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Katharina Vaerst

Münster/ Oxford
K.Vaerst@gmx.de

 

Lebenslauf


geb. 1981 in Hamburg

2000-2006 Studium der Fächer Latein, Geschichte und Deutsch an den Universitäten Heidelberg, Göttingen und Münster

Mai 2006: 1. Staatsexamen (Sek. II/I) in Latein und Geschichte,
Thema der Staatsexamensarbeit: Die Beschreibung der Feinde Ottos des Großen in der ottonischen Historiographie

April 2007: 1 Staatsexamen (Sek. II./I) in Germanistik

Seit Oktober 2006: Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Gesellschaftliche Symbolik im Mittelalter"

Oktober 2008- Juni 2009: Visiting research student, St Peter’s College, University of Oxford Betreuer: Prof. Conrad Leyser

 

Dissertationsprojekt

Arbeitstitel: Narrative Strategien in der ottonischen Historiographie

Betreut von Prof. Dr. Gerd Althoff (Münster) und Prof. Conrad Leyser (Oxford)

Lange Zeit ging man in der Forschung zur Geschichtsschreibung des 10. Jahrhunderts davon aus, dass die Verfasser der vier erzählenden Quellen, nämlich Adalbert von Weißenburg, Widukind von Corvey, Hrotsvit von Gandersheim und Liudprand von Cremona, unkritisch und übereinstimmend „ottonische Hofhistoriographie“ verfasst hätten. Inzwischen ist man jedoch dazu übergegangen die Quellen differenzierter zu lesen, denn die Historiographen haben durchaus unterschiedliche Schwerpunkte in ihren Berichten gesetzt und verschiedene Absichten verfolgt. Auffällig dabei ist jedoch, dass Kritik am König in diesen Quellen nicht vorhanden ist. Gleichzeitig kann man überraschender Weise beobachten, dass die Gegner Ottos des Großen wenigstens in einigen der Quellen besonders positiv charakterisiert werden und ihrer Perspektive großer Raum eingeräumt wird, obwohl man erwarten gerade das Gegenteil erwarten würde. Deshalb fragt dieses Dissertationsprojekt danach, was für ein Bild der Ereignisse vor den Augen des Lesers entsteht, wenn man die Konsequenzen der Darstellungsweise als von den Autoren intendiert betrachtet. Ziel der Arbeit ist es festzustellen, ob die Historiographen beim Verfassen ihrer Texte ein bestimmtes Interesse verfolgt haben, das nur indirekt - eben durch die Art ihres Berichtes - zum Ausdruck kommt. Möglicherweise konnten sie nur durch erzähltechnische Signale, i.e. die Darstellungsart, dem informierten Leser ihre Kritik am Verhalten des Königs deutlich machen.
Deshalb sollen die Erzählstrukturen der vier oben angeführten Quellen untersucht werden, um zu analysieren, wie diese Texte auf der narrativen Eben funktionieren. Es stellt sich dabei die Frage, ob die Darstellung in sich schlüssig ist, d.h. die Bewertung der Personen und ihrer Verhaltensweisen mit der Rolle übereinstimmt, die die Betreffenden im Ereignisablauf einnehmen. Daran schließt sich die Überlegung an, was eventuell festzustellende Brüche mit dem literarischen Erwartungshorizont, sowie andere narrative Strategien dem Rezipienten mitteilen, d.h. welche literarischen Techniken möglicherweise für eine indirekte Kommunikation mit dem Leser genutzt worden sind. Daher wird nach dem Erzähler, der Fokalisierung, der Distanz in der Darstellung und der Perspektivenstruktur der Texte gefragt, um daraus auf die Darstellungsintention der Autoren zu schließen. Durch eine solche Analyse der Quellen kann man möglicherweise eine veränderte Sichtweise darauf gewinnen, ob und wie die Autoren zu den von ihnen präsentierten Geschehnissen Stellung bezogen haben.


Betreuer

Prof. Dr. Gerd Althoff
Mittelalterliche Geschichte, Lehrstuhl II Domplatz 20-22
Tel.: 0251 83-24327

Betreuer

Dr. Conrad Leyser University of Oxford
Jesus College
Turl Street
Oxford OX1 3DW

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