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Call for Papers
Jahrbuch für Islamische Theologie und Religionspädagogik
Jahrgang 6, Band 6, Erscheinung: 15. Dezember 2017
Zum Thema: Religion und Reform


Der sechste Band des Jahrbuchs für Islamische Theologie und Religionspädagogik widmet sich in seinem inhaltlichen Leitthema der Frage nach dem Zusammenhang von Religion und Reform. Alle Religionsstifter von Moses über Jesus bis Muhammad standen zu Beginn ihrer Wirkungszeit als Wortführer an der Spitze einer Opposition. Die Kritik an religiösen Überzeugungen war nicht loszulösen von der Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen, sodass die Verkündung neuer Offenbarung gleichzusetzen war mit dem Anspruch gesellschaftlicher Transformation. Neben dem angespannten Verhältnis von Religion als Ausgangspunkt von Gesellschaftskritik spielt die religionsinterne Frage nach den Dynamiken von Bewahrung und Erneuerung eine mindestens ebenso ausschlaggebende Rolle. Im Zuge ihrer historischen Genealogie und Selbstverständlichmachung verliert Religion bisweilen ihren notwendigen Bezug zur eigenen Innovationskraft. Dabei weisen beispielsweise Textstücke aus der koranischen und prophetischen Tradition selbst auf die Notwendigkeit der religiösen Revitalisierung hin. Auf der anderen Seite ist das Verständnis von Tradition als die Wahrung von bereits erfolgreich Erprobten auch für moderne Gesellschaften eine unabdingbare Voraussetzung für das Bestehen von Zusammenhalt und Prosperität. Eine destruktive Traditionskritik ist insofern genauso zu hinterfragen wie ein ideologisch verhaftetes Beharren auf eine indefinite Kraft der Tradition.

In Zusammenhang dieses Themenkomplexes ergeben sich in der Folge zahlreiche Fragen, denen das Jahrbuch in seiner inhaltlichen Ausrichtung nachgehen möchte. Wie ist das Verhältnis von religiöser Verkündung und dem Anspruch auf Formulierung von Gesellschaftskritik? Wie verhält sich der innerreligiöse, auch als Traditionskritik bekannte Prozess von Bewahrung, Erneuerung und Revitalisierung? Wie ist es um das religiöse Denken in der heutigen islamischen Welt bestellt und in welchem Verhältnis steht der Religionsdiskurs zur – in Disposition gestellten – zivilisatorischen Krise der islamischen Welt?

Sie bewerben sich mit der Einsendung eines Beitragsvorschlags in Form eines Abstracts (max. 1.000 Wörter) bis zum 20. Juli 2017 an folgende Adresse: zit.jahrbuch@uni-muenster.de. Dieser soll eine kurze Skizze der zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der geschilderten Thematik des Bandes, Ausgangshypothesen, die anzuwendende Methodik sowie Angaben zu Quellenmaterial enthalten. Daraufhin folgt die Entscheidung über die Annahme der eingereichten Vorschläge.

Die Deadline für den einzureichenden Artikel ist der 31. Oktober 2017.