Wissenschaftlerinnen im Netz
während der Anteil der weiblichen Studierenden an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bei rund 53 Prozent und unter den Promovierenden bei immerhin 42 Prozent liegt, sieht das Verhältnis auf den anderen Ebenen des wissenschaftlichen Qualifikationsprozesses leider noch immer deutlich aus: So entfallen gerade einmal 19 Prozent aller im vergangenen Jahr an der WWU abgeschlossenen Habilitationen auf Frauen. Die von Bund und Ländern angestrebte Größenordnung von mindestens 40 Prozent Frauen in allen Karrierestufen ist zumindest im Bereich der akademischen Spitzenpositionen noch längst nicht erreicht.
Die WWU hat die Förderung von Frauen und die Chancengleichheit der Geschlechter deshalb als wichtiges Kriterium der Hochschulentwicklung definiert und in ihrem Mission Statement verankert. Mit ihrer Gleichstellungspolitik verfolgt die WWU im Kern dabei zwei Ziele: Zum einen soll die Verbindung von akademischer Karriere und Familie erleichtert werden. Das zweite strategische Ziel der Gleichstellungsarbeit besteht darin, Frauen bei Ihrer wissenschaftlichen Karriere so zu fördern, dass sich ihre Potentiale voll entfalten können und ihre Leistungen sich in ihrer akademischen Karriere widerspiegeln.
Die internetbasierte Kommunikationsplattform Wissenschaftlerinnen im Netz (WiN) nutzt moderne Technik, um maßgeblich zur Erreichung dieser Ziele beizutragen. Das vom Netzwerk der Nachwuchswissenschaftlerinnen der WWU Münster initiierte Internetportal bietet Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen auf innovative Weise die Möglichkeit, die persönliche Berufslaufbahn und eigene Forschungsprojekte vorzustellen. Außerdem ermöglicht WiN die Gelegenheit zum persönlichen Austausch zu verschiedenen forschungsrelevanten Themen, fördert den für die wissenschaftliche Karriere wichtigen Aufbau funktionierender Netzwerke und bündelt wichtige Kontakte zu Themen wie Finanzierung, Stipendium, und Drittmittelakquise sowie zu Fortbildungsangeboten.
WiN leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der WWU und hat deshalb die volle Unterstützung des Rektorats. In Anerkennung ihres Engagements wurden die Initiatorinnen für die Umsetzung des Projekts bereits im Jahr 2007 mit dem Frauenförderpreis der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ausgezeichnet.
Sollten Sie selbst Nachwuchswissenschaftlerin an der WWU sein, so kann ich Ihnen WiN nur wärmstens ans Herz legen. Ich selbst – inzwischen der Gruppe der Nachwuchswissenschaftlerinnen entwachsen – hätte mir seinerzeit nur allzu gern ein solches Angebot gewünscht. Ihnen stehen alle Möglichkeiten offen, nutzen Sie sie!
Ihre
Prof. Dr. Ursula Nelles
Rektorin der WWU


