Institut für vergleichende Städtegeschichte

-Forschung-


Aufgabe des IStG ist es, der internationalen Städteforschung im deutschsprachigen Raum einen institutionellen Rahmen zu geben. Die Arbeit am Institut setzt sich dementsprechend aus verschiedenen eng miteinander verbundenen und teils sich überschneidenden Bereichen von Grundlagenforschung und stadtgeschichtlichen Einzelprojekten sowie einem umfangreichen Wissenschaftsservice zur Förderung eines effektiven Forschungstransfers zusammen.
Gemeinsamer Nenner ist die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema "Stadt", die in Publikationen münden – sei es in Form von Kartenwerken, Quelleneditionen, Handbüchern, ganzen Stadtgeschichten oder Monographien und Sammelbänden zu verschiedenen Einzelaspekten des Städtewesens. Zudem steht der Austausch der aktuellen Forschungsergebnisse durch Tagungen, Lehrangebote und Stipendienprogramme für Gastwissenschaftler im Zentrum der Tätigkeiten. Immer wichtiger wird dabei die aktuelle Veröffentlichung der gewonnenen Erkenntnisse durch Nutzung moderner Medien und die Bereitstellung des Arbeitsmaterials im World Wide Web, die zukünftig über ein "Portal Städtegeschichte" erfolgen soll.


Die jährlichen Forschungsberichte des IStG finden Sie in unserem Archiv.


Grundlagenforschung

Dem 1968 formulierten Forschungsprogramm der Sektion Stadtgeschichte des Internationalen Historikerverbandes (Commission internationale pour l'histoire des villes) entsprechend, dem sich das IStG seit seiner Gründung verpflichtet hat, bildet ein festgeschriebener Kanon die Basis der Institutsarbeit. Dazu gehören die Herausgabe von Atlanten, lexikalischen Werken, Schrift- und Bildquellen sowie von Monographien und Sammelbänden zur Städteforschung.

  • Atlasarbeiten

Karten sind für die historische Städteforschung unerlässliche Quellen, um topographische Gegebenheiten und wirtschaftliche, soziale oder kulturwissenschaftliche Phänomene sowie Entwicklungen einer Stadt aufzeigen und analysieren zu können. Die kartographischen Archivalien sind dabei oft unhandlich groß, unleserlich oder in einem schlechten Zustand erhalten. Um diese Pläne für die Forschung zugänglich zu machen, ist die Erarbeitung verschiedener Atlanten ein Hauptbestandteil der langfristig angelegten Grundlagenforschung und Kernkompetenz des IStG. Seit seiner Gründung werden am Institut der "Deutsche Städteatlas", nachfolgend der "Deutsche Historische Städteatlas" sowie der "Westfälische Städteatlas" veröffentlicht. Diese kartographischen Werke geben für eine Vielzahl von Städten einen Einblick in deren topographische Gegebenheiten und historische Entstehungs- sowie Wandlungsprozesse. Sie ermöglichen zudem im Kontext des Projektes "Europäische Städteatlanten", für die am IStG eine Übersichtskarte erarbeitet wird, den länderübergreifenden Vergleich verschiedener Stadttypen. Zusätzlich zur und unabhängig von der vorliegenden analogen Druckversion der Forschungsergebnisse wird ergänzend eine webbasierte Form das Angebot erweitern.
Weitere Informationen zu den Einzelprojekten und zum Aufbau der Atlasmappen finden Sie, wenn die auf das jeweilige Logo klicken:

Deutscher Staedteatlas Westfaelischer Staedteatlas Deutscher Historischer Staedteatlas

  • Lexika/Handbücher

Für die vergleichende Städteforschung gibt es einige Standardwerke, die einen Überblick über die wichtigsten Fakten zu den Städten Deutschlands bieten. Hierzu zählt vor allem das im IStG herausgegebene "Deutsche Städtebuch", das für viele kleine Orte die erste, nach klarem und einheitlichem Schema stichwortartig verfasste "Gesamtgeschichte" darstellt. Weitere Bände dieser Publikation zu einzelnen Landschaften werden be- und überarbeitet und dem aktuellen Wissensstand angeglichen.
In etwas ausführlicherer Weise liefern die am Institut und im Verbund mit Kooperationspartnern erarbeiteten Handbücher Texte zu historischen, denkmalpflegerischen oder sozialgeschichtlichen Aspekten. Auch sie sind nach regionalen Gesichtspunkten gegliedert und bieten somit einen schnellen Zugriff auf zentrale stadtgeschichtliche Informationen.

Deutsches Staedtebuch Historische Staetten Dehio Juedische Gemeinschaften

  • Schrift- und Bildquellen

Quellen und deren Edition sind die Grundlage jeder historischen Arbeit. Von daher ist die kritische Herausgabe stadtgeschichtlicher Schrift- und Bild-Quellensammlungen eine zentrale Aufgabe des Instituts. In der Reihe "Städteforschung C" des IStG erschienen beispielsweise Urkundensammlungen zum Städtewesen des Mittelalters und der Neuzeit. Zudem steht u.a. die Dokumentation historischer Stadtansichten auf dem Forschungsplan des IStG, wie sie durch die Herausgabe des zehnbändigen Werkes "Westfalia picta" für die vergleichende Betrachtung von Darstellungen Westfälischer Städte vor 1900 ermöglicht wurde.

Reihe Staedteforschung C Westfalie Picta

  • Monographien und Sammelbände

Die Arbeit am IStG dient der Erforschung der Stadt nach aktuellem wissenschaftlichen Stand sowie der Publikation der entsprechenden Ergebnisse in Monographien oder Sammelbänden. Die anlässlich der alljährlichen Frühjahrstagung eingebrachten Beiträge nationaler und internationaler Wissenschaftler zu Schwerpunkten, aktuellen Debatten und Forschungsdiskussionen der Städteforschung werden hier wissenschaftlich lektoriert und neben zahlreichen Forschungs- und Qualifizierungsarbeiten in der institutseigenen Reihe "Städteforschung A" herausgegeben.
Staedteforschung A


Einzelprojekte

Aufbauend auf der Grundlagenforschung des Instituts werden im IStG über befristete Zeiträume wissenschaftliche Forschungsprojekte entwickelt, gefördert und durchgeführt. Dies geschieht oftmals durch Kooperationen mit anderen Institutionen und Forscherverbünden. Aktivitäten dieser Art verdeutlichen den Charakter des IStG als städtegeschichtliches Kommunikationszentrum. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Erstellung von "Stadtgeschichten", aber auch auf der Erforschung von einzelnen historischen Phänomenen, die einen Aussagewert für landes-, mentalitäts-, sozial-, wirtschafts-, alltags-, religions- oder kunstgeschichtliche Aspekte der vergleichenden Städteforschung haben oder das Leben in der Stadt in einer bestimmten Epoche beleuchten.



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