insbes. über Neuerscheinungen. Das ist – auch aufgrund der Fluktuation an den Hochschulen – eine Daueraufgabe.

  • ist der einzige Bestellberechtigte der Hochschule, nimmt also Bestellwünsche aus seiner Hochschule entgegen und gibt sie gebündelt an das RRZN weiter,

  • wirbt Lektoren, event. auch Autoren,

  • ermittelt bei RRZN-Bedarfsumfragen die Bedarfe seiner Hochschule,

  • und hält – idealerweise! Nicht immer realisierbar – ein Lager der gängigsten Titel vor, um Anfragen von Mitgliedern seiner Hochschule nach Einzelexemplaren sofort erfüllen zu können.

Dozenten, die RRZN-Handbücher ihren Studierenden empfehlen oder sogar zur Grundlage einer Vorlesung machen, können ihren Koordinatoren die Arbeit sehr erleichtern, indem sie die Koordinatoren rechtzeitig, gern auch Monate vorher darauf hinweisen, damit die Handbücher dann, wenn sie benötigt werden, auch tatsächlich verfügbar sind. Denn keine Hochschule (und auch nicht das RRZN) kann alle Titel dauernd in ausreichender Stückzahl auf Lager haben.

Lektoren

Die Qualitätskontrolle hat in der Entwicklung unserer RRZN-Handbücher einen hohen Stellenwert. Deshalb sind die inhaltlichen Lektorate so wichtig.

„Wer zählt die Völker, nennt die Namen ...“ Unzählige Kolleginnen und Kollegen haben im Laufe der Jahre kritisch gelesen und bei den Verbesserungsvorschlägen ihr beeindruckendes Know-how gezeigt und manches Buch „gerettet“.

Autoren

Diese Hochschul-Mitglieder haben das geschafft, was viele für sich als „völlig unmöglich“ bezeichnen, nämlich ein Buch zu schreiben.

Beispielhaft nennen wir hier zwei besonders produktive: Monika Weingärtner hat für uns nicht nur während ihrer Zeit im Leibniz-RZ München geschrieben, sondern auch noch einige Jahre, nachdem sie in die Industrie gewechselt war: Diverse Word-Versionen hat sie in Grundlagen- und Fortgeschrittenen-Bänden behandelt und das bis vor kurzem noch lieferbare „Publizieren im WWW“ verfasst. Kornelius Bamberger vom RZ der Universität des Saarlandes hat gerade die 11. Auflage seines Buches „SPSS, Grundlagen“ abgeliefert.

Nicht vergessen wollen wir hier die zahllosen Autoren des Herdt-Verlags. Lektoren/Autoren gesucht!


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