Geschichte des Instituts für Allgemeine Sprachwissenschaft

Das heutige Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft besteht seit 1972. Im Zuge einer Neugliederung der Universität Münster wurden damals die beiden Abteilungen des vorangegangenen "Instituts für Sprachwissenschaft", nämlich die Abteilung für Allgemeine Sprachwissenschaft und die für Indogermanische Sprachwissenschaft in zwei selbständige Einrichtungen getrennt.

Das umfassendere Vorläuferinstitut ist 1946 unter Alfred Schmitt (1888-1976) im Zuge einer Ausgliederung aus dem "Institut für Altertumskunde" gegründet worden. Es trug zunächst die Bezeichnung "Institut für Vergleichende Sprachwissenschaft". Nachfolger Alfred Schmitts wurde im Jahre 1956 Peter Hartmann (1923-1984), der speziell die allgemeinlinguistische Ausrichtung dieses Instituts prägte. Ihm zur Seite stand seit 1966 Karl Horst Schmidt (*1929), der speziell die indogermanistischen Belange des Instituts vertrat. Nach dem Wechsel von K. H. Schmidt zu Claus Haebler (*1931) in den ausgehenden 60er Jahren wurde das Institut dann umbenannt in "Institut für Sprachwissenschaft". Und dieses wurde schließlich – wie gesagt – entsprechend seinen beiden hauptsächlichen fachlichen Ausrichtungen in zwei eigenständige Institute aufgelöst.

Erster Direktor am "Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft" wurde Helmut Gipper (1919-2005). Sein Nachfolger war von Oktober 1984 bis Februar 2006 Clemens-Peter Herbermann (*1941). Während seiner Zeit lagen die Schwerpunkte von Forschung und Lehre zum einen in gewissen Teilbereichen der allgemeinen Sprachtheorie – vor allem in denen der Grammatiktheorie und allgemeinen Lexikologie (inkl. Theorie der Etymologie) und der Referenztheorie (unter besonderer Berücksichtigung der Theorie der Deixis und der Eigennamen) – sowie zum anderen in den Bereichen der Linguistischen Universalienforschung und der Sprachtypologie.

Nach dem Ausscheiden von C.-P. Herbermann hat Prof. Dr. Nikolaus Himmelmann 2007 die Institutsleitung übernommen. Mit der Neubesetzung des Lehrstuhls wurde das Institut auch inhaltlich neu positioniert: Wir betreiben Sprachtheorie auf sprachvergleichender Grundlage, und zwar sowohl synchron (Typologie und Universalienforschung) wie diachron (Sprachwandelforschung). Dabei geschehen Theoriebildung und methodische Reflexion auf der Basis intensiver empirischer Arbeit an und mit hochwertigen Primärdaten (Feldforschung, Sprachdokumentation).

Zum Sommersemester 2010 ist Prof. Dr. Nikolaus Himmelmann einem Ruf ans Institut für Linguistik der Universität zu Köln gefolgt. Der vakante Lehrstuhl wird seitdem von PD Dr. Silvia Kutscher vertreten.


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