inforum 1/1999 - Ein neuer Blindenarbeitsplatz
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ImpressumEin neuer Blindenarbeitsplatz
Unsere schon etwas angejahrten Arbeitsplätze für blinde oder sehbehinderte Studierende konnten wir dank der großzügigen Unterstützung durch die Paul-und-Charlotte-Kniese-Stiftung, Berlin, um einen neuen, leistungsfähigen Rechner erweitern.
Beschafft wurde ein Pentium II mit 350 MHz und 128 MB RAM, der unter dem Betriebssystem Windows 95 eingesetzt wird. Die Festplatte ist mit 9,1 GB so dimensioniert, dass nicht nur die vorhandene und projektierte Software Platz hat, sondern auch den Nutzern ein individueller Plattenbereich zur Verfügung gestellt werden kann. Zweckmäßige Peripherie wie eine Soundkarte plus Zubehör, CD- und Iomega-Laufwerk runden die Ausstattung des Rechners ab. Um eine gute Druckausgabe in Schwarzschrift zu gewährleisten, wurde der verschlissene DeskJet durch einen Laserdrucker ersetzt, den das Zentrum für Informationsverarbeitung aus seinem Bestand beisteuerte.
Zentrale Arbeitskomponente für blinde Nutzer ist die 80-formige taktile Zeile, um den Bildschirminhalt in Punktschrift zu ertasten, sie verschlang auch den Löwenanteil unseres Budgets. Besonderer Wert wurde aber auch auf den Bildschirm gelegt, der mit 21 Zoll und hoher Auflösung optimale Voraussetzungen für die in vielen Stufen mögliche Schriftvergrößerung für Sehbehinderte bietet. Beide Nutzergruppen können, wenn Hände oder Augen ermüden, auch auf Sprachausgabe zum Vorlesen des Bildschirminhalts wechseln.
Eine Spezialsoftware, WinDots 2 der Fa. Papenmeier, erlaubt die Abbildung der Windows-Symbole auf die taktile Zeile. Dass dies problemlos auch bei mehreren geöffneten Fenstern funktioniert, konnte bereits vor dem Kauf anlässlich einer Reha-Messe von einem blinden Studierenden getestet werden. Das bei den Altrechnern bestehende Manko, für blinde Nutzer keine Windows-Anwendungen anbieten zu können, wird dadurch glücklicherweise beseitigt.
Durch Einbindung in das Rechnernetz der Universität kann der Arbeitsplatz auch für weltweite Information und Kommunikation genutzt werden. Elektronische Post, Datenbankrecherche und Arbeiten im World Wide Web sind damit auch den blinden und sehbehinderten Nutzern zugänglich. Zusammen mit den noch aus der Erstbeschaffung vorhandenen Geräten wie Scanner und Braille-Drucker ist damit ein kleiner, aber leistungsfähiger Mikrorechner-Pool für unsere blinden und sehbehinderten Nutzer entstanden. Der Kniese-Stiftung sei Dank für die noble finanzielle Unterstützung, der juristischen Fakultät für die stets zuvorkommend gewährte Gastfreundschaft in ihrem Hause.
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Zentrum für Informationsverarbeitung (Universitätsrechenzentrum)

